Das eiserne Pferd

Film von John Ford (1924) From Wikipedia, the free encyclopedia

Das eiserne Pferd (auch Das Feuerross)[2] ist ein Stummfilm von John Ford aus dem Jahr 1924. Er gehört zu den Klassikern des Westerngenres und thematisiert den Bau der ersten US-amerikanischen transkontinentalen Eisenbahnverbindung.

TitelDas Feuerross[1]
Das eiserne Pferd (TV-Titel)
OriginaltitelThe Iron Horse
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Das Feuerross[1]
Das eiserne Pferd (TV-Titel)
Originaltitel The Iron Horse
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1924
Länge 133 Minuten
Stab
Regie John Ford
Drehbuch Charles Kenyon
Produktion John Ford
Musik Ernö Rapée
Kamera George Schneiderman
Burnett Guffey
Besetzung
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Handlung

In Springfield, Illinois träumt David Brandons Vater von einer transkontinentalen Eisenbahnverbindung nach Kalifornien. Thomas Marsh belächelt dies. Die Kinder der beiden, Davy und Miriam, sind Jugendfreunde. Mit seinem Sohn Davy zieht Brandon gen Westen. Eines Nachts werden sie von Cheyenne überfallen und ein Weißer auf Seiten der Indianer mit nur zwei Fingern an seiner rechten Hand tötet den alten Brandon.

1862 billigt der Kongress den Pacific Railway Act, ein Gesetz zum Bau einer transkontinentalen Eisenbahnverbindung. Der Präsident Abraham Lincoln unterschreibt es, trotz einiger Einwände wegen der Finanzierung des Projekts in der Zeit des Bürgerkrieges. Die neu gegründeten Eisenbahnbaugesellschaften Central Pacific und Union Pacific sollen den Bau von West nach Ost bzw. von Ost nach West ausführen.

Thomas Marsh gehört nun die Union Pacific. Miriam ist inzwischen mit dem ausführenden Ingenieur der Gesellschaft, Peter Jesson, verlobt. Da für die schwere Arbeit nicht genügend weiße Arbeiter gewonnen werden können, werden chinesische Vertragsarbeiter ins Land geholt. Nach dem Ende des Bürgerkriegs arbeiten auch viele Kriegsveteranen an der Strecke. Alle leiden unter harten Wintern, gelegentlichen Angriffen von Indianern und der einseitigen Ernährung mit Büffelfleisch. Als ein Versorgungszug von Indianern überfallen wird, kommt es zur Meuterei, die Miriam mit einem Appell an das Nationalgefühl der Arbeiter beenden kann.

Unterdessen soll die kürzeste Streckenführung durch die Black Hills gefunden werden. Bauman, der reichste Landbesitzer im Cheyenne-Land möchte jedoch, dass die Strecke durch seine Besitzungen am Smoky River führt und besticht Jesson mit Hilfe der Tänzerin Ruby zu behaupten, es gebe keinen Pass durch die Berge.

Verfolgt von Indianern taucht Brandon auf und bietet sein Wissen über einen Pass an, den ihm sein Vater gezeigt hatte. Brandon geht mit Jesson auf die Suche danach. An Brandons Pass schneidet Jesson das Seil durch, an dem sich Brandon in die Schlucht hinabseilt. Brandon fällt in einen Baum, stirbt aber nicht, wie von Bauman und Jesson beabsichtigt. Jesson kehrt zurück mit der Nachricht, dass es keinen Pass gebe und dass Brandon abgestürzt sei; Miriam ist erschüttert. Brandon kommt jedoch zurück und ist über den Streckenbau in Richtung Smoky River verwundert. Ob der Lüge Jessons kommt es zu einem Handgemenge zwischen den beiden Männern, dem ein Duell folgen soll. Miriam gesteht Brandon vor dem Kampf ihre Liebe und dieser tötet Peter Jesson im Faustkampf.

Bauman versucht nun, den Bau durch den Pass zu verhindern, indem er die Cheyenne zum Krieg aufstachelt. Während des Cheyenne-Angriffs wird Brandon unerwartet mit Bauman konfrontiert, der auf Seiten der Indianer kämpft und sich als der zweifingrige Mörder seines Vaters herausstellt. Brandon tötet ihn und schließt sich danach der Central Pacific an.

Nach einem weiteren Jahr Bauzeit treffen die beiden Schienenstränge am Promontory Summit aufeinander. Der Zusammenschluss wird am 10. Mai 1869 gefeiert und der letzte Schienennagel eingeschlagen (Golden Spike). Nach der Streckentaufe finden Brandon und Miriam, den Eisenbahnen gleich, zusammen.

Trivia

  • Im Film kamen laut Werbeaussage des Verleihs zum Einsatz „1 Infanterie-, 1 Kavallerieregiment, 300 Eisenbahnarbeiter, 800 Pawne-, Sioux- u. Cheyenne-Indianer, 2800 Pferde, 1300 Büffel, 10000 Texasstiere“.[2]
  • Die Behauptung auf einem Zwischentitel, dass die Lokomotiven der Szene der Vollendung des Baus die originalen seien, ist unzutreffend, da diese bereits vor 1910 verschrottet wurden. Die im Film gezeigte Lokomotive 116 der Union Pacific stellt in der Szene die 119 dar, die bei dem Ereignis verwendet wurde.[3]
  • In einer im Abspann ungenannten, Kleinrolle ist George Brent in seiner ersten Filmrolle zu sehen.
  • In den deutschen Kinos lief der Film 1925 unter dem Titel Das Feuerroß.

Kritiken

Joe Hembus urteilt, der Film versammle und integriere „alles, was ein Western sein kann: vom Visionären der Anfangs- und Schlußszenen über die Revenge Story, die Indianerkämpfe die Boomtown-Geschichte, die semi-dokumentarische Darstellung eines großen organisatorisch-technischen Unternehmens bis zur diskreten Sentimentalität einer Liebesgeschichte und zum robusten Humor [...].“[4]

Ann Dettmar bezeichnet den Film als „ungeschliffene[n] Edelstein, die drei Ebenen“[5] – die dokumentarische, die beobachtende und die dramatische Ebene – seien recht unverbunden, doch enthalte der Film „wunderbare Szenen“[6] und sei „am eindringlichsten“ in der „Komposition der Menschen im Bild“ und in „solch kurzen, nebensächlichen Momenten“ wie der Szene, als die vorher als albern charakterisierte Miriam Marsh bei einem Indianerangriff „schweigend zu einem Gewehr [greift]“.[7]

Literatur

  • Ann Dettmar: Das eiserne Pferd. In: Bernd Kiefer, Norbert Grob (Hrsg.), Marcus Stiglegger (Mitarbeit): Filmgenres. Western (= RUB. Nr. 18402). Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9, S. 49–53 [mit Literaturhinweisen].
  • Joe Hembus, Das Western-Lexikon – 1567 Filme von 1894 bis heute; erweiterte Neuausgabe von Benjamin Hembus; Heyne, München 1995, ISBN 3-453-08121-8; S. 183–185
  • J. A. Place: Die Western von John Ford. Originaltitel: The Western Films of John Ford. Citadel-Filmbücher bei Goldmann. Goldmann, München 1984, ISBN 3-442-10221-9, S. 19–26.
  • Eberhard Urban: Die Eisenbahn als Filmstar. transpress, Stuttgart 2015. ISBN 978-3-613-71511-0 (im Buch unzutreffend: 978-3-613-7171511-0), S. 12f.

Einzelnachweise

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