Daniel Karrais

deutscher Politiker (FDP), MdL From Wikipedia, the free encyclopedia

Daniel Karrais (* 12. Mai 1990 in Tübingen) ist ein deutscher Politiker (FDP/DVP). Seit 2018 ist er Abgeordneter im Landtag Baden-Württemberg.[1] Im Landtag übt er seit Juni 2021 die Funktion des Vorsitzenden des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft aus.[2]

Biografie

Karrais wuchs in Epfendorf auf. Er ist Maschinenbauingenieur (Abschluss Master of Science an der Universität Stuttgart 2016). Nach einer Tätigkeit als Persönlicher Referent eines Landtagsabgeordneten trat er 2017 eine Stelle als Manager Unternehmensentwicklung bei dem Telekommunikationsunternehmen NetCom BW GmbH an. Diese Tätigkeit übte er auch nach Antritt seines Landtagsmandates bis einschließlich August 2019 aus.

Karrais ist evangelischer Konfession.

Partei und Politik

Im Jahr 2009 trat Karrais den Jungen Liberalen bei, kurz darauf der FDP. Karrais war von 2010 bis 2017 Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen im Landkreis Rottweil. Von 2013 bis 2019 war er stellvertretender Kreisvorsitzender der FDP Rottweil. Von April 2019 bis Juli 2024 war Karrais Kreisvorsitzender der Freien Demokraten Rottweil. Seit Mai 2023 ist Karrais Bezirksvorsitzender des FDP Bezirksverbands Südbaden, dem zweitgrößten Bezirk im Landesverband Baden-Württemberg[3].

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 war er Zweitkandidat im Landtagswahlkreis Rottweil. Nach dem Ausscheiden des dort gewählten Abgeordneten Gerhard Aden aus dem Landtag rückte Karrais am 13. November 2018 nach.

Bei der Landtagswahl 2021 konnte er über ein Zweitmandat erneut in den Landtag einziehen. Dabei erzielte er im Landtagswahlkreis Rottweil mit 16,2 % der Stimmen das drittbeste Ergebnis der FDP Baden-Württemberg landesweit.[4] Er gehört in der 17. Legislaturperiode (2021–2026) des Landtags dem Ausschuss für Inneres, Digitalisierung und Kommunen sowie dem Ausschuss für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft an. Dabei ist Karrais der Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft.[2][5] In der FDP/DVP-Landtagsfraktion ist er Sprecher für Digitalisierung, Sprecher für Klimaschutz sowie Sprecher für Glückspiel. Karrais Hauptschwerpunkte liegen in den Bereichen Digitalisierung, Digitale Infrastruktur und Klima- und Energiepolitik. Auf Grund seiner Expertise wird der Landtagsabgeordnete hierzu regelmäßig in Interviews befragt. Karrais war außerdem Mitglied der Enquete-Kommission „Krisenfeste Gesellschaft“ des Landtags von Baden-Württemberg. Die Kommission hat am 10. Juli 2024 mit der Vorstellung des Abschlussberichts im Plenum ihre Arbeit beendet.[6]

Bei der Landesvertreterversammlung 2025 der FDP Baden-Württemberg ist Karrais von den Delegierten auf den aussichtsreichen Platz 8 der Landesliste für die Landtagswahl 2026 gewählt worden.[7] Der Kreisverband Rottweil nominierte ihn zudem erneut als Direktkandidaten der FDP im Landtagswahlkreis 53 Rottweil für die Landtagswahl 2026.[8]

Bei den Kommunalwahlen 2019 und 2024 wurde Karrais zudem für die FDP in den Stadtrat in Rottweil gewählt. Bei den Kommunalwahlen 2024 wurde er zudem in den Kreistag des Landkreises Rottweil gewählt.

Karrais nahm als Delegierter aus Baden-Württemberg an der 17. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten teil.[9]

Positionen

Digitalisierung

Karrais setzt sich für eine Reform der Verwaltung ein. Er fordert dazu den Abbau von 20 Prozent der Stellen und die Digitalisierung der Verwaltung.[10]

Karrais hält die Durchführung von Online-Wahlen als Ergänzung zu Urnen- und Briefwahl für technisch umsetzbar und fordert die Umsetzung eines Pilotprojekts.[11]

Karrais hält das aktuelle Betreibermodell für den Breitbandausbau in Baden-Württemberg für ineffektiv und teuer.[12] Er fordert ein ergänzendes Förderprogramm in Form einer Glasfaseranschlussprämie, um den eigenwirtschaftlichen Ausbau zu unterstützen.[13]

Klimapolitik

Die Klimaziele der baden-württembergischen Landesregierung bis 2040 klimaneutral zu werden hält Karrais für „Show“, das Land habe kaum Kompetenzen, um diese Ziele aus eigener Kraft zu erreichen.[14][15] Auch fordert er ein Abrücken von den Sektorenzielen[16], sie seien „reine Ideologie und Symbolpolitik“.[17][18]

Unternehmen dürften durch Klimaschutz nicht mit übermäßiger Bürokratie überlastet werden.[19]

Karrais fordert, man müsse neben dem Klimaschutz sich auch an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen.[20] Er schlägt einen stärkeren Fokus auf die CO2-Vermeidungskosten vor, wenn neue Maßnahmen getroffen werden sollen.

Energiepolitik

Karrais setzt sich dafür ein, den Speicher- und Netzausbau voranzutreiben, um die Strompreise zu senken.[21][22][23]

Karrais setzt sich für den Einsatz von Tiefer Geothermie ein.[24]

Die im Klimaschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg enthaltene Solarpflicht für Neubauten kritisiert Karrais als „nicht durchdacht und unsozial“.[25]

Gäubahn

Karrais setzt sich dafür ein, dass die Unterbrechung der Gäubahn im Zuge der Bauarbeiten für Stuttgart 21, nicht zu einer Dauerlösung wird.[26] Die betroffenen Anrainer und ihre Interessen müssten ernst genommen werden.[27] Den Weiterbetrieb des Kopfbahnhofs hält Karrais für eine „Träumerei“.[28] Er drängt auf die Finanzierung und zügige Fertigstellung des Pfaffensteigtunnels als einzige Chance, die Gäubahn an den neuen Tiefbahnhof in Stuttgart anzubinden.

Fasnet und Brauchtum

Karrais spricht sich dafür aus, dass es einheitliche Leitfäden für Vereine, Kommunen und Behörden für die Organisation von Fasnetumzügen gibt.[29] Den existierenden Wegweiser des Verkehrsministeriums hält er für unzureichend. Seiner Ansicht nach könnten Gemeinden einfache Aufgaben wie Aufstellen von Verkehrsschildern oder kurzzeitigen Sperrungen übernehmen. Er fordert zudem Leitfäden für Sicherheitskonzepte und die Entlastung der Narrenvereine bei GEMA-Gebühren.[30]

Vorstands- und Beratungstätigkeit

Mitglied im Aufsichtsrat der „ENRW Energieversorgung Rottweil GmbH & Co. KG“[31]

Mitglied des Stiftungsrats der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg[31]

Mitglied des Ausschusses des DRK-Kreisverbands Rottweil e.V.[31]

Mitglied des Beirats der Volkshochschule Rottweil.[31]

Mitgliedschaften

Verein Deutscher Ingenieure e.V., H2-Region Schwarzwald-Baar-Heuberg e.V., Freundeskreis Wärmestube Rottweil e.V., Junge Liberale e.V.[31] Europa-Union Deutschland.[32]

Einzelnachweise

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