Das doppelte College

Film von Frank Launder (1950) From Wikipedia, the free encyclopedia

Das doppelte College (Originaltitel The Happiest Days of Your Life) ist eine britische Filmkomödie aus dem Jahr 1950 unter Regie von Frank Launder. Er basiert auf dem gleichnamigen, 1947 uraufgeführten Theaterstück von John Dighton, der auch zusammen mit Launder das Drehbuch verfasste. In den Hauptrollen spielen Alastair Sim als Leiter einer Jungenschule und Margaret Rutherford als Leiterin eines Mädcheninternats, die in allerlei Streitigkeiten und Probleme geraten, als ihre Schulen ohne Vorwarnung zusammengelegt werden.

TitelDas doppelte College
OriginaltitelThe Happiest Days of Your Life
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Das doppelte College
Originaltitel The Happiest Days of Your Life
Produktionsland Vereinigtes Königreich
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1950
Länge 81 Minuten
Produktions­unternehmen
Stab
Regie Frank Launder
Drehbuch
Produktion
Musik Mischa Spoliansky
Kamera Stanley Pavey
Schnitt Oswald Hafenrichter
Besetzung
  • Alastair Sim: Wetherby Pond
  • Margaret Rutherford: Miss Whitchurch
  • John Bentley: Richard Tassell
  • Bernadette O’Farrell: Miss Harper
  • Guy Middleton: Victor Hyde-Brown
  • Joyce Grenfell: Miss Gossage
  • Edward Rigby: Rainbow, Hausmeister
  • Muriel Aked: Miss Jezzard
  • Richard Wattis: Arnold Billings
  • Gladys Henson: Mrs. Hampstead
  • John Turnbull: Conrad Matthews
  • Percy Walsh: Monsieur Joue
  • Arthur Howard: Anthony Ramsden
  • Harold Goodwin: Edwin
  • Laurence Naismith: Dr. Collet
  • Stringer Davis: Reverend Rich
  • Kenneth Downey: Sir Angus McNally
  • Olwen Brookes: Mrs. Parry
  • Stanley Lemin: Mr. Parry
  • Alan Broadhurst: Mr. Ibbertson
  • Vivien Wood: Mrs. Ibbertson
  • Nan Munro: Mrs. Jones
  • George Benson: Mr. Tripp
  • Patricia Owens: Angela Parry
  • Angela Glynne: Barbara Colhoun
  • Keith Faulkner: Unsworth
  • George Cole: junger Beamter des Bildungsministeriums
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Handlung

Wetherby Pond ist Schulleiter des Nutbourne College, einer altmodischen Jungenschule von unbedeutendem Ruf in der britischen Provinz. Es scheint der normale Beginn eines neuen Schuljahres zu sein, als auf einmal doppelt so viele Koffer wie üblich vor der Tür des Internats abgeliefert werden. Jedoch dürfte sich die Schülerzahl über die Sommerferien kaum verdoppelt haben. Etwas mehr Aufklärung bietet ein Brief des Schulministeriums, der von einer Zusammenlegung mit einer anderen Schule spricht. Umso größer ist der Schock für Mr. Pond und seine Lehrer, als sie herausfinden, dass sie mit einem Mädcheninternat zusammengelegt werden. Auch Muriel Whitchurch, die Schulleiterin jenes Mädcheninternats St. Swithin’s Girls’ School, und ihre Lehrerinnen sind von der Entscheidung des Schulministeriums völlig kalt erwischt worden.

Beide Schulleiter geraten in der Folge zwar häufiger in Streit miteinander, sind sich aber einig darin, dass die gemischtgeschlechtliche Situation untragbar ist. Kinder und Lehrkräfte müssen unter beengten Bedingungen zusammenleben, da es unmöglich ist, Schlafsäle und Duschen gemeinsam zu nutzen. Mr. Pond überlässt Miss Whitchurch sein Bett und übernachtet in der Badewanne. Selbst der Unterricht wird weiter getrennt fortgeführt. Die Lehrer sollen möglichst versuchen, zu verhindern, dass die Schülerinnen und Schüler ihre neuen Kontaktmöglichkeiten ausnutzen. Doch selbst unter den männlichen Lehrern von Nutbourne und den Lehrerinnen von St. Swithin kommt es auf die Dauer zu privaten Beziehungen. Weitere Probleme gibt es, als ein Großteil des überforderten Hauspersonals die Schule verlässt. Hastigen Ersatz bietet der Hauswirtschaftskurs der St-Swithin’s-Schule, die gekochten Gerichte munden aber nicht immer.

Die Versuche der Schulleiter, beim Ministerium nachzufragen, ob ein Fehler unterlaufen ist und ob die Zusammenlegung rückgängig gemacht werden könne, scheitern: Niemand ist dort erreichbar. Miss Whitchurch befürchtet, dass die Eltern der St-Swithin’s-Mädchen es für ungehörig halten würden, wenn sie wüssten, dass ihre Töchter dem rauen Umgang der Jungen aus Ponds Schule ausgesetzt wären. In der Folge verheimlichen die Schulleiter, dass die Mädchen nun eine Schule mit lauter Jungen teilen, und die Lehrer zensieren die ausgehenden Briefe an die Eltern. Pond ist empört über die Andeutung, seine Jungen seien keine geeignete Gesellschaft für die jungen Damen von St Swithin’s, muss jedoch Miss Whitchurch besänftigen, um seine Chancen auf eine Anstellung an einer renommierten reinen Jungenschule zu wahren, für die er in Betracht gezogen wird. Die Berufung hängt vor allem davon ab, ob er bei den besuchenden Schulvorständen einen günstigen Eindruck hinterlässt – von denen Miss Whitchurch mehrere persönlich kennt.

Das Zusammenleben klappt endlich halbwegs, als die Situation sich an einem Nachmittag dramatisch zuspitzt: Zunächst kommen die Eltern einiger St-Swithin’s-Mädchen vorbei, woraufhin Whitchurch und Pond eilig beschließen, die Jungen für die Zeit des Besuchs ins Schwimmbad zu bringen. Jedoch erscheint unangekündigt auch die Gruppe von Schulvorständen der angesehenen Schule, bei der Pond Schulleiter werden möchte. Die Jungen werden eilig zurückgeholt, müssen aber unbedingt vor den Eltern der Mädchen versteckt werden – ebenso die Mädchen vor den Schulvorständen. Zwei parallele Schulführungen werden organisiert: Eine für die Eltern der Mädchen und eine separate für die Schulvorstände – und niemals dürfen sich die beiden Gruppen begegnen! In hektischen Aktionen werden Klassenräume gewechselt sowie Hockey-, Lacrosse- und Rugby-Tore und -Netze vertauscht, während Schüler und Lehrkräfte versuchen, die Situation zu verbergen.

Die Fassade bricht schließlich zusammen, als die Eltern darauf bestehen, ein Lacrosse-Spiel der Mädchen zu sehen, während einem der Vorstände gleichzeitig ein Rugby-Spiel versprochen wurde. Während die Jungen und Mädchen sich auf dem Spielfeld in den Haaren liegen, geben sich Whitchurch und Pond ihrem Schicksal geschlagen. Schließlich erscheint auch noch ein Beamter des Schulministeriums, das sich bislang nicht gemeldet hatte. Aber anstatt die Zusammenlegung rückgängig zu machen, kündigt er die Ankunft einer neuen, vornherein koedukativen Schule an, die St Swithin’s nächste Woche ersetzen soll. Die neue Schule ist jedoch ihrem Zeitplan voraus: Im selben Moment treffen mehrere weitere Busladungen voller Kinder und Lehrkräfte lärmend ein, und völliges Chaos bricht aus. Miss Whitchurch und Mr. Pond sprechen in Seelenruhe darüber, in welchem abgelegenen und unattraktiven Winkel des Britischen Empires sie versuchen könnten, die Trümmer ihrer jeweiligen Karrieren wieder zusammenzusetzen – wobei sie erwähnt, einen Bruder zu haben, der „Erdnüsse in Tanganjika anbaut“, da könne man Lehrer gebrauchen.

Produktionshintergrund

Dightons Werk war bereits 1947 als BBC-Fernsehspiel gesendet und anschließend als Theaterstück aufgeführt wurden. In einer Theaterproduktion am Apollo Theatre hatte Margaret Rutherford bereits die Rolle der Schulleiterin gespielt.[1] Grober historischer Hintergrund von Dightons Theaterstück und dieser Verfilmung sind die wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten Großbritanniens in der Nachkriegszeit, die sich auch auf das Bildungswesen auswirkten. Auf den Bürokratismus im Schulsystem gibt es Seitenhiebe; aber auch auf die althergebrachten, elitären, in der Regel getrenntgeschlechtlichen Internate und Privatschulen, auf die vor allem Kinder aus begüterten Elternhäusern gingen.

Als Schulgebäude für den Film diente das englische Landhaus Langley Court in dem Dorf Liss, Hampshire.[2] In Langley Court war damals die Grundschule des Dorfes untergebracht, und viele der Schüler fungierten als Statisten.[3] Innenaufnahmen des Filmes entstanden in den Riverside Studios in London.

Bei seinem Erscheinen war Das doppelte College populär und in der Top Ten der erfolgreichsten Filme in Großbritannien im Jahr 1950 vertreten.[4] Der Erfolg dieser Schulkomödie trug möglicherweise dazu bei, dass vier Jahre später Die Schönen von St. Trinians entstand, eine weitere Schulkomödie. Bei dieser war wieder Launder der Regisseur, und mit Alastair Sim, Joyce Greenfell, Richard Wattis und anderen wirkten auch diverse Schauspieler aus diesem Film wieder mit. Die Schönen von St. Trinians war ebenfalls an den Kinokassen erfolgreich und der Anfang einer ganzen Filmreihe. Laut British Film Institute sind die St.-Trinians-Komödien im Vergleich zu Das doppelte College noch anarchischer, aber auch viel weniger klug.[5]

Kritiken

Der Filmdienst schreibt: „Fröhliche, gelungen besetzte Komödie, in der burleske Szenen mit satirischen Spitzen wechseln.“[6]

Die Online-Seite des British Film Institute meint, dass Alastair Sims Darstellung des Schulleiters Wetherby Pond „eine seiner größten Schöpfungen“ sei, auch Margaret Rutherford sei perfekt besetzt. Am herausragendsten sei aber Joyce Grenfell, die ein Mitglied des Lehrkörpers von St Swithin’s spielt.[7]

Einzelnachweise

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