Computergenealogie
methodische Unterstützung der Familiengeschichtsforschung durch Computer bzw. zunehmender Austausch genealogischer Daten im Internet
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Computergenealogie bezeichnet die methodische Unterstützung der Familiengeschichtsforschung durch Computer sowie den zunehmenden Austausch genealogischer Daten im Internet.
Geschichte
Die Computergenealogie ist in Ergänzung zur traditionellen Genealogie (einer historischen Hilfswissenschaft) entstanden und stellt eine methodische Aufbereitung der Daten dar (siehe Genealogieprogramme). Viele Programme werden von Hobby-Genealogen selbst entwickelt und in einer Entwicklercommunity gepflegt und der Code unter freier Lizenz als Open Source veröffentlicht (siehe Liste von Genealogie-Programmen). In den deutschsprachigen Ländern sind viele dieser Familienforscher im Verein für Computergenealogie organisiert, der auch das GenWiki betreibt. Weltweit wird der Markt jedoch zunehmend von kommerziellen Anbietern dominiert.
Datenquellen
Archive und Bibliotheken
Genealogen sammeln ihre Daten überwiegend in schriftlicher Form in Archiven und Bibliotheken aller Art (siehe Genealogische Quellen)
Digitalisierungsprojekte und Datenbanken bieten weitere Möglichkeiten der Suche. Bei der Vielzahl der zu erfassenden Originalquellen kann es allerdings lange dauern, bis die für die Forschung relevanten Quellen erfasst und digital beispielsweise über das Internet zugänglich sind. Rechtliche Gründe (beispielsweise das Abwarten von Schutzfristen) oder Unsicherheiten und Vorbehalte der Eigentümer der Originaldokumente können diesen Prozess verlangsamen.
FamilySearch
In der Onlinedatenbank FamilySearch stellt eine Organisation der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage im Internet kostenlos Auszüge aus den rund 3,5 Milliarden Familiendokumenten bereit, die die Kirche aus religiösen Gründen sammelt.[1]
Ancestry
Im direkten Umfeld dieses Archivs ist der kommerzielle Anbieter Ancestry.com mit mehreren Firmenzukäufen und einer umfangreichen weltweiten Datensammlung in öffentlichen Archiven zu einem marktbeherrschenden Anbieter aufgestiegen. Das Unternehmen bietet zudem einen ebenfalls kostenpflichtigen Internet-Abgleich von DNA-Profilen an, der (unerwartete) familiäre Verbindungen aufzeigen soll.
MyHeritage
Auch MyHeritage.com ist in mehreren lukrativen Märkten führend und unterhält eine Zusammenarbeit mit dem DNA-Test-Marktführer 23andMe.[2]
Geni.com
Geni.com gehört zum Unternehmen MyHeritage und enthält u. a. den sogenannten Welt-Familienstammbaum, den größten Stammbaum der Menschheit. Er umfasst 13 Millionen Menschen über einen Zeitraum von 500 Jahren und 11 Generationen. Aus dem Stammbaum ließen sich in einer Studie sozioökonomische Erkenntnisse ablesen.[3]
DNA-Analyse
Die DNA-Analyse zur Genetischen Genealogie wirft rechtliche und ethische Fragen auf. Jeder Benutzer und jede Benutzerin sollte daher Vor- und Nachteile der Einreichung von DNA abwägen.[4]
Publikationsmöglichkeiten für Forschungsergebnisse
- auf einer eigenen Homepage, durch das Bereitstellen einer GENDEX-Datei, deren Daten über einen globalen Index gefunden werden können
- in Genealogie-Datenbanken, einschließlich vorhandener GEDCOM-Dateien
Siehe auch
Literatur
- Matthew L. Helm, April Leigh Helm, Birgit Wendt (Hrsg.): Ahnenforschung online für Dummies. 2. Auflage. mitp, Bonn 2004, ISBN 3-8266-3099-8.
- Verein für Computergenealogie: Familienforschung. Ahnenforschung leicht gemacht. Computergenealogie für jedermann. Ausgabe 2019/2020. Ehlers, Bremen 2019, ISBN 978-3-934624-35-1 (Info).
- Thomas Wieke: Ahnenforschung. So erkunden Sie Ihre Familiengeschichte. Stiftung Warentest, Berlin 2013, ISBN 978-3-86851-085-0, S. 127–153.
Weblinks
- Verein für Computergenealogie: Homepage. (CompGen).
- Verein für Computergenealogie: GenWiki.