Daegeum

traditionelle Bambusflöte aus Korea From Wikipedia, the free encyclopedia

Daegeum, auch taegŭm, taegum, daegum (aus koreanisch dae, „groß“, und geum, „Flöte“), ist eine lange Bambusquerflöte mit sechs Grifflöchern, die in der traditionellen koreanischen Musik genutzt wird. Ein besonderes Timbre entsteht beim Spielen der Flöte durch ein weiteres ovales Loch, das mit einer schwirrenden Membran (Mirliton) überdeckt ist.[1]

Schnelle Fakten Koreanische Schreibweise ...
Daegeumspieler
Koreanische Schreibweise
Koreanisches Alphabet: 대금
Hanja: 大笒
Revidierte Romanisierung:daegeum
McCune-Reischauer:taegŭm
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Spielweise

Oben eine daegeum, in der Mitte eine junggeum, rechts eine piri

Die daegeum wurde in höfischer, Oberschichtmusik (Jeongak) und Volksmusik (Minsogak) eingesetzt und hat ihren Ursprung in der Sillazeit.[2] Vorgänger des Instruments sind bereits in den Wandmalereien der Goguryeo-Gräber und in buddhistischer Kunst der Baekje-Zeit dargestellt.[3] Beim Spielen wird die Flöte aufgrund ihrer Größe auf die Schulter aufgesetzt.[4]

Aktuell findet die Daegeum außerdem Verwendung in kontemporärer klassischer Musik, Populär- und Filmmusik.[5] Da die daegeum einen großen Tonumfang von zweieinhalb Oktaven und eine festgelegte Stimmung aufweist, werden in Ensembles die anderen Instrumente nach der daegeum gestimmt.[6.1]

Entsprechend der Aufteilung in höfische und Volksmusik gibt es Varianten der daegeum: Die jeongak daegum und die sanjo daegum.[6.2][4] Die jeongak daegeum ist etwas länger und wurde traditionell für Musik in höfischen oder aristokratischen Kontexten genutzt. Die sanjo daegeum ist etwas kürzer und wird mit der einfachen Bevölkerung verbunden; durch die Verkürzung wird auch die Stimmung zwischen einem und zwei Tönen höher.[6.3] Beide haben aber eine mitschwingende Membran, die beim Spielen ein summendes Geräusch verursacht. Eine heute verwendete daegeum weist üblicherweise fünf Wachstumsknoten im Bambus auf und hat sechs Fingerlöcher.[6.4]

1968 wurde die höfische Vortragsform Daegeum Jeongak als Immaterielles Kulturerbe Koreas in Südkorea besonders hervorgehoben.[7] Der Solovortrag Daegeum Sanjo, der der Volksmusiktradition entstammt, wurde 1971 durch das Amt für Kulturerbeverwaltung zum Wichtigen Immateriellen Kulturerbe Koreas bestimmt.[8]

Verbreitung

Kleinere Flöten der gleichen Instrumentenfamilie schließen die junggeum und die sogeum ein, denen allerdings die charakteristische Membran fehlt.[6.5] Die drei Instrumente zusammen werden als Samjuk bezeichnet, was wörtlich übersetzt „drei Bambus“ bedeutet.[9.1] Diese drei Flöten waren die wichtigsten Blasinstrumente der Silla-Zeit. Dem gegenüber stehen die samhyeon, drei koreanische Zithern (geomungo, gayageum und hyangbipa), die mit den Flöten häufig zu einem Ensemble (Samhyeon-Samjuk) zusammengestellt wurden.

Die summende Membran ist ein Mirliton, das bei einigen ost- und südostasiatischen Flöten vorkommt, unter anderem bei der chinesischen dizi, der mongolischen limbe, der burmesischen palwei und bei der thailändischen khlui.

Herkunftslegende

Nach einer Legende soll die daegeum unter König Sinmun von Silla erfunden worden sein.[10][6.6] Dieser sei von Park Suk-Jung, dem Bevollmächtigten für den Ozean, im Jahr 681 informiert worden, dass eine kleine Insel auf einen buddhistischen Tempel am Ostmeer zutreibe. Daraufhin wurde der Bevollmächtigte der Sonne beauftragt, zu prüfen, ob es sich dabei um ein glückbringendes Ereignis handele. Die Antwort lautete, dass ein toter König, der sich in einen Wasserdrachen verwandelt habe, sowie zwei große Krieger ein wertvolles Geschenk zum Schutz von Silla geben würden. Im Auftrag des Königs wurde daraufhin ein Bambus auf der Insel entdeckt und als der er selbst anreiste, erschien ihm ein Drache, nach dessen Worten ein Instrument aus dem Bambusholz Frieden bringen könne. Der König ließ den Bambus fällen und daraus eine Flöte namens manpasikjeok herstellen, die die erste daegeum gewesen sein soll. Neben dieser Legende gibt es weitere Erzählungen, in denen die daegeum im Wesentlichen als Symbol der nationalen Identität und der Befriedung mythisch aufgewertet wird.

Literatur

  • Keith Howard: Korean Musical Instruments. A Practical Guide. Se-Kwang Music Publishing Co., Seoul 1988, S. 99117.

Einzelnachweise

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