Dedesdorf-Eidewarden

Ortschaft in der Einheitsgemeinde Loxstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Dedesdorf-Eidewarden (niederdeutsch Deesdorp-Eidewarden) ist eine 2016 zusammengeschlossene Ortschaft in der Einheitsgemeinde Loxstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven. Zur Ortschaft gehört auch die Siedlung Oldendorf.[2]

Schnelle Fakten
Dedesdorf-Eidewarden
Deesdorp-Eidewarden (niederdeutsch)Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname
Gemeinde Loxstedt
Wappen von Dedesdorf-Eidewarden
Koordinaten: 53° 27′ N,  30′ O
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 7,45 km²
Einwohner: 544 (31. Dez. 2023)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1936
Eingemeindet nach: Landwürden
Postleitzahl: 27612
Vorwahl: 04740
Dedesdorf-Eidewarden (Niedersachsen)
Dedesdorf-Eidewarden (Niedersachsen)
Lage von Dedesdorf-Eidewarden in Niedersachsen
Luftbild (2012)
Luftbild (2012)
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Geografie

Lage

Dedesdorf-Eidewarden befindet sich an der Weser und liegt in der Gemarkung Landwürden. Es wird durch reetgedeckte Häuser und die umgebende Marschlandschaft geprägt. Durch den Ort verlaufen die Landesstraßen L 121 und L 143. Die L 121 ermöglicht eine Verbindung in Richtung Bremerhaven.

Ortsgliederung

  • Dedesdorf
  • Eidewarden
  • Oldendorf

Nachbarorte

Overwarfe
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Wiemsdorf

Maihausen
Büttel

Geschichte

Am 1. Januar 1936 ist die Gemeinde Dedesdorf mit den Bauerschaften und Dörfern Buttel, Dorf Dedesdorf, Eidewarden, Maihausen, Overwarfe, Ueterlande und Wiemsdorf in die Gemeinde Landwürden umbenannt worden.[3]

Dedesdorf-Eidewarden im Nationalsozialismus

1938 wurden die im Dorf ansässigen Juden[4], der Schlachter Theodor Rosenberg (* 1872 in Eidewarden; † 11. August 1938 KZ Oranienburg) und sein Bruder, der Viehhändler Hugo Rosenberg, mit seiner Frau Eva, ins KZ Oranienburg verschleppt. Theodor kam im KZ ums Leben; sein Bruder verübte dort Selbstmord. Geschäft, Haus und Hof wurden über Zwangsverkauf an „gute Nazis“ übergeben. Theodors Witwe Helene zog nach Lemgo zu ihren Kindern Herta, geb. Rosenberg (* 6. Mai 1901 in Eidewarden) und Walter Frenkel, die 1944 im KZ Auschwitz umkamen.[5][6]

Nach 1945

Die beiden Dörfer Dedesdorf und Eidewarden verfügten über jeweils einen Ortsvorsteher und teilten sich ein Gemeinschaftshaus mit Jugendraum und einen Sportplatz. Am 1. November 2016 wurden die Ortschaften Dedesdorf und Eidewarden zur Ortschaft Dedesdorf-Eidewarden zusammengelegt.[7] Für die zusammengelegte Ortschaft Dedesdorf-Eidewarden wurde ab 2016 nur noch ein Ortsvorsteher nach den Bestimmungen des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes bestimmt.

In der Straße Am Markthamm klärt eine Informationstafel über die Geschichte der Umgebung auf.

Eingemeindungen

Die beiden Dörfer Dedesdorf und Eidewarden waren bis zur Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, Teile der Gemeinde Landwürden im Landkreis Wesermarsch. Danach waren sie Ortschaften in der Einheitsgemeinde Loxstedt.[8]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Dedesdorf (ab 1936 unter dem Namen Landwürden) mit den oben genannten umfassten Bauerschaften

Weitere Informationen Jahr ...
Jahr19101933193919501956196119701973
Einwohner14021376147224152114198418301794
Quelle[9][3][10][11][12]
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Ortschaften Dedesdorf und Eidewarden (1925–2014)

Weitere Informationen Jahr ...
Jahr192520102014
Einwohner Dedesdorf0142211192
Einwohner Eidewarden387363
Quelle[3][13][14]
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Ortschaft Dedesdorf-Eidewarden (2015–2021)

Weitere Informationen Jahr ...
Jahr201520202021
Einwohner516550593
Quelle[14][15][15]
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Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Dedesdorf-Eidewarden vom Loxstedter Gemeinderat vertreten.

Ortsvorsteher

Der Ortsvorsteher von Dedesdorf-Eidewarden ist Holger Onken (SPD).[16] Die Amtszeit läuft von 2021 bis 2026.

Wappen

Das Kommunalwappen der zusammengeschlossenen Orte Dedesdorf und Eidewarden wurde von dem Bürgerverein Dedesdorf-Eidewarden von 1958 e. V. entworfen. Das Wappen wurde der Öffentlichkeit zum 860. Dedesdorfer Markt im August 2009 erstmals präsentiert.[17]

Wappen von Dedesdorf-Eidewarden
Wappen von Dedesdorf-Eidewarden
Blasonierung:Schild gespalten, vorn in Blau der heilige Laurentius im silbernen Gewand, in der Rechten einen Rost haltend, in der Linken ein aufgeschlagenes Buch und eine Lilie, oben rechts und links je ein schwebender achtstrahliger silberner Stern; hinten in Rot, oben vier schwarze Wellenlinien überhöht von einem schrägrechtsgestellten silbernen Spaten, der links und rechts von je einem schwarzen Kleeblatt beseitet wird, unten eine schwarzbedachte silberne Windmühle.“[17]
Wappenbegründung: Der im blauen Wappenteil dargestellte Heilige Laurentius im silbernen Gewand ist dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Landwürden entlehnt. Er ist der Schutzheilige der Kirche zu Dedesdorf. Im roten Wappenteil stehen oben die Wellenlinien für den Weserstrom, der Spaten und die Kleeblätter für die Fruchtbarkeit des Marschenlandes. Unten ist die Windmühle von Dedesdorf zu sehen, die es dort schon seit 1876 gibt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Windmühle Dedesdorf als Galerieholländer – Hochzeitsmühle Ursel

Bauwerke

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Der Ort ist insbesondere durch den Dedesdorfer Markt überregional bekannt

Verkehr

Radarturm Dedesdorf

Über die L 121 besteht im Süden Anschluss an die B 437. Die B 437 führt in östlicher Richtung zur A 27 bei Stotel und in westlicher Richtung durch den Wesertunnel auf die andere Weserseite in den Landkreis Wesermarsch. In nördlicher Richtung führt die L 121 an die Stadtgrenze von Bremerhaven.

Die VBN-Buslinie 580 verbindet Dedesdorf-Eidewarden mit anderen Teilen Landwürdens und mit Bremerhaven. Diese Linie wurde bereits 1925 von der Reichspost eingerichtet.[19] Darüber hinaus führen einzelne Fahrten und ein Anruf-Sammel-Taxi (AST) an allen Tagen der Woche (auch Schulferien) nach Loxstedt und Bremerhaven. Bis 2004 gab es eine örtliche Fährverbindung nach Kleinensiel, die durch den nahegelegenen Wesertunnel ersetzt wurde. Der Fähranleger wurde zu einem Sportboothafen umgebaut.[18] Zunächst gab es eine Busanbindung (Linie 440) mit einer Haltestelle in Dedesdorf. Die Linie führte via Wesertunnel nach Rodenkirchen. Damit wurde Fußgängern und Radfahrern die Weserquerung ermöglicht.[20]

Im Zuge der südlichen Erweiterung der Radarkette für die Verkehrszentrale Bremerhaven in den Jahren 1974 bis 1981 wurde südlich der Ortslage am Ufer der Weser der Radarturm Dedesdorf errichtet.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

  • Christian Friedrich Rudolph Rüder (1809–1890), Advokat, Redakteur, Schriftsteller und Polizeidirektor
  • Marie Dorothea Ahlmann, geborene Hundewandt (1817–1904), Mutter des dänischen Kaufmanns und Fabrikanten Johannes Ahlmann
  • Hermann Schmidt (1851–1921), Politiker, Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Jurist, Oberbürgermeister von Erfurt

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Eilert Köhler (1710–1751), Orgelbauer, er ergänzte das Pedalwerk der Schnitger-Orgel in der St.-Laurentius-Kirche in Dedesdorf (1742–1745)
  • Gerhard Janssen Schmid (1770–1845), Orgelbauer, er ersetzte in der Schnitger-Orgel 1838 ein Register im Pedal und legte eine gleichstufige Stimmung an
  • Johann Hundewandt (1782–1838), Großvater des dänischen Kaufmanns und Fabrikanten Johannes Ahlmann, besaß einen Hof in Dedesdorf
  • Franz Ludwig Anton Kelp (1809–1891), Arzt und Psychiater, er ließ sich 1833 in Dedesdorf als Praktischer Arzt nieder
  • Otto Wilhelm August Schreiber (1884–1967), Reeder, er pachtete 1937 die Weserfähre von Dedesdorf nach Kleinensiel
  • Karla Raveh (1927–2017), Überlebende des Holocaust und Autorin; sie war Enkelin des im KZ Oranienburg umgekommenen Theodor Rosenberg (1872–1938) aus Eidewarden

Literatur

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 5–6 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB]).
Commons: Dedesdorf-Eidewarden – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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