Colette Soulages

französische Mäzenin From Wikipedia, the free encyclopedia

Colette Soulages (* 14. März 1921 in Sète als Colette Marcelle Léonie Llaurens) ist eine französische Mäzenin. Sie war die Ehefrau des Malers Pierre Soulages.[1]

Leben

Colette Llaurens war das älteste von zwei Kindern. Ihr Vater leitete eine Import-Export-Firma. Während des Zweiten Weltkriegs schrieb sie sich an der Kunsthochschule (École supérieure des beaux-arts) in Montpellier ein und lernte dort im Frühjahr 1941 Pierre Soulages, einen jungen Mann aus Rodez, kennen. Die beiden heirateten am 24. Oktober 1942 in der Kirche Saint-Louis in Sète. 1946 zogen Colette und Pierre Soulages in die Pariser Umgebung. Zunächst lebten sie in Courbevoie, ab 1947 dann direkt in Paris in der Rue Schœlcher mit Blick auf den Cimetière du Montparnasse. Später zog das Atelier näher an die Seine: von 1957 bis 1973 in die Rue Galande, ab Frühjahr 1974 in die Rue Saint-Victor.[1][2]

Colette Soulages und ihr Mann ließen 1960 eine moderne Villa auf einem Hanggrundstück am Mont Saint-Clair in Sète bauen. Gemeinsam entwarfen sie ihre Villa und überwachten die Bauarbeiten. Die Villa und das zugehörige Grundstück wurden 2019 unter Denkmalschutz gestellt.[3]

Colette Soulages war selbst Malerin und Fotografin, verfolgte ihre eigene künstlerische Laufbahn jedoch nicht. Stattdessen setzte sie sich als Kritikerin, Beraterin und Managerin für die Karriere ihres Ehemanns ein. Sie hat sein Werk ihr Leben lang akribisch archiviert und dokumentiert.[1]

Im Jahr 2005 tätigten Pierre und Colette Soulages mehrere außergewöhnliche Schenkungen. Für das zukünftige Musée Soulages Rodez, das 2014 eröffnet wurde, waren es 250 Werke und 250 Dokumente. Wie bei den folgenden Schenkungen erfolgte auch diese im Namen von Pierre und Colette Soulages. „So etwas habe ich noch nicht sehr oft gesehen“, betont Maud Marron-Wojewodzki, die Direktorin des Musée Soulages. „Es ist immer der Künstler selbst, der in seinem eigenen Namen spendet. Es war ihnen sehr wichtig zu zeigen, dass diese Kunstwerke dank der Unterstützung und ständigen Begleitung von Colette Soulages entstanden sind.“[1]

Als Pierre Soulages am 25. Oktober 2022 starb, waren die beiden 80 Jahre lang verheiratet gewesen. Seit seinem Tod verwaltet Colette sein Werk weiter. So hat sie im Jahr 2023 eine weitere Schenkung an das Museum von Rodez getätigt. Es handelt sich um sieben Gemälde, hauptsächlich neuere Werke der Outrenoir-Bewegung, darunter Pierres letztes Werk. Das Museum besitzt somit die ersten Gemälde des Künstlers sowie sein letztes Werk. Das Kulturministerium hat sich dafür bedankt. Im Februar 2025 wurde die Hundertjährige als Mäzenin zum Kommandeur im Ordre des Arts et des Lettres ernannt.[1][4]

Preise und Auszeichnungen

  • 2025: Kommandeur im Ordre des Arts et des Lettres[5]

Einzelnachweise

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