Clara Hoffbauer

Stifterin der Hoffbauer-Stiftung From Wikipedia, the free encyclopedia

Clara Ottilie Alexandrine Emilie Hoffbauer (* 30. April 1830 als Clara Becker; † 28. Februar 1909) war die Gründerin der Hoffbauer-Stiftung.

Clara Hoffbauer

Leben und Wirken

Villa Hoffbauer (1910)

Clara Becker wurde als eines von acht Geschwistern geboren. Ihr Vater Ludwig Becker war in Berlin Kommerzienrat. Im Jahr 1850 heiratete die aus der bürgerlichen Oberschicht stammende Clara den Kaufmann Hermann Hoffbauer, der später mit ihrem Bruder Emil Becker eine Fabrik für Teppiche gründet und damit ein Vermögen erwirtschaftete. Das Ehepaar zog 1870 nach Potsdam in das Havelhaus, die spätere Villa Hoffbauer. Die Ehe blieb kinderlos.

Das Ehepaar engagierte sich sozial. So gründete Hermann Hoffbauer im Jahr 1873 für seine Angestellten eine Kranken- und Unterstützungskasse. Das Paar plante eine evangelische Stiftung, deren Realisierung Hermann Hoffbauer aufgrund seines Todes 1884 nicht mehr erlebte. Nach dem Tod Hermann Hoffbauers erwarb Clara Hoffbauer 1889 einen Teil der Halbinsel Tornow als Standort für Stiftung. Am 10. Juni 1891 wurden die Bebauung begonnen und die Grundsteine für die ersten drei Gebäude gelegt. Die Hoffbauerschen Stiftungen erhielten ihr erstes Statut im selben Jahr. Ziele der Stiftung waren die Erziehung und Bildungsförderung von elternlosen Mädchen und jungen Frauen im evangelischen Sinn und die Pflege kranker und alter Menschen.

Die Hoffbauer-Stiftung wurde 1901 am 30. Juni, dem Geburtstag Hermann Hoffbauers, eingeweiht. Die Stiftung wurde mit einem Vermögen von 6 Millionen Reichsmark (heute inflationsbereinigt 51.000.000 Euro) und mehreren Gebäuden ausgestattet. Der Tornow, wo die Stiftung angesiedelt wurde, wurde in Hermannswerder umbenannt. Dort entstanden Mädchenschulen, ein Lehrerinnenseminar, eine Haushaltsschule, eine Kindergärtnerinnenlehrstätte, sechs Waisenhäuser, eine Turnhalle, ein Diakonissenmutterhaus, eine Kirche und ein Krankenhaus. Ebenso wurde ein eigener Gutshof, Äcker und ein Maschinenhaus mit Wasseraufbereitungsanlage zur Eigenversorgung angelegt.

Grabstätte auf dem Neuen Friedhof Potsdam

Clara Hoffbauer übergab ihr gesamtes persönliches Vermögen der Stiftung, die noch heute in Brandenburg mehrere Pflegeeinrichtungen, Kitas, Schulen, Berufsschulen und eine Fachhochschule (bis 2024) betreibt.

Clara Hoffbauer ist neben ihrem Ehemann Hermann auf dem Potsdamer Neuen Friedhof begraben.

Ehrungen

  • Clara Hoffbauer wurde mit der Aufnahme in das Projekt FrauenOrte Brandenburg des Frauenpolitischen Rates Land Brandenburg ausgezeichnet, das Leben und Wirken bedeutender Frauen in der brandenburgischen Geschichte sichtbar macht. Wie auch in anderen nationalen Projekten der Frauenorte werden Frauen in Deutschland und ihr Lebenswerk als historische Vorbilder geehrt.[1] Ihre Erinnerungstafel wurde auf dem Gelände der Hoffbauer-Stiftung auf Herrmanswerder installiert. (Welt-Icon)[2]

Einzelnachweise

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