Darapskit

Seltenes, kristallwasserhaltiges Natrium-Nitrat-Sulfat-Mineral From Wikipedia, the free encyclopedia

Darapskit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfate“ (und Verwandte, siehe Klassifikation). Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der Zusammensetzung Na3[NO3|SO4]·H2O[3], ist also chemisch gesehen ein wasserhaltiges Natrium-Nitrat-Sulfat.

Schnelle Fakten Allgemeines und Klassifikation, Kristallographische Daten ...
Darapskit
Darapskit aus der Provinz Iquique, Región de Tarapacá, Chile
(Gesamtgröße: 4,5 × 2,5 × 1,5 cm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1967 s.p.[1]

IMA-Symbol

Drp[2]

Chemische Formel Na3[NO3|SO4]·H2O[3]
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfate (Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

Va.03
VI/D.16-010

7.DG.05
20.01.01.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m[4]
Raumgruppe (Nr.) P21/m[3] (Nr. 11)
Gitterparameter a = 10,56 Å; b = 6,91 Å; c = 5,19 Å
β = 102,8°[3]
Formeleinheiten Z = 2[3]
Zwillingsbildung polysynthetische Zwillinge nach {100}[5]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 2,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,201(5); berechnet: 2,202
Spaltbarkeit vollkommen nach {010} und {100}[5]
Bruch; Tenazität uneben; spröde
Farbe farblos, weiß
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,388
nβ = 1,479
nγ = 1,486[6]
Doppelbrechung δ = 0,098[6]
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = 26 bis 28° (gemessen); 28° (berechnet)[6]
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten wasserlöslich
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Darapskit entwickelt meist tafelige bis prismatische Kristalle von bis zu zehn Zentimetern Größe[5], findet sich aber auch zusammen mit anderen Salzmineralen in Form körniger Mineral-Aggregate oder seltener als Tropfstein. In reiner Form ist Darapskit farblos und durchsichtig mit glasglänzenden Oberflächen. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterbaufehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch weiß erscheinen, wobei seine Transparenz entsprechend abnimmt.

Besondere Eigenschaften

Darapskit ist leicht wasserlöslich.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Darapskit in der Pampa del Toro nahe Oficina Lautaro in der chilenischen Región de Antofagasta und beschrieben 1891 durch August Dietze, der das Mineral nach dem deutsch-chilenischen Chemiker und Mineralogen Ludwig Darapsky (1857–1916) benannte.

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Darapskit zur Mineralklasse der „Nitrate“, wo er gemeinsam mit Gerhardtit und Likasit in der „Gerhardtit-Gruppe“ mit der Systemnummer Va.03 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VI/D.16-010. Dies entspricht der Klasse der „Sulfate, Chromate, Molybdate und Wolframate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate, mit fremden Anionen“, wo Darapskit zusammen mit Carlosruizit, Fuenzalidait, George-Ericksenit, Humberstonit, Klinoungemachit, Ungemachit und Witzkeit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VI/D.16 bildet.[7]

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[8] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Darapskit in die Klasse der „Sulfate (Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)“ und dort in die Abteilung „Sulfate (Selenate usw.) mit zusätzlichen Anionen, mit H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit großen bis mittelgroßen Kationen; mit NO3, CO3, B(OH)4, SiO4 oder IO3 zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 7.DG.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Darapskit die System- und Mineralnummer 20.01.01.01. Das entspricht der Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort der Abteilung „Zusammengesetzte Nitrate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Zusammengesetzte Nitrate mit anderen Anionen“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 20.01.01.

Bildung und Fundorte

Darapskit bildet sich unter ariden Klimabedingungen als Riss- oder Hohlraumfüllung in verfestigtem Regolith und findet sich vorwiegend in Salpeter-Lagerstätten, trockenen Salzböden sowie als Bestandteil von Salzkrusten und -ausblühungen. Als Begleitminerale treten unter anderem Anhydrit, Blödit, Epsomit, Halit, Mirabilit, Nitronatrit und Nitrokalit.

Als seltene Mineralbildung konnte Darapskit bisher (Stand: 2012) nur an wenigen Fundorten nachgewiesen, wobei rund 20 Fundorte als bekannt gelten.[9] Neben seiner Typlokalität Pampa del Toro trat das Mineral in Chile noch an einigen weiteren Orten in der Región de Antofagasta und in der Región de Tarapacá (Provinz Iquique) auf. Daneben fand es sich unter anderem noch an den Salzseen von Qakilik (Ruoqiang) im Mongolischen Autonomen Bezirk Bayingolin in China, in den Kalksteinhöhlen des Cernatals in Rumänien sowie im Death Valley (Kalifornien), der „Blumenhöhle“ des Big-Bend-Nationalparks (Texas) in den USA.[10]

Kristallstruktur

Darapskit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe P21/m (Raumgruppen-Nr. 11)Vorlage:Raumgruppe/11 mit den Gitterparametern a = 10,56 Å; b = 6,91 Å; c = 5,19 Å und β = 102,8° sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[3]

Siehe auch

Literatur

  • August Dietze: Einige neue chilenische Mineralien, In: Zeitschrift für Kristallographie, Mineralogie und Petrographie, Band 19 (1891), S. 443–451
  • George E. Ericksen, Mary E. Mrose: Mineralogical studies of the nitrate deposits of Chile. II. DARAPSKITE, Na3(NO3)(SO4)·H2O, In: The American Mineralogist, Band 55, Sept.-Oct. 1970 (PDF 1,1 MB)
  • Hans Jürgen Rösler: Lehrbuch der Mineralogie. 4. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S. 734.
  • Friedrich Klockmann: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. Hrsg.: Paul Ramdohr, Hugo Strunz. 16. Auflage. Enke, Stuttgart 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 617 (Erstausgabe: 1891).
Commons: Darapskite – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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