Coubjours
französische Gemeinde
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Coubjours (Aussprache [kuˈʒuʁ], okzitanisch Cojors) ist eine französische Gemeinde mit 109 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Sarlat-la-Canéda und zum Gemeindeverband Communauté de communes Terrassonnais Haut Périgord Noir. Die Bewohner werden Coubjourois und Coubjouroises genannt.
| Coubjours Cojors | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Sarlat-la-Canéda | |
| Kanton | Le Haut-Périgord noir | |
| Gemeindeverband | Terrassonnais Haut Périgord Noir | |
| Koordinaten | 45° 15′ N, 1° 15′ O | |
| Höhe | 171–337 m | |
| Fläche | 9,55 km² | |
| Einwohner | 109 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 11 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24390 | |
| INSEE-Code | 24136 | |
Blick auf Coubjours | ||
Geografie

Coubjours liegt etwa 43 Kilometer ostnordöstlich von Périgueux, etwa 24 Kilometer westnordwestlich von Brive-la-Gaillarde und etwa 40 Kilometer nördlich von Sarlat-la-Canéda an der Grenze zum benachbarten Département Corrèze. Die Gemeinde befindet sich in der Région naturelle des Périgord central, Teil des touristisch benannten Périgord noir. Ihr Gebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert vom Ruisseau de Mamouret, vom Ruisseau des Rebières sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Coubjours liegt auf der zweiten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus sehr hartem Kalkstein aus dem Jura, den das Meer durch chemische Karbonatsedimentation in dicken und massiven Schichten abgelagert hat.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, die aus dem Känozoikum stammen, sowie Sedimentgesteine aus dem Mesozoikum.
Das Gebiet der Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige, leicht bewaldete Landschaft, die durch die Flusstäler markant eingeschnitten wird und deren Erhebungen im Norden über 300 m betragen. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 337 m im Norden in der Nähe des Weilers Champuy. Der tiefste Punkt mit 157 m ist im äußersten Süden beim Austritt des Ruisseau de Mamouret aus dem Gemeindegebiet anzutreffen. Das Zentrum liegt auf etwa 278 m Höhe.
Rund 69 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich genutzt, rund 31 % sind bewaldet.[2]
Coubjours wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:
| Teillots | Segonzac (Corrèze) | |
| Saint-Robert (Corrèze) | ||
| Badefols-d’Ans | Louignac (Corrèze) |
Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Coubjours als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen
- Radonemanationen.
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 90 % des Gemeindegebiets von einer mittleren Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 1989 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.
In einigen Teilen des Landes kann Radon, das sich in manchen Häusern und anderen Gebäuden ansammelt, eine erhebliche Belastung für die Bevölkerung durch ionisierende Strahlung darstellen. Laut der Klassifizierung von 2018 ist die Gemeinde Coubjours der Zone 3 von 3 zugeordnet, was bedeutet, dass dort ein erhöhtes Radonpotenzial besteht. Technische Lösungen zur Reduktion der Radonexposition sollten individuell für jedes Gebäude ausgewählt und angepasst werden. Nach der Umsetzung dieser Maßnahmen wird empfohlen, deren Wirksamkeit durch erneute Radonmessungen zu überprüfen.[4]
Etymologie und Geschichte
Obwohl seine Kirche in Teilen gotisch ist, erschien der Name des Dorfes erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts um einen Buchstaben gegenüber der heutigen Schreibweise verkürzt: Coujours (1774). Er war wahrscheinlich verschieden in weiter zurückliegenden Zeiten, aber da es keine früheren Belege gibt, lässt sich nur eine Hypothese über seinen Ursprung aufstellen. Eine Annäherung mit Coujoulas (deutsch Wiese, auf der die Tiere grasen), belegt in der Okzitanischen Sprache, spricht die Autoren an, aber ist nicht überzeugend.[5]
Bei der Gründung der Départements gehörte Coubjours zunächst zum Département Corrèze, bevor es 1793 dem Département Dordogne angegliedert wurde. Der lokalen Überlieferung zufolge markiert ein Kreuz am Dorfeingang den Ort einer blutigen Schlacht, die sich angeblich während der Hugenottenkriege ereignet haben soll.[6]
Bevölkerungsentwicklung
| Coubjours: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 440 | |||
| 1800 | 365 | |||
| 1806 | 364 | |||
| 1821 | 424 | |||
| 1831 | 489 | |||
| 1836 | 446 | |||
| 1841 | 459 | |||
| 1846 | 478 | |||
| 1851 | 501 | |||
| 1856 | 490 | |||
| 1861 | 464 | |||
| 1866 | 470 | |||
| 1872 | 418 | |||
| 1876 | 441 | |||
| 1881 | 439 | |||
| 1886 | 466 | |||
| 1891 | 450 | |||
| 1896 | 474 | |||
| 1901 | 439 | |||
| 1906 | 450 | |||
| 1911 | 432 | |||
| 1921 | 389 | |||
| 1926 | 367 | |||
| 1931 | 328 | |||
| 1936 | 341 | |||
| 1946 | 316 | |||
| 1954 | 284 | |||
| 1962 | 264 | |||
| 1968 | 236 | |||
| 1975 | 205 | |||
| 1982 | 183 | |||
| 1990 | 175 | |||
| 1999 | 153 | |||
| 2006 | 149 | |||
| 2013 | 149 | |||
| 2020 | 113 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Kirche Saint-Antoine aus dem 12. Jahrhundert, seit 1974 als Monument historique eingeschrieben
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 47 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Coubjours erwerbstätig, entsprechend 81,7 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (90,3 %) höher war als bei den Frauen (72,4 %).[11]
Branchen und Betriebe
13 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Coubjours wirtschaftlich aktiv:[11]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 13 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 3 | 23,1 % |
| Baugewerbe | 1 | 7,7 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 3 | 23,1 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 2 | 15,4 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 4 | 30,8 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 27 bei der Landwirtschaftszählung von 1988, auf 18 im Jahr 2000, auf 15 im Jahr 2010 und auf 11 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 59,3 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 702 Hektar im Jahre 1988 auf 769 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg deutlich von 26 Hektar auf 69,9 Hektar.[13][14][15]
Verkehr
Die Departementsstraße D 71 durchquert das Zentrum von Coubjours und verbindet es im Westen mit Badefols-d’Ans, im Osten mit Saint-Robert. Lokale Landstraßen führen zu den Weilern der Gemeinde und weiteren Nachbargemeinden.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
