Das weiße Album

Buch von Joan Didion From Wikipedia, the free encyclopedia

Das weiße Album (Originaltitel: The White Album) ist eine Essaysammlung von Joan Didion. Das Buch erschien erstmals 1979. Die deutschsprachige Übersetzung von Charlotte Franke erschien 1983. Im Jahre 2022 erschien die Neuübersetzung von Antje Rávik Strubel.

Inhalt

In mehreren Essays beschreibt Joan Didion ihre Erlebnisse während der 1960er Jahre. Neben persönlichen Erfahrungen wie der Wahl zur Frau des Jahres durch die Los Angeles Times, einem Psychiatrieaufenthalt und dem Einzug in ihre Wohnung, dokumentiert sie den damaligen Zeitgeist, der von der Bürgerrechts- und Frauenbewegung geprägt war, aber auch ein vielfältiges kulturelles Schaffen hervorbrachte. Im Näheren beschreibt sie The Doors, deren Texte sich von denen anderer Bands unterschieden.

Zu ihren weiteren Beobachtungen zählen Bestandsaufnahmen Kaliforniens und Hollywoods, die Eröffnung des Getty Museums sowie Beschreibungen von Doris Lessing und Georgia O’Keeffe. Außerdem widmet sie sich dem Phänomen der Einkaufszentren und ihren Erfahrungen als amerikanische Touristin in Bogotá.

Abschließend vergleicht Joan Didion die Erlebnisse, die sie in den 1960er Jahren gemacht hat, mit ihrer Zeit am College in den 1950er Jahren und bemerkt, wie sehr sich die Welt seit damals verändert habe. Auch erinnert sie sich an ihre Zeit in Malibu zu Beginn der 1970er Jahre und bemerkt, dass sie zuerst die Abgeschiedenheit des Ortes schätzte, sich aber nun nicht mehr an diesen Ort zurückwünschte.

Kritik

„„Das weiße Album“ versammelte diese Texte also, verdichtete sie und machte ihre Wucht damit umso größer. Und der eine Satz, mit dem das Buch begann und Didions Sonderstatus für die Ewigkeit festschrieb, lautet: „Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben.““

Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Zeitung[1]

Der Standard aus Wien konstatiert, Didion habe im deutschen Sprachraum nie den Rang einer Susan Sontag oder Dorothy Parker erreichen können, vielleicht weil sie Widersprüche nicht auflöse und auf „moralische Sager“ nichts halte. Didion schreibe in ihren Texten gegen Phrasen und leere Worte, „gegen die Herrschaft der Klischees und damit auch gegen die Verführkraft falscher Idealismen“.[2]

Juergen Weber vom Schweizer Literaturportal rezensionen.ch schreibt zu der Essaysammlung, Joan Didion gehe in die Literaturgeschichte ein als Chronistin des kalifornischen Dreams und gleichzeitig Nightmares. Sie gelte als Begründerin des New Journalism. Ihre Essays aus den späten Sechzigerjahren, so zitiert er den Journalisten Hunter S. Thompson, „geben [...] ein treffendes Bild ab für eine Ära, die sich seither stetig im Rollback befindet“, den gesellschaftlichen Backlash, der alle Reformen der Sechziger rückgängig zu machen versuche.[3]

Ausgaben

  • The White Album. Simon & Schuster, New York 1979.
deutsche Übersetzungen
Das weiße Album. Eine kalifornische Geisterbeschwörung. Aus dem Amerikanischen von Charlotte Franke. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1983.
Das weiße Album. Eine kalifornische Geisterbeschwörung. Deutsch von Charlotte Franke. Rowohlt, Reinbek b. Hamburg 1983. (Rororo. 134941983.)
Das weiße Album. Deutsch von Antje Rávik Strubel. Ullstein, Berlin 2022. ISBN 978-3-550-20183-7.

Einzelnachweise

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