Dariuss
Film von Guerrilla Metropolitana (2023)
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Dariuss ist ein britischer Experimentalfilm von Guerrilla Metropolitana aus dem Jahr 2023. Es handelt sich um den Debütlangfilm des Regisseurs. Der Film verwendet Techniken des Splatterfilms, des Stummfilms, des Found Footage, der Nouvelle Vague sowie des surrealistischen Films.
| Film | |
| Titel | Dariuss |
|---|---|
| Produktionsland | Vereinigtes Königreich |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2023 |
| Länge | 62 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Guerrilla Metropolitana |
| Drehbuch | Guerrilla Metropolitana |
| Produktion | Guerrilla Metropolitana |
| Musik | Guerrilla Metropolitana |
| Kamera | Guerrilla Metropolitana |
| Schnitt |
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| Besetzung | |
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Handlung
Das Folgen der Handlung wird durch das Fehlen von Sprache, rasanten Schnitten, Handlungssprüngen und audiovisuellen Effekten erschwert. Der Film spielt in Essex. Eine Familie bestehend aus Mutter, Vater und Großmutter bewohnt ein verwahrlostes Haus. Die Tochter der Familie ist vor kurzem verstorben, wobei Aufnahmen von Kleidung auf der Straße, die im Taschenlampenlicht gezeigt werden, darauf hindeuten, dass sie einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. Die Familie ist daran zerbrochen.
Mutter und Großmutter pflegen ein inzestuöses Verhältnis und werden bei lesbischem Sex gezeigt. Der Vater rettet sich in Alkoholexzesse. Eines Tages vergewaltigt er zunächst seine Ehefrau und schneidet ihr während des Aktes den Kopf ab. Am Ende wirft er den Kopf eine Treppe hinab. Anschließend vergewaltigt er die Großmutter und reißt ihr anschließend die Eingeweide heraus. Er begibt sich zu einem Gemälde, das vermutlich die Tochter zeigt und onaniert davor. Als er sich weiter durch das Haus bewegt, wird er von einem Verrückten überwältigt, getötet und ausgeweidet.
Hintergrund
Dariuss ist ein unkonventioneller Film des Regisseurs Guerrilla Metropolitana, über den nur wenig bekannt ist und der seine wahre Identität hinter einem Pseudonym versteckt. Er bezeichnet sich als ehemaliger Musiker und sieht sich in seiner Kunst als Enfant terrible. Er versteht sich als Fan des Kinos der 1970er Jahre und lehnt Genre-Konventionen ab. Stattdessen fühlt er sich der Nouvelle vague verbunden und verabscheut Dialoge im Film.[1]
Dariuss war ursprünglich als Kurzfilm des Horrorfilm-Genres Home Invasion konzipiert. Diese Idee wurde jedoch fallen gelassen. Stattdessen schrieb Guerrilla Metropolitana den Film um und erschuf einen Genremix, der verschiedene Filmgenres miteinander als eine Art Tour de Force verbindet. Der Film enthält außerdem zahlreiche Tabubrüche, wie Inzest, Pädophilie, Vergewaltigung und Nekrophilie.[2][1]
Neben den deutlichen Gewaltexzessen des Films sind Tonspur und Musik des Films eng an expressionistische Filme angelehnt, zitieren ebenso den Stummfilm der 1920er Jahre mit seiner Klavieruntermalung. Es finden sich außerdem Anspielungen auf verschiedene Werke dieser Filmära. So werden in verschiedenen Einstellungen die beiden Filme Das Cabinet des Dr. Caligari (1920) und Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens (1922) zitiert.[1]
Guerrilla Metropolitana griff für den Dreh ebenfalls zu extremen Mitteln. insbesondere von den Darstellerinnen erwartet er viel, schonte aber auch sein eigenes Wohlergehen nicht. Die Außenaufnahmen entstanden nachts als One-Shot ohne Drehgenehmigung. Für den Titelschriftzug des Films verwendete er außerdem als „I“ ein Foto seines erigierten Penis. Die Postproduktion soll den Filmemacher nach eigenen Angaben ebenfalls mitgenommen haben. Alleine der Schnitt soll über ein Jahr benötigt haben, währenddessen er angeblich unter drei Nervenzusammenbrüchen gelitten haben soll.[1]
Guerrilla Metropolitana versteht seinen Film selbst als Gesellschaftskritik in einer weniger klassischen Form, sondern mehr von einem inneren Hass getragen. Er möchte mit dem Film die wahre menschliche Natur entblößen, ohne jedoch sein Publikum zu belehren. Ziel sei es eher, seinen eigenen inneren Dämonen zu zeigen.[3]
Veröffentlichung
Der Film erschien als Blu-Ray und DVD-Premiere am 20. November 2023 über SRS Cinema. In Deutschland erschien der Film über das Uncut-Label Ultravisualfilms aus Altbach in einer ungekürzten und ungeprüften Version als Mediabook mit einem Booklet von Nado Rohner.[4]
Rezeption
Der Undergroundfilm erfuhr, wie auch andere Werke des Genres von Marian Dora oder Juval Marlon, kaum Rezeption in den seriösen Medien. Auf verschiedenen Fanseiten dagegen wurde er wohlwollend besprochen, insbesondere wegen der an das Arthouse angelehnten Ästhetik.[5][6] Auf Dreadcentral.com bezeichnete der Rezensent das Werk als „solid mind fuck“ und einen Film, den der Zuschauer nicht so schnell vergessen werde.[2]