Davis Grubb

US-amerikanischer Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Davis Alexander Grubb (* 23. Juli 1919 in Moundsville, West Virginia; † 24. Juli 1980 in New York City, New York) war ein US-amerikanischer Schriftsteller.

Leben und Karriere

Davis Grubb wurde in eine angesehene Familie seines Heimatdorfes in West Virginia geboren, sein Vater war Architekt. Die Great Depression traf jedoch seine Familie schwer und sie verlor ihr Haus.[1] Nach dem Ende seiner Schulausbildung arbeitete Grubb zunächst für eine Radiostation in Clarksburg. Er wollte Grafiker werden und begann ein Studium am Carnegie Institute of Technology in Pittsburgh, das er aber aufgrund seiner Farbenblindheit abbrach. Seine erste Anstellung danach hatte er 1940 als Page für NBC in New York. In den 1940er-Jahren wurde Grubb zunächst als Radioansager und Werbetexter tätig, während er parallel eine Karriere als Schriftsteller anstrebte. 1944 verkaufte er seine erste Kurzgeschichte an das Magazin Good Housekeeping für 500 US-Dollar, es folgten weitere Veröffentlichungen von Geschichten bei Collier’s und dem American Magazine.[2]

Als der Markt für Kurzgeschichten ab 1950 kleiner wurde, wollte Grubb auch Romane schreiben. Seine ersten beiden Roman-Manuskripte blieben unveröffentlicht, doch sein dritter Versuch The Night of the Hunter (1953) wurde zum größten Erfolg seiner Karriere. Das Werk über zwei Kinder, die während der Great Depression vor ihrem psychopathischen Stiefvater fliehen müssen, wurde von den meisten Kritikern gelobt und gilt heute bei vielen als kleinerer Klassiker der amerikanischen Literatur.[2] Es war auch Finalist beim National Book Award 1955. Die gleichnamige Verfilmung aus dem Jahr 1955 unter Regie von Charles Laughton mit Robert Mitchum wurde zu einem bedeutenden Filmklassiker und trug zur weiteren Bekanntheit von Grubbs Roman bei.

Insgesamt veröffentlichte Grubb in der Folge weitere neun Romane, drei Erzählbände, außerdem noch weitere Kurzgeschichten. Mindestens vier seiner Romane wurden ins Deutsche übersetzt. Die meisten von Grubbs Werken werden zum Subgenre der Southern Gothic gezählt und spielen in seinem Heimatbundesstaat West Virginia, etwa in Bergdörfern, Gefängnissen, während des amerikanischen Bürgerkriegs oder auf Flussdampfern.[3][4] Besonders Sozialthemen waren dem in einer sozialkonservativen Familie aufgewachsenen Grubb in seinen Romanen wichtig, er thematisierte unter anderem Rassismus, Korruption und Arbeiterunterdrückung. Grubb hatte die Meinung, dass kein Autor eine Geschichte zweimal schreiben solle,[2] und experimentierte mit gemischtem Erfolg immer wieder Themen, Stile und Formen. Zu seinen weiteren Werken zählen der Historienroman A Dream of Kings (1955) über den amerikanischen Bürgerkrieg, das ambitionierte Werk The Voices of Glory (1962) über eine Krankenschwester in der Weltwirtschaftskrise und der Kriminalroman Fool's Parade (1969), der 1971 mit James Stewart in der Hauptrolle als Die Gnadenlosen verfilmt wurde.[5]

Der alleinstehende Grubb lebte ab den 1940er-Jahren größtenteils als freier Schriftsteller in New York und war Teil der dortigen Literaturszene; er galt als exzentrischer Charakter. Zwei Jahre vor seinem Tod erhielt er ein dauerhaftes Stipendium der West Virginia Library Commission, woraufhin er wieder viel in West Virginia lebte und dort Lesungen veranstaltete.[6] Seinen letzten Roman Ancient Lights hatte Grubb gerade fertiggestellt, als er 1980 – einen Tag nach seinem 61. Geburtstag – an Lungenkrebs verstarb.[7]

Werke

Romane

  • The Night of the Hunter (1953)
    • dt.: Die Nacht des Jägers
  • A Dream of Kings (1955)
  • The Watchman (1958)
  • The Voices of Glory (1962)
  • A Tree Full of Stars (1965)
    • dt.: Christbaumwunder
  • Shadow of My Brother (1966, bereits 1956 geschrieben)
    • dt.: Meines Bruders Schatten
  • The Golden Sickle (1968)
  • Fools' Parade (1969)
    • dt.: Gaunerparade
  • The Barefoot Man (1971)
  • Ancient Lights (1982, posthum)

Sammlungen von Kurzgeschichten

  • Twelve Tales of Suspense and the Supernatural (1964)
  • The Siege of 318: Thirteen Mystical Stories (1978)
  • You Never Believe Me and Other Stories (1989, posthum)

Einzelnachweise

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