Dara Birnbaum

US-amerikanische Video- und Installationskünstlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Dara Birnbaum (* 1946 in New York; † 2. Mai 2025[1]) war eine US-amerikanische Video- und Installationskünstlerin.[2]

Dara Birnbaum (2009)

Leben

Birnbaum studierte Architektur an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh und Malerei am San Francisco Art Institute. Es folgte eine Ausbildung für Videoschnitt in New York City.[3] 1978 hatte sie einen Lehrauftrag an der NSCAD University in Halifax, wo sie mit Dan Graham zusammenarbeitete.[4] Dara Birnbaum lebte und arbeitete in New York.

Ab Ende der 1970er-Jahre beschäftigte sich Birnbaum mit dem Medium Fernsehen. Sie hinterfragte die äußeren Bildwelten, die Ausdrucksformen und die manipulative Wirkung dieses Massenmediums. Inhaltlich überprüfte sie den Mythos der Weiblichkeit mithilfe persönlicher und sozialer Erkenntnisse. Sie engagierte sich früh für eine Gleichsetzung der Videokunst mit den klassischen Kunstsparten und nahm teil an der Feministischen Kunstbewegung.

Zu ihren bekanntesten Arbeiten aus diesem Zeitraum zählen Technology/Transformation: Wonder Woman (1978 bis 1979). Mit einschlägigen Bildern der Fernsehserie versuchte sie, die inhärente Ideologie der gleichnamigen Serienheldin zu unterwandern. Mitte der 1980er-Jahre begann sie mit großen raumfüllenden Installationen. Rio Videowall (1987 bis 1989) gilt als erste permanente Videoinstallation im öffentlichen Raum eines Shoppingcenters. Darin schnitt sie auf 25 Monitoren Bilder des Originalortes mit CNN-Sequenzen, die die Naturaufnahmen durchbrachen.

In Hostage (1993 bis 1994) geht es um die mediale Vermittlung politischer Ereignisse. Birnbaum bearbeitete die Entführung von Hanns-Martin Schleyer im Jahr 1977. Eine weitere Arbeit ist Kiss the Girls and Make them Cry von 1979. Die Trilogie Damnation of Faust mit den Teilen Evocation (1983), Will-O’-The-Wisp (1985) und Charming Landscape (1987) basiert auf Goethes Text und der Musik von Berlioz.[5]

Birnbaum nahm dreimal in Folge (1982, 1992, 1997) an der Kunstausstellung documenta teil.[6]

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelausstellungen (Auswahl)

  • 2021 Dara Birnbaum. Talking Back to the Media, Neuer Berliner Kunstverein, Berlin, 18. Juni bis 6. August 2021
  • 2011 Dara Birnbaum, Marian Goodman Gallery, New York, 28. Juni bis 26. August 2011
  • 2010 Dara Birnbaum: The Dark Matter of Media Light, Museu de Arte Contemporânea de Serralves, Porto, Portugal, 26. März bis 4. Juli 2010
  • 2009 Dara Birnbaum: The Dark Matter of Media Light, S.M.A.K. Stedelijk Museum voor Actuele Kunst, Gent, Belgien, 4. April bis 6. September 2009
  • 2009 Dara Birnbaum: Technology/Transformation: Wonder Woman, Center for Contemporary Art Kitakyushu, Japan, 25. Mai bis 27. Juni 2009
  • 2006 Dara Birnbaum: Wonder Woman, Kunsthalle Wien, Wien, Österreich, 1. Dezember 2006 bis 21. Februar 2007
  • 2003 Erwartung/Expectancy: A Video Installation by Dara Birnbaum, Jewish Museum (New York City), New York, NY, US, 5. September 2003 bis 4. Januar 2004
  • 1992 Damnation of Faust, 1984/1992, Rhona Hoffman Gallery, Chicago, IL, US, 11. September bis 10. Oktober 1992
  • 1987 Damnation of Faust, International Center of Photography, New York, NY, US
  • 1977 Dara Birnbaum, Artists Space, New York, NY, US

Gruppenausstellungen (Auswahl)

Auszeichnungen (Auswahl)

Literatur

  • Dara Birnbaum, reaction. Ausstellungskatalog CCS Bard, Brooklyn, NY, 2022, ISBN 9781954947016
  • Dara Birnbaum. The Dark Matter of Media Light. Gent, Porto 2009, ISBN 978-3-7913-5124-7 (englisch, 368 S., Monografie).
  • Jens Hoffmann (Hrsg.): The next Documenta should be curated by an artist. Revolver, Frankfurt/Main 2004, ISBN 3-936919-05-4.
  • Dara Birnbaum: Ausstellungskatalog. Kunsthalle Wien, Wien 1995, ISBN 978-3-85247-004-7 (167 S.).

Einzelnachweise

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