David Moxon
neuseeländischer anglikanischer Bischof
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Sir David John Moxon KNZM GCStJ (* 6. September 1951) ist ein neuseeländischer anglikanischer Bischof. Er war bis Juni 2017 Repräsentant des Erzbischofs von Canterbury beim Heiligen Stuhl und Direktor des Anglikanischen Zentrums in Rom. Zuvor war er Bischof in der Diözese Waikato und Taranaki, Erzbischof der neuseeländischen Diözesen und einer der drei Primaten der Anglikanischen Kirche in Aotearoa, Neuseeland und Polynesien.
Die frühen Jahre
David Moxon wurde 1951 in Palmerston North, Neuseeland, geboren. Er besuchte dort die Freyberg High School, wo er Schulsprecher war. Nach einem Jahr an der Massey University Palmerston North im Jahr 1971 setzte er das Studium an der University of Canterbury/College House fort und schloss 1974 mit einem Bachelor of Arts in Pädagogik und Psychologie ab, bevor er sich erneut an der Massey University einschrieb, wo er 1976 einen Master in Pädagogik und Soziologie erwarb. 1975 studierte er als Ordinand für die Diözese Waiapu Theologie an der University of Oxford am St. Peter’s College. Dort schloss er sein Studium 1978 mit einem Bachelor und 1982 mit einem Master ab.[1] Außerdem erwarb er ein Zertifikat in Māori-Studien an der Waikato University und ein Lizenziat in Theologie (LTh) am Bistum Aotearoa.[2]
Ordinierter Priester
Bevor er seine Priesterausbildung begann, war Moxon 1970 ein Jahr lang als Jugendarbeiter beim Freiwilligendienst in Fidschi tätig und arbeitete anschließend von 1974 bis 1975 als Dozent im Bildungsbereich der Massey University. 1978 wurde Moxon zum Diakon in Havelock North ernannt und 1979 in der Diözese Waiapu zum Priester geweiht. Er blieb bis 1981 in Havelock North und wurde anschließend zum Vikar in Gate Pa, Tauranga, ernannt, wo er sechs Jahre lang tätig war. 1987 wurde Moxon Direktor für theologische Ausbildung der Anglikanischen Kirche in Aotearoa, Neuseeland und Polynesien, eine Position, die er bis 1993 innehatte. Er war außerdem Mitglied der Kommission, die das neuseeländische Gebetbuch „He Karakia Mihinare o Aotearoa“ herausgab.[2]
Bischof
Am 13. August 1993 wurde Moxon in Hamilton, Neuseeland, zum Bischof geweiht und löste seinen Vorgänger Roger Herft als Bischof von Waikato ab.[3]
1995 vertrat Moxon die Konferenz der Kirchen von Aotearoa, Neuseeland, an Bord der HMNZS Tui im Rahmen des friedlichen Protests der neuseeländischen Regierung gegen die Detonation von Atombomben auf dem Mururoa-Atoll in Französisch-Polynesien.[4] 1998 führte er gemeinsam mit der Generalsynode und den Bischöfen der Kirche einen ökumenischen „Hikoi (Friedenssternmarsch) der Hoffnung“ aus dem ganzen Land an,[1] an dem in Wellington über 30.000 Menschen zusammenkamen, um der Regierung die wachsenden Bedürfnisse arbeitsloser und verarmter Neuseeländer darzulegen. Die auf dem Hikoi präsentierten Daten wurden durch Erfahrungen im lokalen christlichen Sozialdienst unterstützt. Moxon und andere Kirchen- und Gemeindeführer in Hamilton lehnten den Bau eines neuen Casinos in der Stadt vor der Casino Control Authority aus Gründen der Sorge um die sozialen Konsequenzen ab; das Casino wurde dennoch gebaut.
2006 wurde Moxon als Teil eines neuen dreigliedrigen Modells des anglikanischen Episkopats in Neuseeland zum Bischofsvorsteher der neuseeländischen (Pakeha) Diözesen und 2008 zum Primas der Anglikanischen Kirche in Aotearoa, Neuseeland und im Südpazifik ernannt. Als Primas arbeitete er mit William Brown Turei (Maori) und Winston Halapua (Polynesien) zusammen.[2] Ebenfalls 2008 wurde Moxons Waikato Diözese – einzigartig für eine anglikanische Diözese – dahingehend geändert, dass die Bischöfe von Waikato und Taranaki gleichberechtigte Diözesanbischöfe wurden. Philip Richardson, den Moxon zum ersten Suffraganbischof in Taranaki ernannt hatte, wurde Moxons gleichgestellter Bischof von Taranaki, und 2010 wurde die Diözese in Diözese Waikato und Taranaki umbenannt. Richardson folgte Moxon später als Erzbischof der neuseeländischen Diözesen nach.[5]
Anglikanischer Gesandter in Rom
Moxon war von 2011 bis 2018 anglikanischer Vorsitzender der dritten Phase der Anglikanisch-Römisch-Katholischen Internationalen Kommission (ARCIC III).[4] In dieser Funktion war Moxon bis 2013 auch Leiter im Vorstand des Anglikanischen Zentrums in Rom, bevor er dessen Direktor wurde. Moxon war zudem Vorsitzender des Projekts „Die Bibel im Leben der Kirche“ für die Anglikanische Kirchengemeinschaft, ein Projekt, das im November 2012 vom Anglikanischen Konsultativrat (ACC 15) gebilligt wurde; er war Einberufer der Konferenz Anglikanischer Orden in Aotearoa, Neuseeland (CAROANZ); Schirmherr von A Rocha, Neuseeland, einer christlichen Umweltaktionsgruppe; Präsident der New Zealand Bible Society und von 1993 bis 2013 Vorsitzender der in Hamilton ansässigen Mahi Mihinare Anglican Action, einer Organisation, die sich für „Gerechtigkeit durch Dienst“ einsetzt.[2] Von 2010 bis 2013 war er außerdem Gründungsmitglied des Ngati Haua Mahi Trusts, eines Arbeitsqualifizierungsprogramms für Māori in der Region Piako.[1]
Im Dezember 2012 legte Moxon die meisten seiner Ämter in Aotearoa, Neuseeland und Polynesien nieder, nachdem er zum Vertreter des Erzbischofs von Canterbury beim Heiligen Stuhl und zum Direktor des Anglikanischen Zentrums in Rom ernannt worden war.[1] Am 16. April 2013 wurde Moxon von der Generalsynode / Te Hinota Whanui zum emeritierten Erzbischof der Anglikanischen Kirche in Aotearoa, Neuseeland und Polynesien ernannt. Er begann seinen Dienst in Rom am 10. Mai 2013 und nahm am 14. Juni 2013 am ersten Treffen zwischen dem neuen Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, und Papst Franziskus in Rom teil.[6]
Während Moxons Zeit in Rom konzentrierte sich das Anglikanische Zentrum auf ökumenische Bildung und Vernetzung im Bereich der Bekämpfung moderner Sklaverei und Menschenhandels sowie auf die ökumenische Vernetzung in der Flüchtlingsarbeit.[1][7] Am 5. Oktober 2016 unterstützte Moxon das vierte Treffen von Franziskus und Welby, bei dem sie öffentlich die Verpflichtung ihrer jeweiligen Kirchengemeinschaften zu einem vertieften Dialog und einer stärkeren gemeinsamen Missionspartnerschaft erneuerten. Anlass war der 50. Jahrestag des ersten offiziellen Besuchs eines anglikanischen Erzbischofs von Canterbury bei einem Papst und der Gründung des Anglikanischen Zentrums in Rom.[6] Moxon und der orthodoxe Erzbischof Gennadios unterstützten als Vertreter ihrer jeweiligen Kirchengemeinschaften Papst Franziskus bei seinen ökumenischen Erklärungen in der Sankt Pauli-Kirche vor den Toren Roms.
Moxons Amtszeit in Rom, in der er sich mit Papst Franziskus auch persönlich befreundete, wird in Mary Reaths Buch „An Open Door: The Anglican Centre in Rome, 2003 to 2016“, Canterbury Press, 2016, und in dem Artikel „Moxon moves on“ der Vatikanjournalistin Philippa Hitchen in der britischen Church Times vom 16. Juni 2017 dargestellt.[6] Moxon, der selbst große Sympathien für das franziskanische Ethos hegt, sagte über Papst Franziskus: „Pope Francis is just totally transformative. He has built on the ministry of his predecessors, and he walks his talk. He’s literally doing what St Francis of Assisi would have us do in this century.“ („Papst Franziskus ist absolut transformativ. Er baut sein Amt auf seinen Vorgängern auf, und er handelt selbst nach seinen Worten. Er tut buchstäblich das, was Franziskus von Assissi uns in diesem Jahrhundert zu tun aufgeben würde.“)[4]
Engagement im Ruhestand
Im Ruhestand wurde Moxon zum Schirmherrn verschiedener karitativer Organisationen, engagiert sich in der episkopalen Te Manawa o Te Wheke Bewegung und ist Mitglied des Kuratoriums und Fellow der St Paul's Collegiate School Hamilton, Fellow des Board of Governors des College Houses Christchurch und Dekan für Aotearoa Neuseelands Most Venerable Order of the Hospital of Saint John of Jerusalem (Johanniterorden).
Moxon engagierte sich wiederholt auch im Dialog mit anderen Religionen und Weltanschauungen, so bei einer Serie von öffentlichen philosophischen Diskussionen unter dem Titel ‘The Big Questions’ des Hamiltoner Community College EarthDiverse.[8]
Privatleben
Moxon ist mit der Māori-Gesundheitsexpertin Tureiti Moxon verheiratet, deren Whanau (Familienverband) in den Ngāti Kahungunu und Ngāi Tahu Māori Stämmen verwurzelt ist, und die ihn in seiner kirchenamtlichen und sozialen Arbeit intensiv unterstützte.
Tureiti Moxon absolvierte eine Ausbildung in frühkindlicher Pädagogik und anschließend eine juristische Ausbildung und ist derzeit Geschäftsführerin des Hamiltoner Gesundheitsdienstleisters Te Kohao Health und Vorsitzende der National Urban Māori Authority.[4] Die beiden haben vier erwachsene Kinder.
Ehrungen
Bei den Neujahrsehrungen 2014 wurde Moxon für seine Verdienste um die Anglikanische Kirche zum Knight Companion des New Zealand Order of Merit ernannt,[9] und bei den Sonderehrungen 2024 wurde er zum Ritter des Johanniterordens erhoben.
Im März 2017 erhielt Moxon bei einem Empfang im Lambeth Palace in London vom Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, das Lambeth-Kreuz für Ökumene.
Am 24. Juni 2025 wurde Moxon bei seiner Ernennung zum Prälaten des Ordens das Großkreuz des Bailiffs des Johanniterordens (GCStJ) verliehen.[10]