Ozeanischer Schlangenaugenskink
Art der Gattung Cryptoblepharus
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Cryptoblepharus poecilopleurus, der Ozeanische Schlangenaugenskink, ist eine Skink-Art aus der Gattung Cryptoblepharus, die auf zahlreichen pazifischen Inseln zu finden ist.[1]

| Ozeanischer Schlangenaugenskink | ||||||||||||
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Cryptoblepharus poecilopleurus beobachtet auf Hawaii | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Cryptoblepharus poecilopleurus | ||||||||||||
| (Wiegmann, 1836) |
Beschreibung
Cryptoblepharus poecilopleurus hat eine Kopf-Rumpf-Länge (SVL) von bis zu 45 mm mit einer schlanken und abgeflachten Körperform. Die Augenlidschuppe ist durchsichtig und über dem Auge verwachsen, sodass er nicht blinzeln kann, was der Gattung den Namen Schlangenaugenskink einbrachte. Das Auge wird von kleinen, körnigen Schuppen und in der Regel drei vergrößerten oberen Ziliarscheiben umrandet. Die frontoparietalen und interparietalen Schilde sind normalerweise miteinander verwachsen und bilden einen großen, ungefähr rautenförmigen Schild. Die Stirn ist kurz und etwa so lang wie breit. Die Gliedmaßen sind gut entwickelt, fünfzeilig mit langen, subzylindrischen Fingern.[2]
Vorkommen und Verhalten
Cryptoblepharus poecilopleurus kommt auf zahlreichen pazifischen Inseln vor, insbesondere auf nahezu allen Inseln der Marianen und ist sogar auf den wichtigsten hawaiianischen Inseln verbreitet und war dort wahrscheinlich schon vor der Ankunft des Menschen präsent. Die Subspezies C. poecilopleurus paschalis ist auf der Osterinsel endemisch. Die Art ist in ihrem Bestand nicht gefährdet, in der Rote Liste gefährdeter Arten des IUCN wird sie unter „LC (least concern)“ geführt.[3] C. poecilopleurus bevorzugt offene, sonnige Bereiche wie Kasuarinen-Wälder, vegetationsarme Lavafelder, Strände, Gärten oder Strand-Vegetation.
Es lebt auf dem Boden, auf Bäumen, teilweise auch in Erdlöchern. Die Art kann unterschiedliche ökologische Nischen nutzen, die von anderen Skink-Arten nicht besetzt werden.[4] Cryptoblepharus poecilopleurus ernährt sich hauptsächlich von kleinen Gliederfüßern, bevorzugt Ameisen, Käfern, Strandfliegen, Kakerlaken, Sandflöhen, Schmetterlingen und Spinnen. Gelegentlich wurde auch der Verzehr von Pflanzenbestandteilen beobachtet.
C. poecilopleurus ist ein eierlegendes, tagaktives Reptil. Es kann gut klettern und verbringt die meiste Zeit in Bäumen. Es verteidigt sein Territorium in erster Linie durch Imponierverhalten und nicht durch körperliche Kämpfe.[5]
Taxonomie
Cryptoblepharus poecilopleurus gehört zur Gattung Cryptoblepharus und der Unterfamilie der Eugongylinae, zu denen als einzige europäische Vertreterin auch die Johannisechse gehört. Die Art wurde 1836 mitsamt der Gattung durch den deutschen Zoologen Arend Friedrich August Wiegmann (1802–1841) bestimmt. Nach der Abgrenzung der Subspezies Cryptoblepharus poecilopleurus paschalis durch Samuel Garman 1908 erhielt die erstbeschriebene Subspezies den wissenschaftlichen Namen Cryptoblepharus poecilopleurus poecilopleurus.[6]
Der Gattungsname leitet sich von den altgriechischen Worten κρυπτός [versteckt] und βλέφαρον [Augenlid] ab. Der Artname beschreibt das Aussehen mit den Worten ποικίλος [gefleckt, vielfarbig] und πλευρά [Flanke].[6]
Literatur
- Eric R. Pianka, Laurie J. Vitt: Lizards. Windows to the Evolution of Diversity (= Organisms and Environments. Bd. 5). University of California Press, Berkeley CA u. a. 2003, ISBN 0-520-23401-4.
- M.G. Gardner, A.F. Hugall, S.C. Donnellan, M.N. Hutchinson und R. Foster: Molecular systematics of social skinks: phylogeny and taxonomy of the Egernia group (Reptilia: Scincidae). Zoological Journal of the Linnean Society Bd. 154, 2008, 781–794.