Claude Dupuy
französischer Humanist
From Wikipedia, the free encyclopedia
Claude Dupuy (* 1545 in Paris; † 1. Dezember 1594 ebenda) war ein französischer Humanist des 16. Jahrhunderts. Er war ein Schüler der Humanisten Denis Lambin, Adrien Turnèbe und Jean Daurat und des Juristen Jacques Cujas. Claude hatte drei Söhne: Christophe, Pierre und Jacques.
Claude Dupuy war ein Pariser Jurist und eine führende Persönlichkeit unter den französischen Humanisten und Juristen, die sich um Jacques Cujas und Jacques-Auguste de Thou scharten. 1576 wurde er Parlamentsrat.
Dupuy, der unter dem Pseudonym Puteanus[1] schrieb, konnte jedoch nie seine Arbeit veröffentlichen. Er sammelte eine große Anzahl an Schriftstücken. Denis Duval, der 1595 seine Bibliothek katalogisierte, führte etwa 300 Briefe und 2000 Bücher auf. Diese vererbte er seinen beiden Söhnen Pierre und Jacques. Nach deren Tod fielen sie schließlich an die Bibliothèque nationale de France.
Codices aus seiner Sammlung werden unter dem Namen Codex Puteanus geführt. Unter seinen Manuskripten befanden sich die Briefe des Paulus von Tarsus in Griechisch und Latein (BN grec. 107 & A), eine Sammlung von Tironischen Noten (BN lat. 8777), eine Kopie von Publius Papinius Statius aus dem 9. Jahrhundert n. Chr., das Apologeticum von Tertullian (BN lat. 1623), ein Codex des Titus Livius aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. und der sogenannte Excerpta Latina Barbari. Diese und andere Schriften hatte er aus der Abtei Corbie erhalten. Ein weiteres Manuskript aus dem Besitz Dupuys ist der Codex Parisinus Latinus 8084, eine Abschrift der Werke des Prudentius aus dem 6. Jahrhundert, die auch die einzige erhaltene Abschrift des Carmen contra paganos enthält.[2]
Sein Briefwechsel mit Gian Vincenzo Pinelli, einem italienischen Humanisten aus Padua, ist noch erhalten.
Literatur
- Jérôme Delatour: Les livres de Claude Dupuy. Une bibliothèque humaniste au temps des guerres de religion. D'après l’inventaire dressée par le libraire Denis Duval (1595) (= Société de l'École des Chartes. Mémoires et documents. Band 53). Éditions de l’ENSSIB u. a., Villeurbanne 1998, ISBN 2-910227-22-7.
- Anna Maria Raugei (Hrsg.): Gian Vincenzo Pinelli et Claude Dupuy. Une correspondance entre deux humanistes (= Le corrispondenze letterarie, scientifiche ed erudite dal Rinascimento all'età moderna. Band 8). 2 Bände. Olschki, Florenz 2001, ISBN 88-222-4995-X.
- Gerald Sandy (Hrsg.): The Classical Heritage in France (= Brill’s studies in intellectual history. Band 109). Brill, Leiden u. a. 2002, ISBN 90-04-11916-7.
Weblinks
- Tertullian Apologeticum, BN Lat. 1623
- Herbert Jaumann: Dupuy, Jacques. In: Handbuch Gelehrtenkultur der Frühen Neuzeit (Google Books)
- Herbert DuPuy: A Genealogical History of the Dupuy Family auf archive.org