Debstedt

Ortschaft in der Stadt Geestland From Wikipedia, the free encyclopedia

Debstedt (niederdeutsch Debst) ist eine Ortschaft in der Stadt Geestland im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Schnelle Fakten
Debstedt
Debst (niederdeutsch)Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname
Stadt Geestland
Wappen von Debstedt
Koordinaten: 53° 37′ N,  38′ O
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 12,92 km²
Einwohner: 2064 (30. Juni 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 160 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Eingemeindet nach: Langen
Postleitzahl: 27607
Vorwahl: 04743
Debstedt (Niedersachsen)
Debstedt (Niedersachsen)
Lage von Debstedt in Niedersachsen
Debstedt in der Stadt Geestland
Debstedt in der Stadt Geestland
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Debstedt von oben
Langer Berg von Debstedt

Geografie

Geschichte

Das Kirchdorf besteht seit dem 11. Jahrhundert und war vor wenigen Jahrhunderten ein regionaler Mittelpunkt und Marktort der Börde Debstedt im Amt Bederkesa.[3] Die Börde umfasste die Kirchspiele Holßel und Debstedt. Um 797 ließ Karl der Große die erste Kirche errichten, die zur Wallfahrts- und Wehrkirche wurde.[3]

Die Dionysiuskirche Debstedt wurde um 1200 gebaut und nach einem Brand 1913 wiedererbaut. Im einflussreichen Kirchspiel Debstedt waren ebenfalls Debstedterbüttel, Langen, Sievern, Wehden, Laven und Spaden eingepfarrt.[4] Heute gehören nur noch Debstedt, Sievern und Wehden dazu.

Während der Franzosenzeit gehörte Debstedt zur Kommune Lehe. Nach dem Sieg über Napoleon wurde das Amt Bederkesa wiederhergestellt und Debstedts Zugehörigkeit dazu ebenfalls. 1840 bekam das Dorf den Status einer Landgemeinde. Nach der Auflösung des Amtes gehörte die Gemeinde zum Amt Lehe (1852–1885), Kreis Lehe (1885–1932), Landkreis Wesermünde (1932–1977) beziehungsweise Landkreis Cuxhaven.

Bei einem Brand am 13. Juli 1912 wurde die Dionysiuskirche weitgehend zerstört sowie 26 von 56 vorhandenen Wohnhäusern und Gehöften des Dorfes.

Ende der 1950er Jahre wurde die Stadtbuslinie L der Verkehrsgesellschaft Bremerhaven AG (VGB) von Friedrichsruh bis zur Gemeindegrenze Langen/Debstedt verlängert.[5]

Durch Debstedt verkehren die Linien 504, 505, 525 und NL.[6] Des Weiteren ist der Ort über ein Anruf-Sammel-Taxi (AST) an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden.

Eingemeindungen

1971 schloss sich die Kommune als Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Langen an. Seit der Gebietsreform in Niedersachsen, vom 1. März 1974 gehörte Debstedt zur Gemeinde Langen.[4]

Seit dem 1. Januar 2015 ist Debstedt eine Ortschaft der neugegründeten Stadt Geestland.[7]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohnerQuelle
19100472[8]
19250564[9]
19330657
19390664
19501204[10]
JahrEinwohnerQuelle
19561075[10]
19611058[11]
19701189
19731169[12]
20172064[1]
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Politik

Ortsratswahl 2021
Wahlbeteiligung: 53,19 %
 %
40
30
20
10
0
36,6 %
29,5 %
16,8 %
11,8 %
5,3 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Bürgerfraktion – WG Stadt Geestland
e Einzelbewerber Martin Stürcken

Ortsrat

Der Ortsrat von Debstedt setzt sich aus sieben Ratsmitgliedern der folgenden Parteien zusammen:

Weitere Informationen Wahljahr, BFG ...
Wahljahr BFG CDU SPD Grüne Gesamt
2021[13] 3 2 1 1 7 Sitze
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(Stand: Kommunalwahl 12. September 2021)

Ortsbürgermeister

Der Ortsbürgermeister von Debstedt ist Bernd Krüger (BFG). Sein Stellvertreter ist Marco Kolle (BFG).[14]

Wappen

Der Entwurf des Kommunalwappens von Debstedt stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.[15]

Wappen von Debstedt
Wappen von Debstedt
Blasonierung: „In Blau auf zwei silbernen liegenden, abgewandten Löwen zwei zottige, goldene Männer, ein goldenes gotisches Taufbecken auf ihren Schultern tragend.“[15]
Wappenbegründung: Das 1497 gegossene Taufbecken in der Kirche ist ein Wahrzeichen der Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Vereine

  • Gesangsvereine: Seemanns-Chor Debstedt von 1984 und Singkreis Debstedt
  • Heimat- und Museumsverein
  • Hundesportverein
  • Oldtimerverein
  • Schützenverein
  • Sportverein TSV Debstedt: Fußball, Badminton, Basketball, Jazzdance, Turnen/Gymnastik, Tischtennis, Volleyball, Wandern
  • Dorfjugend[16]

Persönlichkeiten

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Dietrich Martin Matthaei (1708–1762), Pastor zu Debstedt, Sohn des evangelisch-lutherischen Geistlichen und Pädagogen Otto Matthaei
  • Werner Rodde (1726–1804), Lutherischer Geistlicher und Pädagoge, 1784 bis 1804 Pastor in Debstedt
  • Justus Alexander Saxer (1801–1875), lutherischer Theologe und Generalsuperintendent der Generaldiözese Bremen-Verden, er war von 1844 bis 1847 Pastor in Debstedt
  • Georg Haccius (1847–1926), Theologe und von 1890 bis 1926 Direktor der Hermannsburger Mission, er war von 1889 bis 1890 Pfarrer in Debstedt
  • Jan Bohls (1863–1950), Zoologe, Privatgelehrter, Volkskundler und Heimatforscher, eines seiner Projekte war eine Ausgrabung am Debstedter Galgenberg
  • Alfred Sasse (1870–1937), Architekt, er leitete 1913 den Wiederaufbau der Dionysiuskirche in Debstedt
  • Eduard Rüther (1871–1941), Historiker und Gymnasiallehrer, er veröffentlichte 1938 die Chronik von Debstedt – Ein Heimatbuch für Dorf, Börde und Kirchspiel Debstedt (Kreis Wesermünde)
  • Gerhard van Heukelum (1890–1969), Politiker (SPD), Oberbürgermeister von Bremerhaven und Senator in der Freien Hansestadt Bremen, starb in Debstedt
  • Paul Ernst Wilke (1894–1971), Maler des Impressionismus, er lebte u. a. in Debstedt
  • Hans Aust (1926–1984), Lehrer und prähistorischer Archäologe, seit 1966 war er als Kreisarchäologe des Landkreises Cuxhaven tätig, erste praktische archäologische Erfahrungen sammelte er 1949 bei der Ausgrabung eines Grabhügels bei Debstedt
  • Petra Jäschke (* 1960), Politikerin (SPD), von 2015 bis 2019 Abgeordnete der Bremischen Bürgerschaft, sie war im Internat der Seeparkschule Wesermünde in Debstedt tätig
  • Manuela Mahnke (* 1965), Politikerin (SPD), von 2007 bis 2015 Abgeordnete der Bremischen Bürgerschaft und ist seit 2015 Bürgermeisterin der Gemeinde Nottuln, sie war von 2000 bis 2003 als Verwaltungsleiterin bei der DRK-Behindertenhilfe in Debstedt tätig

Literatur

  • Eduard Rüther: Chronik von Debstedt. Hamburg 1938.
  • Artur Burmeister: Die Rosenburg von Debstedt. Langen-Debstedt 2012.
  • Artur Burmeister: DEBSTEDT 100 Jahre Wiederaufbau der Kirche Glaube-Kunst-Brauch-Geschichte. Langen-Debstedt 2013.
  • Artur Burmeister: Einst ein Schmuckstück des Dorfes. Die Holländerwindmühle von Debstedt. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 812. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven August 2017, S. 3 (Digitalisat [PDF; 8,1 MB; abgerufen am 13. Juli 2019]).
  • Artur Burmeister: Galgenaufstellung und Hinrichtung in Debstedt. Alle 30 bis 40 Jahre ein makaberes Volksfest am „Hügel des Grauens“. In: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. (Hrsg.): Niederdeutsches Heimatblatt. Nr. 835. Nordsee-Zeitung GmbH, Bremerhaven Juli 2019, S. 2–3 (Digitalisat [PDF; 5,6 MB; abgerufen am 30. Juli 2019]).

Einzelnachweise

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