Dainese
italienischer Hersteller von Motorrad-, Ski-, Reitsport- und Mountainbike-Bekleidung
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Dainese ist ein 1972 von Lino Dainese gegründetes italienisches Unternehmen, das Motorrad-, Ski-, Reitsport- und Mountainbike-Bekleidung herstellt. Seit Sommer 2025 gehört die Aktienmehrheit der Dainese Group den Fonds HPS Investment Partners und Arcmont Asset Management.
| Dainese S.p.A. | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1972 |
| Sitz | Colceresa (Ortsteil Molvena), Italien |
| Leitung | Angel Sánchez (CEO)
Cristiano Silei (Vorstand) |
| Mitarbeiterzahl | ca. 1.400 (2025)[1] |
| Umsatz | ca. 250 Mio. Euro (2022)[2] |
| Branche | Sportschutzbekleidung |
| Website | dainese.com |
| Stand: 2025 | |
Bekannt ist durch das auffällige Logo mit stilisiertem Teufelskopf vor allem die Lederbekleidung für Motorradfahrer. Als Aushängeschild der Firma gilt der mehrfache GP-Weltmeister Valentino Rossi, der seit Jahren mit Produkten von Dainese fährt.
Geschichte

1968 begann der Wirtschaftswissenschaftler Lino Dainese (* 1948), sich für Motorradschutzausrüstung zu interessieren. 1971 entwarf er den stilisierten Teufelskopf als Markenzeichen des Unternehmens, das er im darauffolgenden Jahr in Molvena nahe Vicenza gründete. Dainese begann seine Tätigkeit mit der Herstellung von Motocross-Lederhosen. Um den Komfort der Lederbekleidung zu erhöhen, wurden elastische Einsätze eingenäht. Bereits 1974 konnte Dainese als offizieller Sponsor den deutschen Motorradrennfahrer Dieter Braun in der MotoGP unterstützen.[3]
1980 begann Dainese zusätzlich mit der Herstellung von Motorradhandschuhen, 1983 kamen von Marc Sadler entworfene und zusammen mit dem britischen Motorradrennfahrer Barry Sheene entwickelte Rückenprotektoren hinzu. 1993 wurde das Dainese Technology Center (D-Tec) gegründet. 1994 präsentierte Dainese seinen ersten Motorradhelm und nutze das Know-how als Hersteller von Motorradschutzbekleidung, um Schutzkleidung für den alpinen Wintersport wie Ski und Snowboard sowie Mountainbike-Bekleidung herzustellen.

Im Jahr 2000 stellte Dainese zusammen mit dem israelischen Unternehmen Merhav APP den Prototyp des D-air vor, eines Airbags für Motorradfahrer. 2012 gingen die Fédération Internationale de Ski (FIS) und Dainese einen Kooperationsvertrag zur Entwicklung eines Airbags für die Skifahrerinnen und Skifahrer der Weltcups ein, der seit 2015 im Einsatz ist. Ab dem Winter 2024 erklärte die FIS ihn für Wettbewerbe in der Abfahrt und im Super-G zur Pflicht. Dass Dainese durch diese neue Regelung eine Monopolstellung erhält, wurde vielfach kritisiert.[4]
Im Juli 2007 übernahm Dainese den Motorradhelmhersteller AGV. 2014 zog sich Lino Dainese aus seinem Unternehmen zurück und verkaufte 80 Prozent der Anteile seines mit 130 Millionen Euro bewerteten Unternehmens an das bahrainische Private-Equity-Unternehmen InvestCorp. Er widmete sich daraufhin seinem ausgegründeten Unternehmen D-air Lab, an dem er selber 80 Prozent und InvestCorp 20 Prozent Anteile hielt und das Dainese Innovationen und Ideen liefern sollte.[5] 2015 übernahm Cristiano Silei die Unternehmensleitung, das im selben Jahr eine Partnerschaft mit Peugeot Motocycles für das D-air-System einging.[6] Im Oktober 2020 kaufte Dainese den Motorradstiefelhersteller TCX aus Montebelluna.[7]
2022 übernahm der Finanzinvestor Carlyle Group InvestCorps Anteile an Dainese für ca. 635 Millionen Euro und plante ein verstärktes Auftreten in den Märkten USA und China.[8] Ende 2023 löste Angel Sánchez Silei als Geschäftsführer ab, Silei blieb als nichtgeschäftsführender Vorstand im Unternehmen.[9] Im Sommer 2025 verkaufte die Carlyle Group ihre Anteile an Dainese für einen symbolischen Euro im Rahmen eines Debt-for-Equity-Swaps an die größten Gläubiger, die in London ansässigen Investmentfonds HPS Investment Partners und Arcmont Asset Management. Das Unternehmen war aufgrund der kreditfinanzierten Übernahme durch Carlyle und das schwieriger Marktumfeld mit Schulden in Höhe von 300 Millionen Euro belastet.[10][11]
