Daniel König

deutscher Historiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Daniel G. König (* 26. November 1976 in Makati, Philippinen[1]) ist ein deutscher Historiker. Seit 2025 lehrt er als Professor für Geschichte des Früh- und Hochmittelalters an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Leben und Wirken

Daniel König ging in Washington, D.C., Königswinter und Kairo zur Schule. Sein Abitur machte er an der Deutschen Evangelischen Schule in Kairo. Von 1995 bis 1996 studierte er Mittlere und Neuere Geschichte, Philosophie und spanische Literaturwissenschaft an der Universidad de Salamanca und von 1996 bis 2002 Mittlere und Neuere Geschichte, Politische Wissenschaft, Islamwissenschaften und Deutsch als Fremdsprache an der Universität Bonn. Das Studium schloss er 2002 als Magister Artium ab. Von 2002 bis 2003 war er DAAD-Sprachassistent für Deutsch als Fremdsprache an der Universität Aleppo.

Von 2003 bis 2005 hatte er ein Promotionsstipendium der Gerda Henkel Stiftung. Von 2005 bis 2007 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und bis 2011 assoziiertes, aktives Mitglied im DFG-Schwerpunktprogramm 1173 „Integration und Desintegration der Kulturen im europäischen Mittelalter“. Nach der Promotion 2006 in Bonn war er von 2007 bis 2011 Fachreferent für Spätantike und Frühmittelalter am Deutschen Historischen Institut in Paris, wo er von 2008 bis 2010 als Koordinator der Forschungsgruppe „FranceMed“ (La France et la Méditerranée. Espaces de transferts culturels) am Deutschen Historischen Institut in Paris tätig war.

Von 2011 bis 2014 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter von Bernhard Jussen an der Goethe-Universität, wo er von 2012 bis 2016 das DFG-Netzwerk „Transkulturelle Verflechtungen im mittelalterlichen Euromediterraneum“ (500–1500) koordinierte. Nach der Habilitation 2013 an der Goethe-Universität Frankfurt lehrte er von 2014 bis 2018 als Universitätsprofessor auf Zeit für transkulturelle Studien mit historisch-philologischer Ausrichtung am Exzellenz-Cluster „Asia and Europe in a Global Context“ an der Universität Heidelberg. 2016 erhielt er den Preis der Humboldt-Universität für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Mittelalterlichen Geschichte, gestiftet von Michael und Claudia Borgolte. 2017 erhielt er ein Heisenbergstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Von 2018 bis 2025 war er als Nachfolger von Dorothea Weltecke Professor für die Geschichte der Religionen an der Universität Konstanz. Seit April 2025 lehrt er als Nachfolger von Knut Görich als Professor für Geschichte des Früh- und Hochmittelalters an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die spätantike und frühmittelalterliche Christianisierung Europas, die transmediterranen Beziehungen unter besonderer Berücksichtigung der Beziehungen zwischen lateinisch-christlichem Europa und arabisch-islamischer Sphäre, die Verflechtungsgeschichte von Latein und Arabisch, ferner Orientalismus und Okzidentalismus. Er ist Begründer der als Open-Access-Journal veröffentlichten Quellenanthologie Transmediterrane Geschichte, die er seit 2019 mit Theresa Jäckh, Eric Böhme und Zachary Chitwood herausgibt.[2] Daniel König ist verheiratet und hat drei Kinder.[3]

Schriften (Auswahl)

Monographien

  • Bekehrungsmotive. Untersuchungen zum Christianisierungsprozess im Römischen Westreich und seinen romanisch-germanischen Nachfolgern (4.–8. Jh.). Husum 2008, ISBN 3-7868-1493-7; zugleich Dissertation Bonn 2006.
  • Arabic-Islamic Views of the Latin West. Tracing the Emergence of Medieval Europe. Oxford 2015, ISBN 0-19-873719-X.
  • Der Islam und die Genese Europas. Zwischen Ideologie und Geschichtswissenschaften. Saarbrücken 2019, ISBN 978-3-86223-274-1.

Herausgeberschaften

Anmerkungen

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