Danilo-Kultur

Mittelneolithische Kultur From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Danilo-Kultur (auch Danilo-Hvar-Kultur) ist eine mittelneolithische Kultur in Dalmatien, Istrien und dem Triester Karst. Nach Radiokarbondaten bestand sie zwischen 5600 und 4900 v. Chr.[1] Sie ist nach der Siedlung Danilo Bitinj im Kreis Šibenik-Knin benannt.[2]

Zoomorphes Rhyton, Archäologisches Museum Zadar

Verbreitung

Die frühesten Funde finden sich im Norden der Adriaküste, wo Funde der Impresso-Keramik fehlen.[1] Im südlichen Verbreitungsgebiet scheinen Impresso und Danilo für etwa 100 Jahre koexistiert zu haben.[1] Die beiden Keramikstile werden aber nie zusammen gefunden.[1]

Regionalstile

Für Istrien und den Karst ist der ‘Danilo-Vlaška’ Stil typisch,[3] im nördlichen Dalmatien findet sich mehrfarbig bemalte dünnwandige Figulina-Keramik (polychromes Danilo),[4] während im südlichen Dalmatien Bemalung zusammen mit Ritzverzierung auftritt (Süddalmatisches polychromes Danilo, Gudjna-Kultur, Vela Luka-Kultur).[5]

Siedlungswesen und Fundorte

Funde stammen vor allem aus Höhlen. Küstennahe offene Siedlungen können teilweise dem steigenden Meeresspiegel zum Opfer gefallen sein, wie das auch im Bereich der Cardial-Kultur der Fall ist. Danilo selbst ist eine Flachsiedlung.

Fundorte:

  • Danilo Bitinj (Kreis Šibenik-Knin), eponymer Fundort. Ausgrabungen in den 1950er Jahren durch Korošec.[6] Weitere Grabungen fanden dort in den 2000er Jahren statt.[7]
  • Gudnja
  • Krivače bei Bribir
  • Nakovana-Höhle
  • Pokrovnik Pećina I.[8] Hier wurden auch Schichten der Impresso-Kultur gefunden.
  • Ravlića pećina
  • Smilčić
  • Vela spila, Korčula

Bestattungssitten

Bestattungen sind bisher selten. In Danilo wurden fünf Kindergräber gefunden, außerdem ein einzelnes Schädelfragment.[9]

Funde

Die Keramik ist meist aus grobem Ton gefertigt und mit geometrischen Ritzverzierungen versehen. Spiralmuster dominieren. Neben kumpfartigen Formen sind Schalen und Teller belegt.[10] Ferner sind grobkeramische Siebgefäße bekannt.[11] Sogenannte Rhyta mit vier Füßen, einer weiten schrägen Mündung und einem großen oberrandständigen Henkel sind meist mit eingeritzten geometrischen Mustern verziert. Die Ritzlinien weisen eine rote oder weiße Inkrustation auf.[12] Diese Gefäße wurden oft als Kultgefäße interpretiert.[13] Nach den Ergebnissen einer Lipid-Analyse scheinen die „Rhyta“ jedoch Käse enthalten zu haben. Dies ist einer der frühesten Nachweise von Käse überhaupt.[14] Ähnliche Formen sind auch aus der Kakanj-Gruppe bekannt.[15]

In der lithischen Industrie tauchen zum ersten Mal lange, gedrückte Klingen auf.[16] Neben Feuerstein wurde auch Obsidian verwendet, der sowohl aus Lipari, Palmarola als auch aus den karpatischen Vorkommen stammt.[17] Aus der Siedlung von Danilo ist ein Spondylus-Armband bekannt.[18]

Wirtschaft

An Getreideresten ist bisher Brotweizen nachgewiesen.[19] Maria Hopf untersuchte den Hüttenlehm aus Danilo und identifizierte Emmer und Einkorn sowie einen möglichen Abdruck einer Nacktgerstengranne.[20]

Folgekulturen

Funde von der Insel Hvar kennzeichnen die letzte Stufe dieser Kultur.

Einzelnachweise

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