David van Weel

niederländischer Diplomat, Beamter und Militärveteran From Wikipedia, the free encyclopedia

David Martijn van Weel (* 4. August 1976 in Rotterdam) ist ein niederländischer Politiker (VVD), ehemaliger Ministerialbeamter und NATO-Funktionär. Er ist seit Juni 2025 Minister für Asyl und Migration und seit September 2025 Außenminister der Niederlande im geschäftsführenden Kabinett Schoof. Zuvor war er von Juli 2024 bis September 2025 Minister für Justiz und Sicherheit und davor von 2020 bis 2024 beigeordneter Generalsekretär der NATO.

David van Weel (2025)

Militär

Nach dem Schulabschluss am Erasmiaans-Gymnasium in Rotterdam begann van Weel 1994 seine Karriere bei der Königlichen Niederländischen Marine.[1] Er schloss 1999 die Offiziersausbildung am Koninklijk Instituut voor de Marine ab und diente auf verschiedenen Fregatten, unter anderem als Austauschoffizier bei der britischen Royal Navy. Er arbeitete als Stabsoffizier für Mittel- und osteuropäische Länder im Verteidigungsstab der Niederländischen Streitkräfte und beendete seine Zeit bei der Marine als Offizier der Kommandozentrale und Navigationsoffizier.[2][3]

Politik

Van Weel wechselte 2004 als Referent in das niederländische Verteidigungsministerium,[2] wo er als leitender Politikberater für die Operationen in Afghanistan und Libyen tätig war und die Politik in den Bereichen NATO, Nuklearpolitik und Abrüstung, Sondereinsätze sowie die Vorbereitung des niederländischen Verteidigungshaushalts koordinierte. Später diente er als Büroleiter des Generalsekretärs des Ministeriums (2012–2014) und als Leiter der Direktion Internationale Angelegenheiten und Operationen (2014–2016).[4] Von 2016 bis 2020 war Van Weel Berater für Außen- und Verteidigungspolitik von Premierminister Mark Rutte (VVD) im Ministerium für allgemeine Angelegenheiten.[1][5]

Im Jahr 2020 wurde er beigeordneter Generalsekretär (Assistant Secretary-General) der NATO für neue sicherheitspolitische Herausforderungen unter Generalsekretär Jens Stoltenberg. Der Rundfunksender NOS stellte fest, dass Van Weel nach dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 häufiger öffentlich auftrat.[3] Im Januar 2024 wurde sein Zuständigkeitsbereich bei der NATO in Innovation, hybride Bedrohungen und Cyberabwehr umbenannt.[1]

Am 2. Juli 2024 wurde van Weel auf Vorschlag der Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) zum Minister für Justiz und Sicherheit im Kabinett Schoof ernannt.[6] Aufgrund des Zerbrechens der Vier-Parteien-Koalition erklärte die Regierung am 3. Juni 2025 ihren Rücktritt, blieb aber – wie üblich – in der Zeit der vorgezogenen Neuwahl und der anschließenden Bildung einer neuen Regierung geschäftsführend im Amt. Da die Minister der rechtspopulistischen PVV jedoch sofort aus der Regierung ausschieden, übernahm van Weel als Nachfolger Marjolein Fabers zusätzlich das Amt des Ministers für Asyl und Migration. Nach dem Rücktritt von Judith Uitermark (NSC) am 22. August 2025 war er außerdem für zwei Wochen mit der kommissarischen Leitung des Ministeriums für Inneres und Königreichsbeziehungen betraut.[7] Nachdem auch der Außenminister Caspar Veldkamp (NSC) zurückgetreten war, wurde van Weel am 5. September 2025 zu dessen Nachfolger ernannt. Dafür wurde er vom Amt des Justiz- und Sicherheitsministers entbunden (Nachfolger war sein Parteikollege Foort van Oosten), blieb aber weiterhin auch Asyl- und Migrationsminister.

Commons: David van Weel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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