David Koresh

US-amerikanischer Sektenführer From Wikipedia, the free encyclopedia

David Koresh (eigentlich Vernon Wayne Howell; * 17. August 1959 in Houston, Texas; † 19. April 1993 in Waco, Texas) war ein US-amerikanischer Sektenführer und selbsternannter Prophet der Branch Davidians, einer Abspaltung der Davidianer. Er starb während der Erstürmung seines Hauptquartiers durch das FBI.

David Koresh, 1987 (Polizeifoto)

Leben

Vernon Howell hatte erfolglos versucht, in Los Angeles als Rock-Musiker[1] bekannt zu werden. Er hatte sehr gute Bibelkenntnisse. Im Alter von 22 Jahren ging er nach Waco. Er nahm um 1985 den Namen David Koresh an, wobei sich der Vorname auf den biblischen König David und der Nachname auf den persischen König Kyros II. bezog. In Koreshs Lesart bezog er sich jedoch auch auf den vierten der Apokalyptischen Reiter.[2]

Koresh wurde ein Anführer der Branch Davidians, einer eschatologischen Abspaltung der Davidianer-Sekte. Er band seine Anhänger mit seiner unorthodoxen Auslegung der Johannesoffenbarung und seiner charismatischen Persönlichkeit an sich. Während er seinen männlichen Kultanhängern sexuelle Enthaltsamkeit predigte, schwängerte er selbst mehrere Frauen der Gruppe. Von seinen mutmaßlich 17 Kindern starben 12 bei der Erstürmung in Waco.[3] 1987 wurden er und sieben seiner Anhänger des versuchten Mordes am Anführer eines konkurrierenden Flügels derselben Sekte angeklagt, jedoch wegen mangelnder Beweise freigesprochen.[1]

Von 1984 bis 1993 war Koresh mit Rachel Jones verheiratet. Sie sollte wie viele der Sektenmitglieder beim Sturm des Sektenhauptquatiers in Waco sterben. Ab 1990 galt er als einziger Anführer der Sekte und erklärte sich zum Messias.[1] Die Bündesbehörden umstellten im April 1993 den Sitz der Sekte, weil Gerüchte im Umlauf waren, wonach Koresh auf dem Gelände Waffen hortete. Koresh starb bei der Erstürmung des Sektenhauptquartiers in Waco durch das Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives, in dessen Verlauf ein Brand ausbrach, in dem auch über 80 weitere Menschen starben.[4]

Literatur

Commons: David Koresh – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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