Clifford Durr

US-amerikanischer Anwalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Clifford Judkins Durr (* 2. März 1899 in Montgomery; † 12. Mai 1975 in Wetumpka) war ein US-amerikanischer Anwalt.

Leben

Clifford Durr war der Sohn von John Wesley Durr und Lucy Judkins Durr. Er stammte aus einer wohlhabenden Familie und besuchte zunächst Privatschulen in seiner Heimatstadt Montgomery, bevor er sich an der University of Alabama immatrikulierte. Das Rhodes-Stipendium ermöglichte ihm ein Studium an der Universität Oxford, wo er 1922 seinen Abschluss in den Rechtswissenschaften machte. Nach seiner Rückkehr in die USA praktizierte er in Anwaltskanzleien in Montgomery, Milwaukee und Birmingham. 1926 heiratete er Virginia Foster Durr, die Schwägerin des Senators Hugo Black.

1933 verhalf ihm sein Schwager Black zu einer Stelle in der Reconstruction Finance Corporation, einer unabhängigen Bundesbehörde, die für die Umstrukturierung der Bankenbranche zuständig war. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Europa beschäftigte Durr sich mit der Gründung der Defense Plant Corporation, die mit der Umstellung der Wirtschaft der Vereinigten Staaten auf eine Kriegswirtschaft befasste. 1940 wechselte er zur Federal Communications Commission, wo er sich dafür starkmachte, dass die Radiotechnologie für das Allgemeinwohl und nicht nur für kommerzielle Interessen eingesetzt werde. Beide Behörden waren Bestandteile des New-Deal-Programms des Präsidenten Franklin Delano Roosevelt. Dieser beabsichtigte, durch staatliches Eingreifen in die Wirtschaft das Land aus der Weltwirtschaftskrise zu ziehen. Clifford Durr wurde bald zu einem enthusiastischen Anhänger der Reformpolitik Roosevelts. In Washington, D. C. knüpften die Durrs außerdem Kontakte zu linken Aktivisten und Politikern.

In den späten 1940ern war Durr in immer mehr Konflikten zwischen der FCC und dem Komitee für unamerikanische Umtriebe, das angeblich illoyale, meist vermeintlich kommunistische Elemente in der Bundesregierung verfolgen sollte, involviert. Aus Protest gegen den Treueschwur, den Regierungsangestellte gemäß der Executive Order 9835 von Präsident Harry Truman leisten mussten, kündigte er 1948 und öffnete seine eigene Anwaltskanzlei. Er vertrat primär Opfer der Roten Angst. Auch zivilgesellschaftlich engagierte er sich in Organisationen wie der linken National Lawyers Guild. 1950 zog er einige Monate nach Denver, um für die National Farmers Union zu arbeiten, bevor er schließlich 1951 nach Alabama zurückkehrte.

In Montgomery versuchte Durr über die nächsten Jahre, eine Anwaltskanzlei aufzubauen. Seine Bemühungen scheiterten jedoch, als 1954 der erzkonservative Senator James O. Eastland ihm, seiner Frau und ihrem Familienfreund Aubrey Willis Williams wegen ihrer Verbindung zum linken Southern Conference Education Fund eine illoyale Gesinnung vorwarf. Zwar schützte ihn sein Freund Lyndon B. Johnson vor weiterer Verfolgung durch Eastland, doch konnte Durrs Kanzlei nun keine Klienten mehr finden. Durr widmete sich nun der Bürgerrechtsbewegung und vertrat vor allem verarmte Afroamerikaner, die ihre Gleichberechtigung mit Weißen einklagen wollten. Unter anderem unterstützte er den schwarzen Anwalt Fred Gray bei der Rechtsverteidigung der Aktivistin Rosa Parks, die den Busboykott von Montgomery initiiert hatte.

1969 zog das Ehepaar auf die Farm Pea Level in Wetumpka. Clifford Durr wurde in den folgenden Jahren mehrfach zu Ansprachen vor Universitäten eingeladen und für seinen Einsatz für die Grundrechte geehrt. Posthum wurde er mit Atticus Finch verglichen, dem Helden des Romans Wer die Nachtigall stört von Harper Lee. Er verstarb 1975.

Literatur

  • John A. Salmond: The Conscience of a Lawyer: Clifford J. Durr and American Civil Liberties, 1899-1975. University of Alabama Press, Tuscaloosa 1990.
  • Sarah Hart Brown. Standing Against Dragons: Three Southern Lawyers in an Era of Fear. Louisiana State University Press, Baton Rouge 1998.
  • John A. Salmond: Durr, Clifford Judkins. In: American National Biography. Oxford University Press, abgerufen am 13. Februar 2026 (englisch, Zugriff beschränkt).

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