Coburger Zeitung
ehemalige Tageszeitung
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Die Coburger Zeitung war eine Tageszeitung in Coburg. Sie erschien erstmals 1854 und dann zwischen 1861 und 1935. Die Ausgaben wurden digitalisiert.[1]
Der Coburger Gerichtsadvokat Hermann Briegleb gründete 1854 die Coburger Zeitung. Nach einer Probenummer am 15. April 1854 erschien sie zwischen 1. Mai 1854 und 29. September 1854, ab Juli 1854 viermal wöchentlich. Sie sollte als politische Tageszeitung über das aktuelle überregionale Geschehen und über Lokalangelegenheiten berichten. Da die Privatanzeigen überwiegend im Coburger Regierungs- und Intelligenzblatt veröffentlicht wurden, stellte Briegleb aus wirtschaftlichen Gründen den Druck der Zeitung wieder ein.[1]
Anfang September 1861 gründete Herzog Ernst II. auf seine Kosten eine Zeitung. Sein Ziel war es, „Leitartikel von seiner Farbe, interessante politische Novitäten aus seinem Bereich, überhaupt politische Artikel nach seinem Gutdünken zur allgemeinen Kenntnis zu bringen.“[2] Am 5. September 1861 erschien die erste Nummer der Coburgischen Zeitung, die ab 14. Juni 1862 den Titel Coburger Zeitung führte. Redakteur war unter anderem ab dem 1. April 1862 Rudolph Genée, den der Herzog aufgrund wachsender politischer Auseinandersetzungen zum 31. Dezember 1864 entließ. Die Zeitung hatte damals eine Auflage von etwa 400 Exemplaren. Sie stand der Nationalliberalen Partei nahe und wurde vom rechtsstehenden Bürgertum sowie in der Landwirtschaft des Herzogtums gelesen. Von 1865 an bis Ende 1897 erschien das Regierungs- und Intelligenzblatt in Verbindung mit der Coburger Zeitung.[3] Nach dem Tod Herzogs Ernst II. 1893 erbte Neffe Herzog Alfred die Zeitung. Er verkaufte sie an eine Genossenschaft von 23 Personen, die die Zeitung ab dem 1. Januar 1898 weiterführte. Im Januar 1900 erwarb der 1891 bestellte Geschäftsführer Robert Dornheim (1857–1930) die Coburger Zeitung, in dessen Verlag in der Coburger Steingasse 24 sie ab 1901 weiter erschien. Am 1. Mai 1926 übernahm der Sohn Alfred Dornheim (1893–1990) den Verlag und die Druckerei.[3]
Die Coburger Zeitung setzte sich bei der Land- und Kreistagswahl am 7. November 1920 für die DVP, die Bayerische Mittelpartei sowie den Coburger Bauernverein ein.[4] Die nationalkonservative Zeitung stand in den 1920er Jahren der DNVP und dem Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund nahe.[5] Der bereits 1920 der NSDAP beigetretene Erich Kühn war von 1926 bis 1929 für die Schriftleitung verantwortlich.[6] Die Auflagenhöhe betrug im Jahr 1930 rund 4500, bevor sie sich 1934 und 1935 fast um die Hälfte auf rund 2400 verminderte. Hauptgrund war die ab 1930 erschienene Coburger Nationalzeitung, die nationalsozialistische Propaganda und Berichte aus dem regionalen Alltag unter der Leitung des von der Coburger Zeitung abgeworbenen Hauptschriftleiters Erich Kühn veröffentlichte. Am 30. März 1935 endete das Erscheinen der Coburger Zeitung.[1]