Corvolus
Herzog des Friaul
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Corvolus (bl. um 704) war als Nachfolger Landaris und Vorgänger Ansfrits Herzog des Friaul; er wurde nach einer Beleidigung des Langobardenkönigs geblendet und starb zu einem unbekannten Zeitpunkt.

Die einzige Quelle zu seinem Leben ist die Historia Langobardorum des Friulaners und Langobarden Paulus Diaconus vom Ende des 8. Jahrhunderts. Dieser erwähnt ihn als Nachfolger des gestürzten Herzogs Ferdulf mit den Worten: „Mortuo itaque Ferdulfo duce hoc modo in eius loco ordinatus est Corvolus. Quo pauco tempore ducatum tenens, dum regem offendisset, evulsis oculis dedecorose vixit.“ (Historia Langobardorum, liber VI, 25), oder, wie Wolfgang Schwarz übersetzt: ‚Nachdem also Herzog Ferdulf auf die beschriebene Weise den Tod gefunden hatte, erhielt Corvolus dessen Amt. Dieser war nur kurze Zeit Herzog. Nach einer Majestätsbeleidigung verbrachte er sein Leben geblendet und aller Ehren beraubt.‘[1] Somit ist außer dem Namen des Herzogs nur die Tatsache überliefert, dass er König Aripert II. beleidigt hatte – wodurch bleibt unklar – und dass er daraufhin geblendet wurde und entehrt weiterlebte. Ob es sich bei der offensio um eine Rebellion gehandelt hat, wie Jörg Jarnut annahm, bleibt unklar.[2]
Quellen
- Ludwig Bethmann und Georg Waitz (Hrsg.): Paulus Diaconus, Historia Langobardorum, in: Monumenta Germaniae Historica, Scriptores rerum Langobardicarum et Italicarum saec. VI–IX, Hahn, Hannover 1878, liber VI, 25.
- Wolfgang F. Schwarz (Hrsg.): Paulus Diaconus: Historia Langobardorum – Geschichte der Langobarden, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009 (lateinisch–deutsch).