Coronel Vivida

Gemeinde im Bundesstaat Paraná, Brasilien From Wikipedia, the free encyclopedia

Coronel Vivida ist ein brasilianisches Munizip im Süden des Bundesstaats Paraná. Es hat 23.331 Einwohner (2022), die sich Coronel-Vividenser nennen. Seine Fläche beträgt 684 km². Es liegt 706 Meter über dem Meeresspiegel.

Gründung14. Dezember 1955Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Schnelle Fakten Município de Coronel Vivida, Symbole ...
Município de Coronel Vivida
Coronel Vivida

Maisernte 2010 im Distrikt Alto Pinhal von Coronel Vivida
Coronel Vivida (Brasilien)
Coronel Vivida (Brasilien)
Coronel Vivida
Koordinaten 25° 59′ S, 52° 34′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Paraná
Symbole
Wappen
Flagge
Gründung 14. Dezember 1955Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Paraná
Região intermediária Cascavel (seit 2017)
Região imediata Pato Branco (seit 2017)
Mesoregion Sudoeste Paranaense (1989–2017)
Mikroregion Pato Branco (1989–2017)
Höhe 706 m
Klima gemäßigt warm (Cfa)
Fläche 684 km²
Einwohner 23.331 (Volkszählung 2022)
Dichte 34,1 Ew./km²
Gemeindecode IBGE: 4106506
Politik
Stadtpräfekt Anderson Manique Barreto (2025–2028)
Partei PSD
Wirtschaft
BIP 674,1 Mio. R$Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
32.514 R$ pro Kopf
(2019)
HDI 0,723 (hoch) (2010)
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Etymologie

Einmal erlegten Jäger in dem Sumpfgebiet, in dem der Rio Barro Preto entspringt, einen großen Tapir. Als sie das im Schlamm versunkene Tier herauszogen, stellten sie fest, dass es schwarz war. Sie waren erstaunt über den schwarzen Lehm (portugiesisch: Barro Preto), den sie gefunden hatten.

Später wurde der Name Barro Preto durch den Spitznamen eines Obersts aus der Gemeinde Palmas ersetzt, der Firmino Teixeira Baptista hieß. Als Urwaldpionier und später als Politiker und Verwalter hatte er sich viele Jahre lang um die Gemeinden der Region verdient gemacht. Er hatte die Angewohnheit, seine Lebensfreude mit dem Ausruf “que vida!” (deutsch: "Was für ein Leben!") zum Ausdruck zu bringen. Er stotterte, so dass er die erste Silbe oft verdoppelte: “que vivida!”. Dies brachte ihm den Spitznamen Coronel Vivida ein.[1][2]

Geschichte

Besiedlung

Die Geschichte des Munizips ist mit der Entdeckung der Campos de Palmas verbunden. Im 17. Jahrhundert führte Zacarias Dias Côrtes ausgehend von Curitiba eine Expedition hierher. Viele Jahre später wurde die Freguesia de Palmas gegründet, aus der die heutigen Munizipien União da Vitória, Mangueirinha, Chopinzinho und Coronel Vivida hervorgingen.

Die Besiedlung von Coronel Vivida beginnt 1920 an einem Platz namens Jacutinga. Südlich davon, in Richtung Pato Branco, wurden 1940 die ersten Grundsteine von Palmeirinha gelegt. Von Jacutinga aus stieß Pedro Poleze, der erste Bewohner des Ortes, in das Gebiet der heutigen Kernstadt vor. Er kam in Begleitung seines Bruders João Poleze zur Jagd.[2]

Erhebung zum Munizip

Coronel Vivida wurde durch das Staatsgesetz Nr. 253 vom 26. November 1954 aus Mangueirinha ausgegliedert und in den Rang eines Munizips erhoben. Es wurde am 14. Dezember 1955 als Munizip installiert.[1]

Geografie

Fläche und Lage

Coronel Vivida liegt auf dem Terceiro Planalto Paranaense (der Dritten oder Guarapuava-Hochebene von Paraná).[3] Seine Fläche beträgt 684 km².[4] Es liegt auf einer Höhe von 706 Metern.[5]

Vegetation

Das Biom von Coronel Vivida ist Mata Atlântica.[4]

Klima

Das Klima ist gemäßigt warm. Es werden hohe Niederschlagsmengen verzeichnet (1923 mm pro Jahr). Im Jahresdurchschnitt liegt die Temperatur bei 19,2, °C. Die Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger lautet Cfa.[6]

Gewässer

Coronel Vivida liegt im Einzugsgebiet des Iguaçu. Dessen linker Nebenfluss Rio Chopim bildet die südliche Grenze des Munizips. Zu ihm fließen innerhalb des Munizips der Rio Jacutinga, der Rio Quieto und der Rio Surubi.

Straßen

Coronel Vivida liegt an der BR-373, die Pato Branco im Süden mit der BR-277 im Norden verbindet. Über die BR-158 kommt man im Norden nach Laranjeiras do Sul.

Terras Indígenas

Im Gebiet des Munizips liegen 10 % der Reserva Indígena Mangueirinha. Die weiteren 90 % liegen in Chopinzinho und Mangueirinha. Gemäß der Datenbank der indigenen Territorien des Instituto Socioambiental leben hier 765 Menschen von den Völkern der Guarani, der Guarani Mbya und der Kaingang.(Stand: 2014).[7]

Weitere Informationen Terra indígena, Völker ...
Terra indígena Völker Bewohner Fläche (km²) Bewohner pro km² Kategorie
Mangueirinha Guarani, Guarani Mbya und Kaingang 765 164 4,7 Reserva Indígena
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Nachbarmunizipien

São João Chopinzinho
Itapejara d’Oeste Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Mangueirinha
Pato Branco Honório Serpa

Stadtverwaltung

Bürgermeister: Anderson Manique Barreto, PSD (2025–2028)[8]

Vizebürgermeister: João Marcos Miotto (2025–2028)[9]

Demografie

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner Stadt Land
1960 14.552 9 % 91 %
1970 22.413 16 % 84 %
1980 26.947 38 % 62 %
1991 25.140 49 % 51 %
2000 23.306 63 % 37 %
2010 21.749 71 % 29 %
2022 23.331
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Quelle: IBGE (2011)[10] und Volkszählung 2022

Ethnische Zusammensetzung

Weitere Informationen Gruppe *, wer sich als … ...
Gruppe * 1991 2000 2010 wer sich als …
Weiße 76,8 % 72,5 % 73,1 % weiß bezeichnet
Schwarze 0,7 % 1,0 % 2,5 % schwarz bezeichnet
Gelbe 0,1 % 0,0 % 0,3 % von fernöstlicher Herkunft wie japanisch, chinesisch, koreanisch etc. bezeichnet
Braune 22,3 % 25,4 % 23,3 % braun oder als Mischung aus mehreren Gruppen bezeichnet
Indigene 0,1 % 0,9 % 0,7 % Ureinwohner oder Indio bezeichnet
ohne Angabe 0,0 % 0,2 % 0,0 %
Gesamt 100,0 % 100,0 % 100,0 %
*) Das IBGE verwendet für Volkszählungen ausschließlich diese fünf Gruppen. Es verzichtet bewusst auf Erläuterungen. Die Zugehörigkeit wird vom Einwohner selbst festgelegt.[11]
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Quelle: IBGE (Stand: 1991, 2000 und 2010)[12]

Wirtschaft

Kennzahlen

Mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner von 32.513,78 R$ bzw. rund 7.200 €[13] lag Coronel Vivida 2019 auf dem 152. Platz im zweiten Viertel der 399 Munizipien Paranás.[14]

Sein hoher Index der menschlichen Entwicklung von 0,723 (2010) setzte es auf den 108. Platz ebenfalls im zweiten Viertel der paranaischen Munizipien.[15]

Commons: Coronel Vivida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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