Deutsches Institut für Urbanistik

Kommunalwissenschaftliches Institut mit Sitz in Berlin From Wikipedia, the free encyclopedia

Das in Berlin ansässige Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) ist das größte wissenschaftliche Institut in Deutschland, das sich mit kommunalen Themenfeldern beschäftigt.

Schnelle Fakten
Deutsches Institut für Urbanistik
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Rechtsform Gemeinnützige GmbH
Gründung 15. Februar 1973
Sitz Zimmerstraße 13–15
10969 Berlin
Deutschland
Leitung Jochen Monstadt, wissenschaftlicher Direktor

Luise Adrian, kaufmännische Geschäftsführerin

Jens Libbe, Prokurist, stellvertretender wissenschaftlicher Direktor

Ulrike Wolf, Prokuristin

Mitarbeiterzahl ca. 200
Branche Forschung
Website difu.de
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Struktur

Gegründet wurde das Difu 1973 in Berlin auf Initiative des Deutschen Städtetages. Es wird als Gemeinschaftseinrichtung durch den Bund, das Land Berlin und mehr als hundert deutsche Städte, Regional- sowie Umlandverbände und Planungsgemeinschaften getragen. Alleiniger Gesellschafter des als Gemeinnützige GmbH geführten Instituts ist der Verein für Kommunalwissenschaften e. V., dessen Mitglieder vom Deutschen Städtetag und dem Land Berlin benannt werden.

Bis Ende 2009 hatte das Difu seinen Sitz im Berliner Ernst-Reuter-Haus, seit Anfang 2010 ist der Hauptsitz des Instituts in der Zimmerstraße in der Nähe des Checkpoint Charlie.[1] Die Außenstelle in Köln, in der ein Großteil des Forschungsbereichs Umwelt untergebracht ist, befindet sich in der Gereonstraße, unweit der Kirche St. Gereon.

Das gemeinnützige und unabhängige Institut untersucht in Forschungsvorhaben kommunalpolitische Fragestellungen und stadtentwicklungsrelevante Forschungsthemen. Es erarbeitet darüber hinaus Empfehlungen und Grundlagen für die Arbeit der kommunalen Verwaltungen und der Kommunalpolitik.

Eine weitere zentrale Aufgabe des Difu ist die Fortbildung vorrangig kommunaler Führungskräfte in Form von praxisorientierten Seminaren, Forschungsseminaren, Workshops, Konferenzen oder Fachtagungen an institutseigenen Standorten oder vor Ort in den Kommunen. Neben der Wissensvermittlung steht hier der Erfahrungsaustausch im Vordergrund.

Das Difu ist in einer flachen Hierarchie organisiert, neben der Institutsleitung existieren Forschungsbereiche mit dazugehörigen Teams. Ferner ein Bereich, indem die Fortbildungs- und Informationsaktivitäten gebündelt sind:

  • Forschungsbereich Stadtentwicklung, Recht und Soziales
  • Forschungsbereich Infrastruktur, Wirtschaft und Finanzen
  • Forschungsbereich Mobilität
  • Forschungsbereich Umwelt
  • Bereich Wissensmanagement und Fortbildung

Direkt der Institutsleitung angegliedert sind die Stabsstellen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Redaktion sowie die allgemeine Verwaltung.

Beraten wird das Institut von einem wissenschaftlichen Beirat unter Vorsitz von Guido Spars. Er berät die Geschäftsführung und die Gesellschafterversammlung in fachlicher Hinsicht, vor allem im Hinblick auf Angelegenheiten, die von besonderer Bedeutung für die fachliche und wissenschaftliche Arbeit des Instituts sind, insbesondere das Forschungs-, Beratungs- und Fortbildungsprogramm, Projekte und Produkte, die Leitlinien der fachlichen Tätigkeit der Gesellschaft sowie die langfristige strategische Ausrichtung und Entwicklung der Gesellschaft.[2]

Wissensvermittlung

Das Difu vermittelt sein Wissen neben seinen Fortbildungsaktivitäten auch anhand zahlreicher Print- und Digitalpublikationen, Maßnahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, seinen umfangreichen Internetauftritt sowie über Social-Media-Kanäle (via Facebook seit 2011 und Bluesky seit 2024). Das Institut stellt den Kommunen außerdem über das Difu-Repository die bibliografischen Daten aller vom Difu herausgegebenen oder unter Mitwirkung des Difu entstandenen Publikationen, sowie Beiträge von Difu-Wissenschaftlern in externen Veröffentlichungen, wie Zeitschriften oder Sammelwerken zur Verfügung. Ferner die Datenbank Orlis, die den dem Difu angeschlossenen Kommunen, sog. Zuwenderstädte, kostenfrei im Internet verfügbar ist.

In mehreren Veröffentlichungsreihen und Zeitschriften werden die Ergebnisse vorwiegend der eigenen Forschungsvorhaben (manchmal auch externer Autoren) herausgegeben:

  • Zeitschriften
    • vierteljährlich die Difu-Berichte[3] (Ende 2025 im 51. Jahrgang). Diese erscheinen auch online.[4][5]
    • Moderne Stadtgeschichte – MSG (Fachzeitschrift erscheint zweimal jährlich in deutscher Sprache)
  • Schriftenreihen
    • Edition Difu – Stadt Forschung Praxis – Monografien und Sammelbände zu kommunalwissenschaftlichen Themen
    • Difu Policy-Papers – Aus der Difu-Forschung für die Politik: aktuell – fundiert – komprimiert
    • Difu-Impulse – Forschungsberichte
    • Sonderveröffentlichungen – Vom Difu mit seinen Partnern gemeinsam herausgegebene Publikationen

Institutsleiter

Projektbeispiele

Das Difu bearbeitet Projekte für verschiedene Auftraggeber sowie aus Eigenmitteln. Im Vordergrund steht bei allen Projekten die Praxisorientierung.[6]

Das beim Difu angesiedelte Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz (kurz SK:KK genannt) steht den deutschen Kommunen bei Fragen rund um den Klimaschutz zur Seite. Die Beratungseinrichtung wurde beim Difu 2012 angesiedelt und setzt das dort seit 2008 bestehende Angebot der Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz erweitert fort. Angeboten bzw. durchgeführt werden unter anderem:

  • Beratungen zum Förderprogramm für Kommunen im Rahmen der Kommunalrichtlinie (Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie Initialberatungen zu weiteren Förderprogrammen (z. B. der Bundesländer)
  • Fach-, Fortbildungs- und Vernetzungsveranstaltungen
  • Einen jährlich stattfindenden Wettbewerb Kommunaler Klimaschutz mit Preisgeldern zwischen 40.000 und 20.000 Euro
  • Fachveröffentlichungen und Veröffentlichung von Praxisbeispielen zum kommunalen Klimaschutz

Das Difu war ebenfalls Betreiber der Fahrradakademie.

Seit 2012 agiert das Difu bei der Organisation und Durchführung des Forums deutscher Wirtschaftsförderer in Berlin als Kooperationspartner des Deutschen Städtetags, des Deutschen Verbands der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften, des Deutschen Städte- und Gemeindebunds und des Deutschen Landkreistags.[7]

Einzelnachweise

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