David Fahrner

deutscher Bildhauer From Wikipedia, the free encyclopedia

David Fahrner (* 15. Januar 1895 in Freudenstadt; † 5. Oktober 1962 ebenda) war ein deutscher Bildhauer, der vor allem Skulpturen und Reliefs schuf.

Leben

David Fahrner wuchs als Sohn eines Tuchscherer, der früh verstarb, in bescheidenen Verhältnissen auf. Ab 1910 absolvierte er eine Lehre in der Stuttgarter Metallwarenfabrik Mayer und Wilhelm und war anschließend in der Stuttgarter Kunstprägeanstalt tätig.[1] Seine ersten Schritte als Präger wurden durch den Kriegsdienst von 1914 bis 1918 unterbrochen. 1919 begann er eine Ausbildung an der Städtischen Fachschule für Edelmetallgewerbe in Gmünd unter Walter Klein. Nach Abschluss seines Studiums war er zunächst kurzzeitig als Metallplastiker bei den Poellathwerken in Schrobenhausen, kehrte 1924 jedoch nach Freudenstadt als freier Künstler zurück. Dort lebte und arbeitete er bis an sein Lebensende. In den dreißiger Jahren war er auch für die Württembergische Metallwarenfabrik in Geislingen an der Steige tätig. Fahrner war von 1938 bis 1944 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung mit 20 Werken, darunter sieben Plaketten, vertreten.[2] Er wurde 1957 Gründungsmitglied der Freudenstädter Künstlergemeinschaft „Das Quadrat“.

Fahrner verhielt sich gegenüber dem NS-Staat „eher leise, angepasst und gelegentlich opportunistisch“. Er profitierte zwar ökonomisch von seiner guten Stellung im NS-Kunstbetrieb, dennoch war sein Wirkungsfeld begrenzt, wenn nicht gar bescheiden. Spätestens ab 1943 wurde Fahrner vonseiten des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda unabkömmlich gestellt und damit davor geschützt, zum Kriegsdienst eingezogen zu werden. Die Unabkömmlichstellung wurde im Oktober 1944 im Rahmen der Totalen-Kriegseinsatz-Aktion aufgehoben; inwieweit er tatsächlich noch zum Dienst an der Waffe einrücken musste, ist ungeklärt.

Fahrner gestaltete eine Vielzahl von Plaketten, Reliefs, Skulpturen und Plastiken. Er machte sich als Porträtplastiker einen Namen, sowohl im Bereich der Vollplastik als auch im Relief und im Format des Medaillons. Fahrner schuf Auftragsarbeiten unter anderem für Hugo Eckener und Wilhelm Cuno. Der Wormser Industrielle Ludwig von Heyl zu Herrnsheim war ein langjähriger Mäzen Fahrners.

Barbenbrunnen Freudenstadt

Werke

Werke im öffentlichen Raum – Denkmale, Brunnen und Reliefs

Kriegerdenkmal Worms-Neuhausen

Kriegerdenkmal Worms-Neuhausen

Dieses Denkmal wurde 1937 errichtet. Gestiftet von Ludwig von Heyl zu Herrnsheim.

„Sitzende“

Nach 1945. Ehrenmal für die Gefallenen beider Weltkriege.[3] Altensteig, Walddorf, Kreis Calw.

Neptunbrunnen Tübingen

1947 wurde die Neptunfigur auf dem Marktbrunnen in Tübingen von Fahrner rekonstruiert. Das Metall wurde aus französischen Waffen eingeschmolzen. Die Plastik wurde in der WMF gegossen[4].

„Venus“ in Freudenstadt

Die Venus ist eine Bronzefigur von 1954. Sie wurde geschaffen zur Erinnerung an die Zerstörung im und den Wiederaufbau Freudenstadts nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Figur greift mit der einen Hand in eine bessere Zukunft, mit der anderen Hand schiebt sie das Böse der Vergangenheit von sich. Im Volksmund wurde sie damals auch „Hypotheken-Venus“ genannt, weil der Wiederaufbau der Stadt mit erheblichen Schulden verbunden war.

Barbenbrunnen

Nachkriegszeit. Freudenstadt. Die Barbe, ein forellenähnlicher Fisch, ist das Wappentier von Freudenstadt.

Kniende Frauenfigur

1959, Bronze, Friedhof Betzingen beim Gefallenen-Ehrenmal.[5] Für die Figur soll Oskar Kalbfells Tochter Ingrid Modell gestanden haben.[6]

Fischerin-Brunnen

1960, Aalen, vor dem St. Johann Friedhof.[7]

Werke für den inneren Bereich – Skulpturen, Büsten etc.


Stehendes Mädchen

1939 Gips[8]

„Flötenspielerin“

1941. Weiblicher Akt mit Querflöte. Ca. 38 cm.[9]

„Tanzende“

1945. Zinkguss, in Bronzeart grünlich patiniert, vollplastische Figur eines weiblichen Aktes im Tanze die Arme seitlich schwingend und ihr rechtes Bein nach hinten anwinkelnd, auf abgerundetem Sockel stehend, verso am Sockel im Guss signiert und datiert 1945, H: ca. 34 cm.https://www.siebers-auktionen.de/fileadmin/benutzerdaten/auktionen/Kuenstlerverzeichnis/F/Fahrner__David/3450-3.jpg

„Büste von Daniel Straub“

Die von Fahrner gestaltete Büste steht heute vor der Stadtkirche Geislingen

1950. Stadtarchiv Geislingen.

Daniel Straub war der Gründer der WMF.

„Kleiner Junge, der sich den Bauch hält“

Skulptur, ca. 10 cm Höhe, Entstehungsdatum unbekannt.[10]

Büste von Hermann Saam

Der Bildhauer porträtierte den Politiker Hermann Saam. Entstehungsdatum unbekannt.[11]

Büste von Karl Gengler

In der Nachkriegszeit porträtierte er den Präsidenten des Landtags von Württemberg-Hohenzollern Karl Gengler. Die Büste befindet im Foyer des Landtags von Baden-Württemberg.

Büste von Theodor Heuss

1961 wurde für die Wirtschaftsoberschule Reutlingen, die am 7. Juni 1961 nach Theodor Heuss benannt worden war, in der Kunstgiesserei Strassacker eine Büste von Fahrner gefertigt. Heuss selbst schrieb darüber: „Gestern früh (mit Frau Steins) in Süßen bei Göppingen, Bronzegießerei, wo die Büste (von mir) für Reutlingen gegossen wurde – man will mir auch eine schenken. (Sie ist nicht ‚genial‘, aber sehr solid). Das ist nun eine Sache, die mir gefiel.“[12]

Ein Exemplar dieser Büste wurde aus dem Nachlass des ehemaligen Ministerpräsidenten Gebhard Müller der Stadt Reutlingen geschenkt. Sie steht jetzt im Rathaus der Stadt.[13]

Medaillen und Gedenkmünzen

  • 1924: Medaille für Verdienste um die Zeppelin-Eckener-Spende. Bronzegussmedaille. Kopf Eckeners nach links / Unbekleideter Mann vor stilisierten Wellen und Luftschiff.
  • 1930: Ende der Besetzung des Rheinlands, Silbermedaille und Bronzemedaille 1930[14]. Vorderseite zwei klatschende Hände, Rückseite zwei Glocken und ein Gedicht:

Hört was die Glocke am Rheine spricht

Kinder und Enkel vergesset es nicht!

Was wir in zwölf bitteren Jahren

da mancher am Leide zerbrach

im Rheinischen Lande erlitten

an weisser und schwarzer Schmach

Das sei uns heiliges Vermächtnis

mit Blut und mit Tränen geweiht

Wir waren wir sind

und wir bleiben

Deutsch bis in Ewigkeit"

  • 1931: Universität Frankfurt am Main, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Fakultätsmedaille.[15]
  • 1953: Deutsche Skimeisterschaft Baiersbronn, Einseitige Bronzegussmedaille.
  • 1960: Erinnerungsmedaille zur Hochzeit von Diane Prinzessin von Frankreich und Carl Herzog von Württemberg. Reliefs der Eheleute, nach links blickend, sie hinten, er im Vordergrund, sie hälftig verdeckend. Rückseite Krone, Württembergisches Wappen, Französisches Wappen mit drei Lilien.

Literatur

Commons: David Fahrner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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