Curt Pomp

deutscher Bildhauer und Restaurator From Wikipedia, the free encyclopedia

Curt Helm Pomp (* 10. August 1933 als Kurt Wilhelm Pomp in Neu-Titschein; † 8. August 2023 in Lüneburg) war ein deutscher Goldschmied, Bildhauer und Denkmalschützer. Er gilt in Lüneburg als „Retter der Altstadt“.

Gedenktafel für Curt Pomp an seinem ehemaligen Wohnhaus

Leben und Werk

1945 kam Pomp nach Euerdorf, wo er von 1946 bis 1948 die Dorfschule besuchte. Seine Mutter war auf der Flucht gestorben, sein Vater im Krieg vermisst. Von 1948 bis 1955 erfolgte die weitere schulische Ausbildung an Oberschule und Internat der Salesianer Don Boscos in Würzburg, wo er auch in der Pfadfinderschaft Sankt Georg aktiv war. In den Jahren 1954 bis 1956 arbeitete er zeitweise als Holzfäller in Lappland (Schweden), um seine Ausbildung zu finanzieren.

1955 bis 1957 war er in Ausbildung zum Kirchengoldschmied und zum Grafiker. Danach studierte er von 1957 bis 1961 Bildhauerei und Design an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 1961 restaurierte er ein Bauernhaus in Eckel im Landkreis Harburg und ließ sich dort als Bildhauer und Goldschmied nieder. Ende der 1960er Jahre zog er mit seiner damaligen Frau nach Lüneburg in ein vom Abriss bedrohtes Haus in der westlichen Altstadt.[1]

1972 gründete Pomp den „Arbeitskreis für die Erhaltung und Revitalisierung der Lüneburger Altstadt“, der 1974 als Arbeitskreis Lüneburger Altstadt (ALA) in das Vereinsregister eingetragen wurde.[1] Von 1974 bis 2015 war er dessen Vorsitzender.[2] Um Beratungs- und Bautätigkeiten bei der zunehmenden Zahl von Restaurierungsprojekten professioneller durchführen zu können, gründete er zusammen mit Dipl.-Ing. Volker Reinshagen das „Atelier für Restaurierung und Bauplanung (ARB)“, das bis 2011 tätig war.

Lüneburger Straßenlaterne, Design von Curt Pomp nach historischem Vorbild

Ein wesentliches Anliegen von Curt Pomp bei der Restaurierung von Baudenkmalen und der Erhaltung des Stadtbildes war die authentische Gestaltung auch im Detail. So entwarf er nach alten Vorbildern Ausleger für Geschäfte, Wetterfahnen für historische Giebel und eine Straßenlaterne nach Abbildungen aus Lüneburg aus der Zeit um 1800 als Alternative zu modernen oder fälschlich historisierenden Exemplaren.[3]

Curt Pomp ist der Ideengeber für die seit 1982 vom ALA veranstaltete „Alte Handwerkerstraße“ und den ebenfalls vom ALA seit 1983 jährlich durchgeführten „Historischen Christmarkt“. In den 1990er Jahren bewirkte er die Gründung von Denkmalschutzinitiativen in mehreren Städten der alten und der neuen Bundesländer.[1] Ein Beispiel hierfür ist der „Arbeitskreis Werbener Altstadt e. V.“ in der Hansestadt Werben (Elbe).[4]

Grabstätte von Curt Pomp auf dem Michaelisfriedhof Lüneburg

Curt Pomp starb wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag, an dem ihm die Ehrenbürgerwürde der Hansestadt Lüneburg verliehen werden sollte.[5] Er ruht in einer historischen Grabstätte auf dem Michaelisfriedhof in Lüneburg.[6]

Auszeichnungen

  • „Bürger des Jahres“, Sülfmeisterring des Bürgervereins Lüneburg, 14. Dezember 1986[7]
  • Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 29. August 1988[8]
  • Lüneburg-Medaille der Hansestadt Lüneburg für außerordentliche Leistungen im Ehrenamt, 4. Dezember 2009[9]
  • Ehrenvorsitzender des Arbeitskreises Lüneburger Altstadt e. V., 21. April 2015[2]

Literatur

Einzelnachweise

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