Copa do Brasil

brasilianischer Pokalwettbewerb im Fußball From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Copa do Brasil ist seit 1989 der brasilianische Pokalwettbewerb im Fußball. Seit 2013 ermitteln 86 Fußballvereine aus den 26 brasilianischen Bundesstaaten und dem Distrito Federal im K.-o.-System den Pokalsieger. Der Pokalsieger ist für die nächstjährige Copa Libertadores qualifiziert. Der Name des Wettbewerbes ist nicht mit der Copa Brasil zu verwechseln: dies war von 1975 bis 1980 und 1984 bis 1986 die offizielle Bezeichnung für die brasilianische Meisterschaft.

Schnelle Fakten
Copa do Brasil
Logo
Logo
Voller NameCopa do Brasil de Futebol
VerbandCBF
Gründung1989
Mannschaften92
SpielmodusK.-o.-System (8 Runden)
TitelträgerSC Corinthians
(4 Siege)
RekordsiegerCruzeiro EC
(6 Siege)
RekordtorschützeBrasilien Romário (36 Tore)
Aktuelle Saison2025
Qualifikation fürCopa do Brasil
Copa Libertadores
Schließen
Die Copa do Brasil von 1994 und 2001 im Trophäenschrank von Cruzeiro Belo Horizonte

Geschichte

Die zur Ermittlung der brasilianischen Teilnehmer am Südamerikapokal, der seinerzeit neugeschaffenen Copa Libertadores, 1959 ins Leben gerufene Taça Brasil war der erste nationale Wettbewerb in Brasilien und gilt als der Vorgänger des heutigen Pokalwettbewerbes, wenngleich dies keine offizielle Anerkennung seitens des Verbandes CBF, der Confederação Brasileira de Futebol gefunden hat. Mit der Einführung einer nationalen Meisterschaft 1967 verlor die Taça Brasil, zu deutsch in etwa Brasilien-Pokal, aber schnell an Bedeutung und der Wettbewerb wurde 1968 eingestellt. 2010 wurden alle Sieger des Taça Brasil nachträglich durch den CBF als nationale Meister anerkannt.

Nach der Umstellung des Modus der Meisterschaft, des Campeonato Brasileiro de Futebol, Ende der 1980er Jahre gab es vor allem für die Vereine aus den fußballerisch weniger gewichtigen Bundesstaaten weniger Möglichkeiten sich auch national zu präsentieren. Um hier Abhilfe zu schaffen, wurde 1989 mit der Copa do Brasil erneut ein landesweiter Pokalwettbewerb etabliert.

In den ersten fünf Jahren nahmen 32 Vereine an der Copa teil. Qualifiziert waren die Meister aller Staaten. Die Staaten mit den höchsten Zuschauerzahlen durften einen zweiten Teilnehmer entsenden. Oft war dies der Vizemeister, aber auch auf andere Weise, wie beispielsweise ein Pokalturnier auf Staatsebene, wurde der zweite Teilnehmer ermittelt. Ab 1995 wurde vier Staaten ein dritter Teilnehmer zuerkannt. 1996 waren neben den ursprünglichen 32 Mannschaften auch acht Vereine mit den höchsten Zuschauerzahlen in der Meisterschaft startberechtigt. Von 1997 bis 2003 wurden diese acht Vereine durch zehn Klubs ersetzt die von der CBF nach unveröffentlichten Kriterien bestellt wurden.

2004 wurde der Wettbewerb auf 64 Vereine erweitert, von denen 54 durch die Staatswettbewerbe bestimmt werden, wobei sich ein, zwei oder drei Teams je Staat qualifizieren, abhängig von der Platzierung im nationalen Verbandsranking (CBF-Ranking). Die restlichen 10 Plätze werden an die bestplatzierten nicht qualifizierten Vereine der nationalen Vereinsrangliste (CBF-Ranking) vergeben. Von 2001 bis 2012 nahmen, aus Termingründen wie offiziell beschieden war, keine Vereine mehr teil, die an der Copa Libertadores teilnahmen. Seit 2013 treten diese Klubs zu einem späteren Zeitpunkt dem Wettbewerb bei.

Bis einschließlich 2025 nahmen die Gewinner der Copa do Brasil an der Copa Libertadores teil. Von 1991 bis 1995 waren die unterlegenen Finalisten für die Copa Conmebol startberechtigt. Ab der Austragung 2026 werden sich die beiden Finalisten für die Copa Libertadores qualifizieren.[1] Der Sieger für die Gruppenphase und der Zweitplatzierte für deren Vorrunde. Wenn der Meister der Copa do Brasil über andere Wettbewerbe Zugang zur Libertadores erhält, wird die direkte Vakanz der Copa do Brasil an den Vizemeister der Copa do Brasil umgeleitet, wodurch die Vakanz für die Vorrunde an den bestplatzierten noch nicht klassifizierten Verein der Série A übergeben wird.

Modus

Bis 2025 durchlief das Turnier acht Runden. Für die ersten drei Runden wurden zehn Gruppen ausgelost. Die ersten beiden Runden dieser Gruppenphase bestehen aus nur einem Spiel. Heimrecht hat die Mannschaft, die im CBF-Ranking schlechter steht. Bei einem Unentschieden kommt die im Ranking besser platzierte Mannschaft eine Runde weiter. Die dritte Runde der Gruppenphase wird in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Hier gilt die Auswärtstorregel. Die zehn Sieger der Gruppenphase ziehen in die vierte Runde ein. Die fünf Sieger der vierten Runde treffen dann im Achtelfinale auf die hierfür bereits direkt qualifizierten elf Teilnehmer. Ab dem Achtelfinale werden alle weiteren Spiele in Hin- und Rückspielen ausgetragen. Dies gilt auch für die Endspiele.

Zur Saison 2026 wurde eine Reformierung angekündigt.[2] Das Teilnehmerfeld wird von 92 auf 126 und ab 2027 auf 128 angehoben. Von den 126 Klubs sollen 102 aus den Staatsmeisterschaften kommen, bis dato waren dieses 80. Die ersten vier Runden werden in nur einer Partie entschieden. Alle 20 Teilnehmer an der Série A werden in der fünften Runde, eine vor dem Achtelfinale, einsteigen. Das Finale wird nur noch in einem Spiel ausgetragen.

Teilnehmer

Die Anzahl der Teilnehmer änderte sich im Zuge der Wettbewerbsgeschichte wiederholt.

Weitere Informationen Jahr, Teilnehmer ...
Jahr Teilnehmer
1989–199432
199536
199640
199744
199842
199964
200089
2001–200264
200365
2004–201264
2013–201587
201686
2017–202091
2021–202592
2026126
2027–128
Schließen

Bis 2017 nahmen insgesamt 91 Klubs aus allen fünf Regionen und allen 27 Bundesstaaten teil. Die jeweiligen Regionalverbände senden 70 ihrer erfolgreichen Klubs aus den Staatsmeisterschaften und Staatspokalspielen des Vorjahres. Die Auswahl liegt bei den Regionalverbänden und die Anzahl der Startplätze pro Verband legt der CBF fest.

Weiteren zehn Plätze werden an die am höchsten auf der historischen CBF-Klubrangliste, dem CBF-Ranking, platzierten Mannschaften vergeben, die sich nicht über die Staatenmeisterschaften qualifizieren konnten.

Das Teilnehmerfeld wird ab komplementiert um elf direkt fürs Achtelfinale qualifizierte Klubs. Dieses sind:

Sieger der Copa do Brasil

Weitere Informationen Jahr, Sieger ...
Jahr Sieger Ergebnis Finalist
1989 Grêmio FBPA 0:0 Sport Recife
2:1
1990 CR Flamengo 1:0 Goiás EC
0:0
1991 Criciúma EC 1:1 Grêmio FBPA
0:0
1992 SC Internacional 1:2 Fluminense FC
1:0
1993 Cruzeiro EC 0:0 Grêmio FBPA
2:1
1994 Grêmio FBPA 0:0 Ceará SC
1:0
1995 SC Corinthians 2:1 Grêmio FBPA
1:0
1996 Cruzeiro EC 1:1 SE Palmeiras
2:1
1997 Grêmio FBPA 0:0 CR Flamengo
2:2
1998 SE Palmeiras 0:1 Cruzeiro EC
2:0
1999 EC Juventude 2:1 Botafogo FR
0:0
2000 Cruzeiro EC 0:0 São Paulo FC
2:1
2001 Grêmio FBPA 2:2 SC Corinthians
3:1
2002 SC Corinthians 2:1 Brasiliense FC
1:1
2003 Cruzeiro EC 1:1 CR Flamengo
3:1
2004 EC Santo André 2:2 CR Flamengo
2:0
2005 Paulista FC 2:0 Fluminense FC
0:0
2006 CR Flamengo 2:0 CR Vasco da Gama
1:0
2007 Fluminense FC 1:1 Figueirense FC
1:0
2008 Sport Recife 1:3 SC Corinthians
2:0
2009 SC Corinthians 2:0 SC Internacional
2:2
2010 Santos FC 2:0 EC Vitória
1:2
2011 CR Vasco da Gama 1:0 Coritiba FC
2:3
2012 SE Palmeiras 2:0 Coritiba FC
1:1
2013 CR Flamengo 1:1 Athletico Paranaense
2:0
2014 Atlético Mineiro 2:0 Cruzeiro EC
1:0
2015 SE Palmeiras 0:1 Santos FC
2:1
(5:4 i. E.)
2016 Grêmio FBPA 3:1 Atlético Mineiro
1:1
2017 Cruzeiro EC 1:1 CR Flamengo
0:0
(5:3 i. E.)
2018 Cruzeiro EC 1:0 SC Corinthians
2:1
2019 Athletico Paranaense 1:0 SC Internacional
2:1
2020 SE Palmeiras 1:0 Grêmio FBPA
2:0
2021 Atlético Mineiro 4:0 Athletico Paranaense
2:1
2022 CR Flamengo 0:0 SC Corinthians
1:1
(6:5 i. E.)
2023 FC São Paulo 1:0 CR Flamengo
1:1
2024 CR Flamengo 3:1 Atlético Mineiro
1:0
2025 SC Corinthians 0:0 CR Vasco da Gama
2:1
Schließen

Statistische Übersicht

Weitere Informationen Rang, Verein ...
nach Vereinen
RangVereinTitelFinalt.Jahr(e)
(Finalsiege fest / Finalteilnahmen kursiv)
1 Cruzeiro EC681993, 1996, 1998, 2000, 2003, 2014, 2017, 2018
2 CR Flamengo5101990, 1997, 2003, 2004, 2006, 2013, 2017, 2022, 2023, 2024
3 Grêmio FBPA591989, 1991, 1993, 1994, 1995, 1997, 2001, 2016, 2020
4 SE Palmeiras451996, 1998, 2012, 2015, 2020
SC Corinthians481995, 2001, 2002, 2008, 2009, 2018, 2022, 2025
6 Atlético Mineiro242014, 2016, 2021, 2024
7 Fluminense FC131992, 2005, 2007
SC Internacional131992, 2009, 2019
Athletico Paranaense132013, 2019, 2021
10 Sport Recife121989, 2008
CR Vasco da Gama132006, 2011, 2025
FC Santos122010, 2015
FC São Paulo122000, 2023
14 Criciúma EC111991
EC Juventude111999
EC Santo André112004
Paulista FC112005
18 Coritiba FC22011, 2012
19 Goiás EC11990
Ceará SC11994
Botafogo FR11999
Brasiliense FC12002
Figueirense FC12007
EC Vitória12010
Schließen
Weitere Informationen Rang, Verband ...
nach Verband
RangVerbandTitelFinalt.
1 São Paulo1219
2 Minas Gerais812
3 Rio Grande do Sul712
Rio de Janeiro817
5 Paraná14
6 Pernambuco12
Santa Catarina12
8 Goiás1
Ceará1
Bahia1
Distrito Federal1
Schließen

Nach einer am 8. Februar 2017 veröffentlichten Erhebung war der CR Flamengo der bis dahin erfolgreichste Klub nach erzielten Punkten.[3] Die Erhebung wies auch die Klubs mit den meisten Spielen und Teilnahmen aus.

Von 1989 bis 2016 nahmen an 29 Austragungen 319 Klubs teil. Die häufigsten Teilnehmer mit jeweils 27 waren Atlético Mineiro und der EC Vitória. 114 Teilnehmer hingegen nahmen nur einmal teil. Die meisten Spiele bestritten mit 167 der Grêmio FBPA und CR Vasco da Gama gefolgt von CR Flamengo (165) und Atlético Mineiro (148).

Flamengo hat 97 Siegen in der Copa die meisten Spiele gewonnen. Hier folgten Grêmio mit 91 und Vasco 87. Die meisten Tore erzielte ebenfalls Flamengo (307), danach Vasco (305) und Atlético Mineiro (300).

Rangliste nach Punkten

Weitere Informationen Platz, Verein ...
Platz Verein Punkte Teilna.
1 CR Flamengo31621
2Vasco da Gama29925
3 Grêmio FBPA29323
4 SE Palmeiras26521
5 Atlético Mineiro26527
6 Cruzeiro EC23520
7SC Corinthians23221
8 Fluminense FC22522
9 Botafogo FR21123
10 Vitória20927
Schließen

Siehe auch

  • CBF Confederação Brasileira de Futebol – Brasilianischer Fußballverband

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI