Core (Album)

Album von Stone Temple Pilots From Wikipedia, the free encyclopedia

Core ist das Debütalbum der US-amerikanischen Rockband Stone Temple Pilots. Es erschien am 29. September 1992 auf dem Label Atlantic Records und wird dem Genre Grunge zugerechnet.[2]

Veröffent-
lichung

29. September 1992

Aufnahme

Mai 1992[1]

Format(e)

CD, LP, MC

Schnelle Fakten Studioalbum von Stone Temple Pilots, Veröffent-lichung ...
Core
Studioalbum von Stone Temple Pilots

Veröffent-
lichung

29. September 1992

Aufnahme

Mai 1992[1]

Label(s)

Atlantic

Format(e)

CD, LP, MC

Genre(s)

Grunge, Hard Rock, Alternative Rock

Titel (Anzahl)

12

Länge

53:36

Besetzung

Produktion

Brendan O'Brien

Chronologie
Core Purple
(1994)
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Produziert von Brendan O’Brien, wurde Core ein riesiger kommerzieller Erfolg und erreichte im Juli 1993 Platz drei der Billboard 200. Seitdem wurde es von der Recording Industry Association of America (RIAA) mit 8-fach-Platin ausgezeichnet.[3] Das Album brachte vier Hitsingles hervor: Sex Type Thing, Wicked Garden, Creep und Plush. Letztere erreichte Platz eins der Billboard Album Rock Tracks, und das Musikvideo lief in Heavy Rotation auf MTV USA.[4] Die Stone Temple Pilots gewannen für Plush zwei begehrte Auszeichnungen: einen MTV Video Music Award als „Best New Artist“ und einen Grammy für die „Best Hard Rock Performance“.[5]

Trotz des kommerziellen Erfolgs erhielt das Album anfangs schlechte Kritiken. Der Band wurde vorgeworfen, den Musikstil anderer Alternative-Bands, insbesondere von Pearl Jam, kopiert zu haben.[6] Im Nachhinein gilt Core als wegweisendes Album der Alternative-Rock- und Grunge-Bewegung der frühen 1990er-Jahre. Es verhalf den Stone Temple Pilots zum Durchbruch im Mainstream und ist bis heute ihr kommerziell erfolgreichstes Album.[7] 2017 erschien eine Deluxe-Edition zum 25-jährigen Jubiläum.

Entstehungsgeschichte

1985 begegneten Scott Weiland und seine Freunde von der Band Soi-Disant – Gitarrist Corey Hicock und Schlagzeuger David Allin – Robert DeLeo zum ersten Mal live bei verschiedenen Auftritten. Nach diesen Konzerten beschlossen sie, ihn ausfindig zu machen.[8] Weiland und DeLeo zogen in eine Wohnung in San Diego, wo sie gemeinsam Musik schrieben und die Band Swing gründeten. 1989 stießen Schlagzeuger Eric Kretz und DeLeos älterer Bruder Dean an der E-Gitarre zur Band hinzu, die sich in Mighty Joe Young umbenannte. Die Band veröffentlichte 1990 ein Demo und erspielte sich nach und nach eine große Fangemeinde in der Alternative-Rock-Szene Südkaliforniens.

Nebenbei verdienten die Bandmitglieder ihren Lebensunterhalt mit verschiedenen Jobs. Weiland arbeitete in einer Modelagentur und Robert in einem Gitarrenladen. Robert sagte 2017, dass die beiden in ihrer Freizeit gemeinsam Songs schrieben: „Wenn einer von uns eine musikalische Idee hatte, riefen wir uns an. Er hatte meistens mehr Zeit, vorbeizukommen und sie auszuarbeiten. Das war perfekt, denn da ich in einem Gitarrenladen arbeitete, konnte ich mir sofort eine Gitarre schnappen. Scott spielte eigentlich kein Instrument. Wenn er eine Idee hatte, summte er sie mir vor.“[9]

Nach Abschluss der Aufnahmen gab die Band dem Album den Titel Core (Kern/Kerngehäuse), eine Anspielung auf die biblische Geschichte von Adam und Eva. Dies spiegelt sich auch im Albumcover wider, das Eva mit einem Apfel in den Händen vor dem Baum der Erkenntnis zeigt. Robert DeLeo spielte das Album mit einem blauen G&L L2000 Fender Jazz Bass, der über einen Ampeg SVT mit einem Sennheiser 421-Mikrofon gespielt wurde.[10] Eric Kretz spielte ein Yamaha Rock Tour Custom Schlagzeug, während Dean DeLeo eine Gibson Les Paul Standard von 1978 verwendete.[11] Im August sollte Core erscheinen und das Album befand sich bereits im Mastering-Stadium, als der Anwalt der Band erfuhr, dass ein Bluesmusiker den Namen Mighty Joe Young bereits beansprucht hatte.[12] Weiland, der seit seiner Jugend ein Fan der STP-Motoröl-Aufkleber war, schlug Namen vor, die mit dieser Buchstabenkombination abgekürzt werden konnten. Dean brachte den Namen Stereo Temple Pirates ins Spiel, der später in Stone Temple Pilots geändert wurde.[13]

Musikstil

Die Stone Temple Pilots präsentieren sich auf Core von ihrer härtesten und düstersten Seite.[14] Das Album bietet eine direktere Darstellung von Grunge[15] und Alternative Metal als die späteren Alben der Band.[16] Es zeigt die Band in einer Mischung aus Hard-Rock-Ansatz der 1970er-Jahre und Alternative-Rock-Sound, angereichert mit einer Vielzahl weiterer musikalischer Einflüsse.[17][18] Laut Weiland ließ sich die Band von der Musik von Pink Floyd, der Rolling Stones, der Beatles, Metallica und Led Zeppelin inspirieren. Titel wie Dead & Bloated, Sex Type Thing, Piece of Pie und Crackerman erkunden eine harte Kante in Kombination mit alternativen Stimmungen, ähnlich wie bei Soundgarden und Alice in Chains, während Wicked Garden, Sin, Creep und Plush einen jazzigen und psychedelischen Charakter in den Akkordfolgen aufweisen.[19]

Robert DeLeo sagte: „Kennst du das, wenn man ein Led-Zeppelin-Album hört? Man hört das ganze Album durch, nicht nur einzelne Songs. Genau so ein Album wollten wir machen. Wir wollten eine Atmosphäre schaffen, die sich durch das ganze Album zieht.“[9]

Piece of Pie entstand aus einem Demo namens Only Dying. Es sollte der Beitrag der Band zum Soundtrack von The Crow sein, wurde aber nach dem Tod des Schauspielers Brandon Lee zurückgezogen. Big Empty, die erste Single ihres zweiten Albums Purple, wurde als Ersatz verwendet.[20] Der Text zu Plush entstand in einem Whirlpool und basiert auf einer wahren Begebenheit: Anfang der 90er-Jahre wurde eine Frau entführt und später tot aufgefunden. Dies dient als Metapher für eine zerbrochene Beziehung. Kretz erwähnte sogar den Tag der Toten als Inspiration, ebenso wie die Unsicherheit der Band bezüglich ihrer Zukunft.[21]

Titelliste

Alle Songtexte stammen von Scott Weiland, außer anders angegeben.

  1. Dead & Bloated – 5:10 (Musik: Robert DeLeo, Weiland)
  2. Sex Type Thing – 3:37 (Musik: Dean DeLeo, Eric Kretz)
  3. Wicked Garden – 4:05 (Musik: R. DeLeo, D. DeLeo)
  4. No Memory (Instrumental) – 1:20 (Musik: D. DeLeo)
  5. Sin – 6:04 (Musik: R. DeLeo)
  6. Naked Sunday – 3:49 (Musik: R. DeLeo, D. DeLeo, Kretz, Weiland)
  7. Creep – 5:34 (Musik: R. DeLeo; Text: Weiland, R. DeLeo)
  8. Piece of Pie – 5:24 (Musik: R. DeLeo)
  9. Plush – 5:13 (Musik: R. DeLeo; Text: Weiland, Kretz)
  10. Wet My Bed – 1:36 (Musik: R. DeLeo)
  11. Crackerman – 3:14 (Musik: R. DeLeo, Kretz)
  12. Where the River Goes – 8:30 (Musik: D. DeLeo, Kretz)

Gesamtlänge: 53:36

Veröffentlichungen und kommerzieller Erfolg

Core erschien am 29. September 1992. Es wurde in den USA am 20. April 1993 mit Gold und am 9. Juni 1993 mit Platin ausgezeichnet; seitdem hat es Achtfach-Platin erreicht.[22] Am 3. Juli 1993 erreichte das Album Platz 3 der Billboard 200.[3] Die Stone Temple Pilots gingen auf Tournee und traten als Vorband von Rage Against the Machine und Megadeth auf. Die erste Single Sex Type Thing wurde im Dezember 1992 vor Tourbeginn veröffentlicht und lief in Medium Rotation auf MTV USA. Plush war die Durchbruchsingle der Band und erreichte Platz 1 der Billboard Album Rock Tracks. Das Musikvideo brachte der Band 1993 einen MTV Video Music Award als „Best New Artist“ und im März 1994 einen Grammy für die „Best Hard Rock Performance“ ein.[23]

Creep war die dritte Singleauskopplung und erreichte Platz 2 der Billboard-Album-Rock-Charts. Die Band bewarb Core auch mit einer Tournee durch Amerika und Europa. Im November 1993 spielte die Band ein Konzert für MTV Unplugged, das im Januar 1994 ausgestrahlt wurde. Der Auftritt wurde nie als eigenständiges Album veröffentlicht und war viele Jahre lang nur als Bootleg erhältlich, bis er 2017 auf der Deluxe-Neuauflage von Core enthalten war.[24]

Rezeption

Core wurde nach seiner Veröffentlichung von Kritikern zunächst ignoriert. Die Band erlangte jedoch Bekanntheit, als das Album häufig im Radio gespielt wurde. Kritiker warfen der Band vor, den Sound anderer populärer Alternative-Rock-Bands, vor allem von Pearl Jam, kopiert zu haben. Auch die Leadsingle Sex Type Thing sorgte für Kontroversen, da viele behaupteten, der Text verherrliche Vergewaltigung. Deborah Frost von Entertainment Weekly schrieb, der Song sei „Mike Tysons Verteidigungsrede in Grunge-Rock-Manier. Es ist unklar, ob STP, die klingen, als hätten Pearl Jam eine Bruchlandung in Alice in Chains hinein hingelegt, ihren Erzähler verurteilen oder sich mit ihm identifizieren. Mit einer klaren Aussage könnte diese Band mehr sein als nur ein Unfall.“[25]

Paul Evans vom Rolling Stone resümierte: „Das innere Kind der Stone Temple Pilots ist Iron Maiden, und dieses Kind hört einfach nicht auf zu heulen.“ Don Kaye von Kerrang! lobte das „Selbstbewusstsein und die Identität“ der Band, die für Debütalben ungewöhnlich seien.[26] Jeremy Clarke von Select lobte das Album ebenfalls: „Core ist ‚the real thing‘ – ein hartes, vielschichtiges und gut hörbares Album mit genug Eigenständigkeit, um jeglichen Vorwurf der billigen Nachahmung von vornherein auszuschließen. Was STP auszeichnet, ist nicht nur ihr Sound, sondern auch der respektable Versuch, Metal mit Tiefgang zu spielen.“[27]

Die zunehmende Kluft zwischen Kritikern und Fans der Band zeigte sich in einer Ausgabe des Rolling Stone vom Januar 1994, in der die Kritiker und Leser des Magazins Stone Temple Pilots sowohl zur schlechtesten als auch zur besten neuen Band kürten.[28] Während der Reunion der Band im Jahr 2008 reflektierte Weiland gegenüber Entertainment Weekly über die anfänglich gemischten Kritiken zu Core: „Es war anfangs wirklich schmerzhaft, weil ich einfach davon ausgegangen war, dass die Kritiker verstehen würden, woher wir kommen, und dass das eben keine dummen Rocksongs sind.“[29]

Einzelnachweise

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