Cyclohexin
chemische Verbindung
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Cyclohexin ist eine organische Verbindung aus der Gruppe der Cycloalkine.
| Strukturformel | |||||||||||||
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| Allgemeines | |||||||||||||
| Name | Cyclohexin | ||||||||||||
| Summenformel | C6H8 | ||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||
| Molare Masse | 80,13 g·mol−1 | ||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||
Herstellung
Freies Cyclohexin wurde durch Flash-Vakuum-Pyrolyse von 4-Cyclopentyliden-3-methyl-5(4H)-isoxazolon hergestellt. Dieses bildet unter Abspaltung von Acetonitril und Kohlenstoffdioxid zunächst ein Carben mit einem Cyclopentan-Ring, welches unter Ringerweiterung Cyclohexin bildet. Das Produkt wurde auf bei 77 K (−196 °C) auf einer Kaliumbromid-Scheibe aufgefangen und mittels IR-Spektroskopie analysiert.[2]
Cyclohexin für Cycloadditions-Reaktionen kann in situ aus 2-Trimethylsilylcyclohexen-1-yltriflat hergestellt werden, das mit Caesiumfluorid umgesetzt wird.[3] Eine andere Möglichkeit ist die Eliminierung aus Cyclohexenylphenyliodoniumtetrafluoroborat, beispielsweise mit Kalium-tert-butanolat.[4]
Eigenschaften und Reaktionen
Beim Erwärmen zersetzt sich Cyclohexin zwischen −110 °C und −100 °C. Unter anderem wird durch Trimerisierung Dodecahydrotriphenylen gebildet.[2] Das hochreaktive Cylcohexin kann mit diversen Verbindungen in Cycloadditionen abgefangen werden. Dazu gehören unter anderem Benzylazid, Ethyldiazoacetat und Trimethylsilyldiazomethan.[3]
In situ aus Cyclohexenylphenyliodoniumtetrafluoroborat hergestelltes Cyclohexin wurde in Synthesen von Naturstoffen verwendet, zum Beispiel von Sandresolid A.[4]
Cyclohexin als Komplexligand
Die Bildung von Metallkomplexen stabilisiert Cyclohexin. Ein Platinkomplex von Cyclohexin kann durch Eliminierung aus 1-Bromcyclohexen mit Lithiumdiisopropylamid in Gegenwart von Tris(triphenylphosphin)platin(0) hergestellt werden.[5] Eine alternative Synthesemethode ist die Reduktion von 1,2-Dibromcyclohexen mit Natriumamalgam in Gegenwart von Tris(triphenylphosphin)platin(0).[6] Ein solcher Komplex kann auch Abfangen mit Tris(triphenylphosphin)platin(0) hergestellt werden, wenn Cyclohexenylphenyliodoniumtetrafluoroborat als Edukt für Cyclohexin verwendet wird.[4]
Ein anderer Komplex, in diesem Fall mit Zirconium, kann ausgehend von Methylzirconocenchlorid hergestellt werden, indem dieses zunächst mit Cyclohexenyllithium und dann mit Trimethylphosphin umgesetzt wird.[7]