Cunèges
französische Gemeinde
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Cunèges (Aussprache [kyˈnɛʒ], okzitanisch Cunèja) ist eine französische Gemeinde mit 314 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération Bergeracoise. Die Einwohner werden Cunégeois und Cunégeoises genannt.
| Cunèges | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Bergerac | |
| Kanton | Sud-Bergeracois | |
| Gemeindeverband | Bergeracoise | |
| Koordinaten | 44° 47′ N, 0° 22′ O | |
| Höhe | 36–128 m | |
| Fläche | 5,98 km² | |
| Einwohner | 314 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 53 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24240 | |
| INSEE-Code | 24148 | |
Pfarrkirche Saint-Barthélemy | ||
Geografie

Cunèges liegt etwa 52 Kilometer südwestlich von Périgueux, etwa 68 Kilometer westsüdwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 12 Kilometer südwestlich von Bergerac in der Région naturelle des Bergeracois, im Landesteil des touristisch benannten Périgord pourpre.
Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Gardonnette, die es im Nordosten begrenzt, vom Ruisseau du Vacher, der es im Westen und Nordwesten begrenzt, sowie von mehreren kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Cunèges liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, die aus dem Känozoikum datieren.
Das Relief des Gemeindegebiets weist eine kaum bewaldete, gewellte Hügellandschaft auf, die von den Tälern der genannten Flüsse begrenzt wird. Der topografisch höchste Punkt befindet sich südöstlich und unweit des Zentrums auf 128 m Höhe. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Norden mit 36 m Höhe beim Zusammenfluss von Gardonnette und Ruisseau du Vacher und gleichzeitigem Austritt der Gardonnette aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf etwa 113 m.
Rund 82 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, überwiegend heterogen genutzt, rund 11 % sind bewaldet, auf bebaute Flächen entfallen rund 7 %.[2]
Umgeben wird Cunèges von den fünf Nachbargemeinden:
| Gageac-et-Rouillac | Pomport | |
| Monestier | ||
| Thénac | Sigoulès-et-Flaugeac |
Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Cunèges neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen.
In einem großen Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa zwei Drittel des Gemeindegebiets von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1992, 2005 und 2011 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes erschien erst im 14. Jahrhundert in einer latinisierten Schreibweise, die von unserer bekannten Form weit abweicht, Quinogium (1365). Aus der Zeit der Renaissance ist die Form Cuneria belegt (1554). Cunèges hat einen unklaren Ursprung. Der Name könnte vielleicht von einem gallorömischen Personennamen Quinidius stammen. Er könnte aber von einem präkeltischen Wort °cun kommen, das eine Anhöhe bezeichnete, begleitet von einem Suffix.[5] Eine andere Hypothese sieht den Ursprung des Dorfnamens vom lateinischen cuneus (deutsch Winkel) abgeleitet.[6]
Im Ancien Régime war Cunèges eine bedeutende Pfarrgemeinde. Deshalb wurde sie Hauptort eines Kantons unter der Konstituanten, der Nationalversammlung zu Beginn der Französischen Revolution. Erst 1817 wurde der Hauptort des Kantons nach Sigoulès verlegt.[7][8]
Einwohnerentwicklung
| Cunèges: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 462 | |||
| 1800 | 407 | |||
| 1806 | 406 | |||
| 1821 | 436 | |||
| 1831 | 453 | |||
| 1836 | 474 | |||
| 1841 | 446 | |||
| 1846 | 452 | |||
| 1851 | 504 | |||
| 1856 | 415 | |||
| 1861 | 422 | |||
| 1866 | 419 | |||
| 1872 | 427 | |||
| 1876 | 438 | |||
| 1881 | 381 | |||
| 1886 | 324 | |||
| 1891 | 356 | |||
| 1896 | 355 | |||
| 1901 | 332 | |||
| 1906 | 323 | |||
| 1911 | 300 | |||
| 1921 | 273 | |||
| 1926 | 302 | |||
| 1931 | 263 | |||
| 1936 | 295 | |||
| 1946 | 285 | |||
| 1954 | 270 | |||
| 1962 | 249 | |||
| 1968 | 214 | |||
| 1975 | 194 | |||
| 1982 | 206 | |||
| 1990 | 201 | |||
| 1999 | 255 | |||
| 2006 | 308 | |||
| 2013 | 297 | |||
| 2020 | 295 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[8] INSEE ab 2006[9][10][11] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
Die Pfarrkirche Saint-Barthélemy geht bis auf das 13. Jahrhundert zurück. Die dem Apostel Bartholomäus geweihte Kirche besitzt ein breites Gewölbe und ein massives Eingangsportal. Ihre Glocke ist 1771 von einem gewissen Soyer gegossen worden. Die vorherige Glocke war gesprungen und Soyer verwendete die Bronze der alten für den Guss der neuen Glocke. Die Legende besagt, dass selbst die Gemeindemitglieder Silbermünzen und Schmuck dazu beigetragen haben. Die Glocke wiegt ca. 350 kg.[7][6]
Das Kircheninnere birgt eine Statue der Schmerzensmutter. Das 115 cm große Werk ist polychrom bemalt, aus Holz gefertigt und datiert aus dem 17. Jahrhundert. Maria ist stehend dargestellt mit einem Schwert in ihrer Brust. Die Statue ist seit dem 18. Mai 1961 als bewegliches Objekt als Monument historique klassifiziert.[12]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 131 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Cunèges erwerbstätig, entsprechend 72,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (69,3 %) wesentlich niedriger war als bei den Frauen (75,3 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 10 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (16). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 12,5 % (2016) auf 7,6 % (2022). Dabei gab es 2022 in der Altersklasse der 15- bis 24-Jährigen keine Arbeitslosen mehr.[13]
Branchen und Betriebe
27 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Cunèges wirtschaftlich aktiv:[13]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 27 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 4 | 14,8 % |
| Baugewerbe | 2 | 7,4 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 5 | 18,5 % |
| Finanzen und Versicherungen | 3 | 11,1 % |
| Immobilien | 1 | 3,7 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 6 | 22,2 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 3 | 11,1 % |
| Andere Dienstleistungen | 3 | 11,1 % |
Landwirtschaft
Cunèges liegt in den Zonen AOC des Bergerac mit den Appellationen Bergerac und Côtes de Bergerac.[14]
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf dem Weinbau.[15] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde stieg von 9 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 10 im Jahr 2000, sank auf 7 im Jahr 2010 und stieg auf 8 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 11,1 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 360 Hektar im Jahre 1988 auf 303 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb verringerte sich von 40 Hektar auf 37,8 Hektar.[16][17][18]
Rund- und Fernwanderwege
- Der Fernwanderweg GR 6 von Sainte-Foy-la-Grande (Département Gironde) nach Saint-Paul-sur-Ubaye (Département Alpes-de-Haute-Provence) und der Fernwanderweg GR 654 von Namur in Belgien über Vézelay nach Saint-Jean-Pied-de-Port führen über einen kleinen Teil des nördlichen Gebiets der Gemeinde. Der GR 654 folgt der Via Lemovicensis, einem der vier Jakobswege in Frankreich.[19][20]
- Der Rundweg Boucle de Cunèges besitzt eine Länge von 11 Kilometern bei einem Höhenunterschied von 81 Metern. Er führt vom Zentrum durch das Gebiet der Gemeinde.[21]
Verkehr
Cunèges liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die nachgeordnete Departementsstraße D 16 und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und Nachbargemeinden.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
