Daniel Leese
deutscher Sinologe und Autor
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Leben und Werk
Daniel Leese wurde 1977 in Fulda in Osthessen geboren und wuchs in einem „12-Häuser-Dorf“ in der Nähe der innerdeutschen Grenze auf. Er hat mehrere Geschwister. Er wuchs nach eigener Aussage in einer Art Kommune auf. Zum Chinesischen fand er aus seinem Interesse an Geschichte. Ein Mitglied seiner Kommune war ein aus China geflüchteter Künstler.[1]
Daniel Leese studierte von 1997 bis 2003 Neuere und Neueste Geschichte, Sinologie und Volkswirtschaft in Marburg, Peking und München. Im dritten Semester ging er mit einem DAAD-Stipendium 1999 an die Peking-Universität.[1] Er promovierte 2007 mit einer Arbeit über den kulturrevolutionären Kult um Mao Zedong nach drei Jahren an der International University Bremen. Danach wurde er Akademischer Rat am Institut für Sinologie der LMU München, bevor er 2012 eine Professur für Sinologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg übernahm.[2][3]
Daniel Leese ist Mitherausgeber der Reihe Cambridge Studies in the History of the People’s Republic of China (seit 2014)[4], herausgegeben beim britischen Verlag Cambridge University Press und der Reihe Transformations of Modern China (seit 2017)[5], herausgegeben von De Gruyter. Von 2017 bis 2023 saß er im Auswahlgremium für China-Stipendien der Studienstiftung des Deutschen Volkes.[2]
Seit 2022 ist er Mitglied des Steuerungskomitees des Exzellenzclusters Constitution as Practice in Times of Transformation (CONTRANS). 2025 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Heidelberger Akademie für Wissenschaften gewählt.[6]
Für seine Forschungen wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Best Book Award 2021 der ICAS (International Convention of Asia Scholars) und der Nominierung (Shortlist) für den Deutschen Sachbuchpreis 2021 für Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit.
Veröffentlichungen
Bücher
- Die chinesische Kulturrevolution, 1966–1976, München, C.H. Beck 2016, ISBN 978-3-406-68839-3
- Maos langer Schatten. Chinas Umgang mit der Vergangenheit, München, C.H. Beck 2020, ISBN 978-3-406-75545-3
- (zusammen mit Shi Ming), Chinesisches Denken der Gegenwart – Schlüsseltexte zu Politik und Gesellschaft, München, C.H. Beck, 2023, ISBN 978-3-406-80043-6
Weblinks
- Daniel Leese an der Universität Freiburg
- Literatur von und über Daniel Leese im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Daniel Leese in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Daniel Leese bei Perlentaucher
- Portrait und Gespräch: Sinologe Daniel Leese, „Die chinesische Sprache ist ein gewaltiges Wunderwerk“, DLF 25. Mai 2025, im Gespräch mit Florian Felix Weyh[7]
- Chinas Politik - „Es geht viel stärker um Wirkung als um Wahrheit“, Leese sieht China auf dem Weg in eine „zunehmend effizient organisierte Autokratie“, DLF 14. März 2021, im Gespräch mit Anja Reinhardt