Danielle Arbid

libanesisch-französische Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Danielle Arbid (arabisch دانيال عربيد; geboren am 26. April 1970 in Beirut) ist eine französische Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin libanesischer Herkunft.

Danielle Arbid 2019

Leben und Wirken

Danielle Arbid verließ den Libanon im Jahr 1987 während des Bürgerkriegs und ließ sich in Frankreich nieder.[1] Sie studierte Literatur an der Sorbonne Université und Journalismus am Centre de formation et de perfectionnement des journalistes (CFPJ). Anschließend arbeitete sie als freie Journalistin für französische Printmedien, bevor sie ihren ersten Kurzfilm Raddem drehte.[2] Seit 1997 realisierte sie Kurz- und Langspielfilme, Videoessays und Dokumentarfilme. Ihre Werke waren auf zahlreichen Filmfestivals vertreten (darunter das Toronto International Film Festival, Zurich Film Festival, Busan International Film Festival und das Festival Lumière in Lyon).[1] Arbids Spielfilme Dans les champs de bataille und Un homme perdu wurden 2004 bzw. 2007 in der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes gezeigt.[3] 2011 drehte sie für Arte den Dokumentarfilm Beirut Hotel. Ihr Spielfilm Passion Simple, eine Adaption des gleichnamigen Romans von Annie Ernaux, wurde 2020 für die Filmfestspiele von Cannes ausgewählt.[2] Bei den Internationalen Filmfestspiele Berlin 2026 läuft ihr Film Only Rebels Win als Weltpremiere in der Sektion Panorama.[4]

Auf der der 59. Biennale di Venezia im Jahr 2022 vertrat Arbid ihr Heimatland gemeinsam mit dem Künstler Ayman Baalbaki im libanesischen Pavillon. Sie zeigte das Videoessay Allô Chérie. Der Pavillon wurde von Le Monde, der Financial Times und Quotidien de l’Art als einer der 15 sehenswertesten Pavillons der Biennale nominiert.[2]

Werk

Danielle Arbid befasst sich mit Themen wie Freiheit, Selbstverwirklichung und Gleichberechtigung in Kriegszeiten. Gesellschaftliche und sozioökonomische Konflikte prägen die Filme. Ihr Werk verarbeitet die Lebensrealitäten von Menschen, politische Gegebenheiten sowie Arbids eigene Geschichte.[1]

Filmografie (Auswahl)

  • 1998: Raddem / Zerstörung, Kurzfilm (Regie)
  • 1999: Le passeur, Kurzfilm (Regie)
  • 2001: Seule avec la guerre / Alone with War / Allein mit dem Krieg, Dokumentarfilm (Drehbuch, Regie)
  • 2002: Étrangère / Foreigner (Drehbuch, Regie)
  • 2003: Aux frontières / On Borders, Dokumentarfilm (Drehbuch, Regie)
  • 2004: Conversation de salon, Kurzfilm (Regie)
  • 2004: Maarek Hob - Dans les champs de bataille / In the Battlefields, Drama, Kriegsfilm (Schauspielerin, Drehbuch, Regie)
  • 2007: Un homme perdu, Drama (Drehbuch, Regie)
  • 2008: This Smell of Sex, Kurzfilm (Drehbuch, Regie)
  • 2009: Conversations de salon II, Dokumentarfilm (Drehbuch, Regie)
  • 2011: Beyrouth Hôtel / Beirut Hotel (Drehbuch, Regie)
  • 2013: Apaches (Schauspielerin)
  • 2015: Peur de rien (Parisienne) / Endlich frei, Drama (Drehbuch, Regie)
  • 2016: Allô chérie, Dokumentarfilm (Regie)
  • 2016: Réparer les vivants / Die Lebenden reparieren (Schauspielerin)
  • 2017: Le feu au coeur, Dokumentarfilm (Drehbuch, Regie)
  • 2020: Outside, Dokumentarfilm (Regie)
  • 2020: Passion Simple, Drama, Liebesfilm (Drehbuch, Regie)
  • 2021: Je donne à mon coeur une médaille pour t'avoir oublié / I give my Heart a Medal for letting go of you, Kurzfilm (Regie)
  • 2023: Un tueur / A Killer, Kurzfilm (Regie)
  • ab 2023: 66-5, Fernsehserie (Regie)
  • ab 2025: Sud-Est, Fernsehserie (Regie)
  • 2026: Only Rebels Win (Drehbuch, Regie)

Ausstellungen und Screenings (Auswahl)

Auszeichnungen (Auswahl)

Albert-Londres-Preis

  • 2001 für Seule avec la guerre

Goldener Leopard

  • 2004 für Conversations de salon 1

Einzelnachweise

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