David Buss

US-amerikanischer Psychologe und Professor für Psychologie From Wikipedia, the free encyclopedia

David M. Buss (* 14. April 1953) ist US-amerikanischer Professor für Psychologie an der Universität von Texas in Austin. Er ist durch seine Theorien über die evolutionäre Psychologie bekannt geworden. Außerdem stellte Buss Theorien über geschlechtsspezifische Auswahlkriterien bei der Partnerwahl auf.

David Buss (2011)

Leben und Werk

Nach seinem Studium und der Promotion 1981 in Berkeley war Buss vier Jahre lang Assistenzprofessor an der Universität Harvard. Von 1985 bis 1996 unterrichtete er an der Universität Michigan, anschließend ging er zur Universität Texas, wo er heute noch unterrichtet.

Act Frequency Approach

Psychologen stehen regelmäßig vor der Aufgabe, der Alltagspsychologie entnommene Persönlichkeitseigenschaften wissenschaftlich exakt zu definieren, also entweder die genauen Bedingungen anzugeben, ob jemand zum Beispiel „kreativ“, „humorvoll“ oder „ehrgeizig“ ist, oder alle Handlungsweisen vollständig aufzuzählen, die diese Eigenschaft ausmachen sollen. Methodisch ebenso schwierig ist die Bestimmung, wie stark die jeweilige Eigenschaft bei jemandem ausgeprägt ist.

Als Lösungsvorschlag führten Buss und K. H. Craik 1980 die Prototypensemantik in die Differentielle und Persönlichkeitspsychologie ein.[1][2][3]

Ihr Act Frequency Approach (Handlungshäufigkeits-Ansatz) funktioniert so, dass zuerst eine Gruppe von Personen gefragt wird, welche Verhaltensweisen jemand zeigt, der die zu bestimmende Eigenschaft besitzt. Dann wählt eine zweite Gruppe diejenigen Verhaltensweisen aus dieser Liste, die besonders typisch für Merkmalsträger sind. Das Messverfahren besteht nun darin, zu zählen, wie oft innerhalb einer gegebenen Zeit die untersuchte Person diese typischen Verhaltensweisen ausführt.

Evolutionspsychologen erklären menschliche Verhaltensweisen durch Selektionsdruck im Kontext der menschlichen „Umwelt evolutionärer Anpassung“ – zum Beispiel in der afrikanischen Savanne im Pleistozän. Buss' Beitrag ist eine Theorie der sexuellen Konkurrenz und Selektion, die bekannte Merkmale der menschlichen Sexualität erklärt. Die Grundidee ist, dass stereotype Paarungsstrategien von Männern und Frauen den Selektionsdruck der menschlichen Umwelt widerspiegeln. Männer waren im darwinistischen Sinne (im Hinblick auf die Weitergabe ihrer Gene an künftige Populationen) besser gestellt, wenn sie ihre Partnerinnen nach dem Aussehen als Indikator für Gesundheit und Fruchtbarkeit auswählten. Frauen hingegen waren im darwinistischen Sinne besser gestellt, wenn sie ihre Partner nach dem sozialen Status auswählten, der als Indikator für die Fähigkeit diente, Ressourcen für das Weibchen und ihre Nachkommen bereitzustellen. Ebenso neigen Männer zu Promiskuität (aufgrund der geringen physischen Kosten ihrer Gameten) und zu starker Eifersucht (um zu vermeiden, genetisch nicht verwandten Nachkommen Ressourcen zukommen zu lassen), während Frauen dazu neigen, Treue vorzutäuschen (was jedoch nicht immer der Realität entspricht). Wie andere darwinistische Theorien über den Menschen zuvor, wird die Evolutionspsychologie heftig diskutiert; dennoch ist die Anziehungskraft von Buss' und ähnlichen Arbeiten auf die Öffentlichkeit ungebrochen.[4]

Werke

Siehe auch

Einzelnachweise

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