Trans-Crotonaldehyd

toxische organische Verbindung, Naturstoff, Zwischenprodukt der Chemieindustrie From Wikipedia, the free encyclopedia

trans-Crotonaldehyd ist eine organisch-chemische Verbindung aus der Stoffgruppe der ungesättigten Aldehyde. Es ist eines der beiden Strukturisomere der Crotonaldehyde, daneben existiert noch der technisch weitaus weniger bedeutende cis-Crotonaldehyd.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von (E)-Crotonaldehyd
Allgemeines
Name trans-Crotonaldehyd
Andere Namen
  • (2E)-But-2-enal (IUPAC)
  • trans-2-Butenal
  • beta-Methylacrolein
  • trans-Propylenaldehyd
  • Acraldehyd
  • Aldehydether
  • trans-But-2-en-1-al
  • alpha-Oxo-beta-Butylen
Summenformel C4H6O
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit scharfem, stickigen Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 123-73-9
EG-Nummer 204-647-1
ECHA-InfoCard 100.004.226
PubChem 447466
ChemSpider 394562
DrugBank DB04381
Wikidata Q416036
Eigenschaften
Molare Masse 70,09 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

0,85 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−74 °C[1]

Siedepunkt

102 °C[1]

Dampfdruck
  • 24 hPa (20 °C)[1]
  • 37 hPa (30 °C)[1]
  • 101 hPa (40 °C)[1]
  • 157 hPa (50 °C)[1]
Löslichkeit
  • leicht löslich in Wasser (176 g·l−1 bei 20 °C)[1]
  • leicht mischbar mit organischen Lösungsmitteln[2]
Brechungsindex

1,4362 (20 °C)[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 225301311330315318335341373400
P: 210273280303+361+353304+340+310305+351+338[1]
MAK
  • DFG: keine Einstufung, da Verdacht auf krebserzeugende Wirkung[1]
  • Schweiz: 0,34 ml·m−3 bzw. 1 mg·m−3[5]
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−138,7 kJ/mol[6]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Vorkommen

In der Natur kommt Crotonaldehyd vor allem im Crotonöl, welches aus den Pflanzen der Gattung Croton hergestellt wird, vor.[7]

Gewinnung und Darstellung

Großtechnisch hergestellt wird trans-Crotonaldehyd durch eine basenkatalysierte Aldolreaktion von Acetaldehyd. Dieses wird zunächst in einer Aldoladditionsreaktion bei milden Temperaturen zu 3-Hydroxybutanal (Acetaldol) umgesetzt. Im Anschluss erfolgt eine Aldolkondensationsreaktion bei erhöhter Temperatur und mit Essigsäure als Katalysator zu trans-Crotonaldehyd.[2][8]

Synthese von trans-Crotonaldehyd
Synthese von trans-Crotonaldehyd

Die Aufarbeitung des Produkts erfolgt durch mehrstufige Destillation.[2][8]

Eigenschaften

Crotonaldehyd ist eine leicht brennbare Flüssigkeit mit stechendem Geruch. Die Verbindung ist in Wasser nur wenig, in gängigen organischen Lösungsmitteln dagegen gut löslich. Sie neigt in Gegenwart von Sauerstoff zur Bildung von Peroxiden und zur Autoxidation.

Biologische Bedeutung

Im menschlichen Körper entsteht Crotonaldehyd ebenfalls aus Acetaldehyd. Polyamine, normalerweise natürliche Schutzstoffe der Zelle, erleichtern nach dem Alkoholkonsum die Umwandlung von Acetaldehyd in Crotonaldehyd. Dieses wiederum steht in starkem Verdacht, die DNA zu verändern und für die Entstehung von Krebs verantwortlich zu sein.

Verwendung

Die Oxidation von Crotonaldehyd liefert Crotonsäure.[9] Die Reduktion von Crotonaldehyd liefert Crotylalkohol.[10][11]

Commons: Trans-Crotonaldehyd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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