Damien Francis

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Damien Jerome Francis (* 27. Februar 1979 in Wandsworth) ist ein in England geborener ehemaliger jamaikanischer Fußballspieler. Im zentralen Mittelfeld war er vor allem als Premier-League-Spieler des FC Wimbledon, von Norwich City und Wigan Athletic sowie des FC Watford bekannt, bevor er aufgrund einer schweren Knieverletzung die aktive Karriere bereits im Alter von 29 Jahren beenden musste.

Schnelle Fakten Personalia, Junioren ...
Damien Francis
Personalia
Voller Name Damien Jerome Francis
Geburtstag 27. Februar 1979
Geburtsort Wandsworth, England
Größe 185 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1988–1997 FC Wimbledon
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1997–2003 FC Wimbledon 97 (15)
2003–2005 Norwich City 73 (14)
2005–2006 Wigan Athletic 20 0(1)
2006–2008 FC Watford 47 0(6)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
2003 Jamaika 1 0(0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
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Sportlicher Werdegang

Vereinskarriere

Francis wurde im Londoner Süden geboren und wuchs in einer Familie mit jamaikanischen Wurzeln auf. Schon als Kind war er fußballinteressiert und sein Lieblingsverein war der FC Wimbledon. Neben häufigen Besuchen zu Heimspielen an der Plough Lane betätigte er sich als Balljunge und war bereits ab dem Alter von neun Jahren Teil der Jugendabteilung des Vereins. Im Sommer 1997 unterschrieb er bei den „Dons“ seinen ersten Profivertrag und verstärkte fortan als defensiver Mittelfeldspieler den Kader der „Crazy Gang“. Gegen Ende der Saison 1997/98 kam er in der Premier League zu seinen ersten zwei Einwechslungen, wobei beide Partien gegen den FC Arsenal (0:5) und Tottenham Hotspur (2:6) krachend verloren gingen. Seine nächste Bewährungschance in der höchsten englischen Spielklasse erhielt Francis am 28. Dezember 1999 bei der 1:3-Niederlage in Anfield gegen den FC Liverpool. Nach der Jahreswende kam er häufiger zum Zug, konnte aber den Abstieg des Vereins nicht verhindern. Der sportliche Durchbruch gelang ihm in der Saison 2000/01, als er nicht nur 29 Zweitliga-Spiele absolvierte, sondern auch noch acht Tore erzielte. In den folgenden beiden Jahren blieb Francis eine Konstante in einem Verein, der in finanzielle Schieflage geriet und später Insolvenz anmelden musste. Bevor der Klub im Jahr 2004 als Tabellenletzter abstieg und faktisch aufgelöst nach Milton Keynes umzog, hatte Francis den Verein bereits im Juli 2003 in Richtung des Zweitliga-Konkurrenten Norwich City verlassen.[1]

In Norwich war Francis einer der ersten Sommerzugänge 2003 unter Trainer Nigel Worthington. Er fügte sich schnell im zentralen Mittelfeld des neuen Vereins ein und verstärkte die Mannschaft mit Dynamik, Zweikampfstärke und Torgefahr. Er absolvierte 41 von 46 möglichen Zweitligapartien, trug maßgeblich zum Aufstieg in die Premier League bei und versorgte dabei in erheblichem Maße die Offensivaktionen von Stürmern wie Dean Ashton und Darren Huckerby. Auch in der Premier League zeigte er sich weiter formstark und schoss wie im Vorjahr sieben Tore, wenngleich er den erneuten Abstieg in die Zweitklassigkeit nicht verhindern konnte. Höhepunkte waren sein Doppelpack gegen den FC Southampton (2:1) und der Siegtreffer kurz vor Schluss zum 3:2 gegen West Bromwich Albion. Aufgrund seiner guten Leistungen in der höchsten englischen Spielklasse überraschte es danach nicht, dass er im August für 1,5 Millionen Pfund zu Wigan Athletic wechselte und damit der Premier League erhalten blieb.[2] In der Saison 2005/06 kam Francis vor allem bis zum Jahreswechsel bei seinem neuen Klub zum Einsatz und bestritt insgesamt 20 Premier-League-Partien. Bemerkenswert war sein Tor beim 1:0-Auswärtssieg gegen den FC Everton im September 2005. Da es jedoch für ihn nicht nach Plan lief und ihm Spieler wie Graham Kavanagh und Paul Scharner in der Mittelfeldzentrale oft vorgezogen wurden (vor allem im Endspiel des Ligapokals gegen Manchester United (0:4)), zog er bereit im Juli 2006 bereits weiter. Für erneut 1,5 Millionen Pfund fand sich mit dem FC Watford, der gerade erst aus der zweiten Liga aufgestiegen war, ein neuer Klub für Francis.[3]

Francis unterschrieb einen Dreijahresvertrag bei den „Hornets“. Wie in Norwich fügte er sich auch in Watford problemlos ein, aber seine insgesamt sechs Tore in 39 Pflichtspielen konnten den Abstieg als Tabellenletzter nicht abwenden. Achtlich schlug sich der Klub im FA Cup mit dem Einzug ins Halbfinale gegen Manchester United (1:4), nachdem Francis mit einem späten 1:0-Siegtreffer im Viertelfinale Ipswich Town eliminiert hatte. Seine Karriere bekam einen entscheidenden Rückschlag, als er sich am 21. April 2007 gegen Manchester City das Kreuzband riss. Zunächst fiel er sechs Monate aus, bevor weitere Komplikationen seine Abwesenheit auf 18 Monate verlängerten. Die Verletzung heilte nicht vollständig aus, so dass ab November 2007 für zwei Monate und später im August 2008 zwar zwei Comebacks startete, aber weiterhin mit seiner Fitness zu kämpfen hatte. Im Oktober 2008 gab er seinen Rücktritt vom Profifußball bekannt.[4][5]

Jamaikanische Nationalmannschaft

Francis wurde in London geboren und hatte im Fortgang seiner Fußballerkarriere nie für englische Nachwuchsauswahlmannschaften gespielt. Anfang 2003 kontaktierte ihn der jamaikanische Fußballverband mit dem Anliegen, ob Francis aufgrund seiner jamaikanischen Wurzeln interessiert an einer Nominierung für die jamaikanische A-Nationalmannschaft sei.[6] Dieser erklärte sich bereit und so absolvierte er am 12. Februar 2003 ein Freundschaftsspiel gegen die USA im Independence Park in Kingston. Die „Reggae Boyz“ unterlagen mit 1:2 und Francis wurde im Verlauf der Partie für Claude Davis eingewechselt. Zu einem weiteren Länderspieleinsatz sollte es nicht mehr kommen.

Aktivitäten nach der Fußballerlaufbahn

Nach seinem verletzungsbedingten Rücktritt wechselte Francis in andere Bereiche des Sports, darunter Coaching, Medienarbeit und Tätigkeit in einer Fußballagentur. Später begann er einen zweijährigen Masterstudiengang mit dem Ziel, die Qualifikation für eine Position als Sportdirektor zu erwerben.[2]

Einzelnachweise

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