DSB ES
Triebzüge der Baureihe ES der Danske Statsbaner
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Die Baureihe ES sind Triebzüge der Danske Statsbaner (DSB).[3] Im allgemeinen Sprachgebrauch werden sie häufig als neue IC5 bezeichnet, bezugnehmend auf die die 1981 in Betrieb genommenen und 1995 verkauften APO-Lyntoget DSB IC5.[4]
| DSB ES | |
|---|---|
| Anzahl: | geplant 150 |
| Hersteller: | Alstom |
| Plattform: | Coradia Stream |
| Baujahr(e): | ab 2023[1] |
| Achsfolge: | Bo’2’2’Bo’+Bo’2’Bo |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge über Puffer: | 109,4 m[2] |
| Breite: | 2820 mm[2] |
| Höhe: | 4265 mm[2] |
| Drehgestellachsstand: | 18,2 m / 18,5 m[2] |
| Treibraddurchmesser: | 920 mm / 840 mm[2] |
| Höchstgeschwindigkeit: | 200 km/h[2] |
| Dauerleistung: | 7.950 PS (5.847 kW)[2] |
| Stromsystem: | 25 kV, 50 Hz ~[2] |
| Stromübertragung: | Oberleitung |
| Fahrmotoren: | 8[2] |
| Zugbeeinflussung: | ETCS BL 3, STM ZUB123[2] |
| Sitzplätze: | 300[2] |
| Fußbodenhöhe: | 620 mm[2] |
Die Baureihe entsteht auf der Grundlage des Alstom Coradia Stream des französischen Eisenbahnherstellers Alstom. Es handelt sich um für den Regional- und Fernverkehr konstruierte Niederflurtriebzüge.
Erste Fahrzeuge wurden im Jahr 2024 für Versuchsfahrten an die DSB geliefert; der Einsatz der Baureihe in den Fahrplänen der DSB ist ab 2027 geplant.[5]
Der Kauf ist die größte Investition in der Geschichte der DSB. Sie beläuft sich auf mehr als 20 Mrd. DKK.[6]
Geschichte
Die Danske Statsbaner (DSB) gaben am 12. April 2021 bekannt, bei Alstom 100 Einheiten des Typs Coradia Stream zu bestellen.[6] Am 12. Mai 2021 reichte Stadler Rail Klage gegen die Vergabe des Auftrags ein. In dieser wird darauf hingewiesen, dass das Angebot von Alstom nicht alle Anforderungen der DSB erfüllt habe. Jürgen Müller, Direktor für Strategie und Fahrzeugmaterial (Direktør for Strategi og Togmateriel) bei den DSB, erläuterte, dass der Auftrag aufgrund der Ausschreibung nicht anders vergeben werden konnte, nachdem ein professionelles und transparentes Ausschreibungsverfahren durchgeführt wurde.[7]
Am 26. Juni 2025 teilten die DSB mit, dass weitere 50 Einheiten bestellt wurden. Die Züge ersetzen die veralteten Dieselzüge der DSB, die im Zuge der Elektrifizierung des dänischen Schienennetzes bis 2030 ausgemustert werden.[8]
Technische Parameter
Die 109 Meter langen fünfteiligen Züge bieten eine Sitzplatzkapazität von 300 Plätzen und werden eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erreichen. Die Coradia-Stream-Fahrzeuge sollen die Triebzüge der Baureihen MF (IC3), ER (IR4) und MG (IC4) ersetzen und damit zukünftig das Rückgrat des dänischen Regional- und Fernverkehrs stellen.[6]
Die Züge haben fünf Türen je Seite mit einer Türbreite von 1300 mm, zwei Standardtoiletten und eine Multifunktionstoilette, zwei Rollstuhlplätze und zwölf Standplätze für Fahrräder in zwei Multifunktionsräumen. Die Züge werden in den Werken Salzgitter[9] und Katowice[5] gebaut.
Die DSB ES werden von einem ETCS-Fahrzeugrechner überwacht. Auf den nicht mit ETCS ausgerüsteten Strecken werden die notwendigen Informationen mithilfe eines Specific Transition Module (STM) vom nationalen Zugbeeinflussungssystem ZUB 123 in ETCS-kompatible Informationen übersetzt.[10][11]
Lieferung
Die Lieferung der ersten Züge war ursprünglich für Anfang 2025 geplant, wurde dann aber bereits ein Jahr nach der Bestellung zunächst auf Mitte 2025 verschoben[12] und soll 2029 abgeschlossen sein.[6][13] Ende 2023 wurde bekanntgegeben, dass sich die Inbetriebnahme der ersten Züge auf mindestens 2027 verschieben wird.[5] Im Mai 2023 wurde ein nicht fahrfähiges Modell der Öffentlichkeit vorgestellt und es wurde bekanntgegeben, dass die Produktion der Züge zeitnah gestartet werden könne.[14] Ein erstes Fahrzeug wurde im September 2024 zum Eisenbahnversuchsring Velim überführt.[15]
Der Auftrag umfasst auch die Unterhaltung der Züge, dafür sollen zwei Werkstätten in Aarhus und Kopenhagen errichtet werden.[16][17]
Für Probefahrten mit maximal vier Einheiten auf dem Netz der DSB wurde die Zuglänge für R-gebremste Schienenfahrzeuge in Zügen mit aktiver EP-Bremse in Abänderung der Bestimmungen in den ORF (Operationelle Regler for fjernbanen)[18] von 400 Meter auf eine maximal zulässige Zuglänge von 440 Meter erhöht.[19] Diese Probefahrten finden unter anderem auf den Strecken Vigerslev–Ringsted und Lunderskov–Esbjerg statt.
Einsatz
Die Züge sollen unter anderem zwischen Frederikshavn, Kopenhagen und Rødby verkehren.
