Denis van Alsloot

Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Denis (Denijs) van Alsloot (* um 1568 wahrscheinlich in Mechelen; † wahrscheinlich 1626 in Brüssel)[1] war ein flämischer Maler und Zeichner. Er arbeitete vorwiegend als Landschaftsmaler und Hofkünstler in Brüssel.[2]

Leben

Denis van Alsloot war vermutlich der Sohn eines gleichnamigen Teppichwebers. Über seine eigene Ausbildung ist nichts bekannt. Urkundlich belegt sind jedoch mehrere Lehrlinge, die er ausbildete: 1599 François de Sainctsaule, 1603 Jan van Eyck, 1604 Pieter van der Borcht und 1611 Willem de Moy. Bereits im Jahr 1593 quittierte van Alsloot die Bezahlung für das Vergolden und Verzieren eines Denkmals der Familie Garnier in der Christoffelkapelle der Zavelkerk in Brüssel. Seit 1599/1600 war er Hofmaler des erzherzoglichen Statthalterpaares Albrecht und Isabella. Im Jahr 1606 erklärten die Erzherzöge, dass Denis van Alsloot bereits seit sechs Jahren als Maler in ihrem Dienst stehe, und wiesen den Magistrat von Brüssel an, ihm die für Hofkünstler üblichen Freistellungen zuzuerkennen. Zwischen 1603 und 1606 wurde er für Entwürfe und das Malen von Kartons für Teppiche bezahlt. Im Jahr 1608 erwähnte Ghisbertus Venius ihn als Landschaftsmaler im Dienst der Erzherzöge. Diese entlohnten ihn 1609 für die Ausführung einer Darstellung der Belagerung und des Falls von Ostende.

Den wohl umfangreichsten Auftrag seiner Laufbahn erhielt Alsloot im Jahr 1615 von den Erzherzögen: Für 10.000 Gulden sollte er acht große Bilder zum Thema der Ommeganck Prozession vom 31. Mai 1615 in Brüssel anlässlich des Eichelhäherschießens der Großen Gilde der Armbrustschützen von Brüssel (Arbaletriers de Bruxelles) anfertigen. Diese Bilder wurden in zwei Serien von Alsloot und seinen Mitarbeitern ausgeführt. Eine Serie verblieb bei Isabella (im Jahr 1619 befand sie sich auf Schloss Tervuren), die andere war vermutlich für Philipp II. bestimmt und befand sich im Jahr 1636 im Alcázar zu Madrid.

In den Jahren 1619/1620 erhielt Alsloot vom Hof einen weiteren bedeutenden Auftrag: die Anfertigung zweier dokumentarischer Gemälde von Schloss und Umgebung von Tervuren. Im Jahr 1620 malte er eine Ansicht des Schlosses Mariemont aus der Vogelperspektive, vermutlich auf Bestellung des Brüsseler Hofes. In den Jahren 1620/21 wohnte er in einem Haus „bij de Bogaerden“ in Brüssel, in dem seine Frau noch bis etwa 1635 als Witwe lebte. Das Todesdatum Alsloots lässt sich durch einen Bilderkauf ungefähr eingrenzen. Im Jahr 1626 erwarb Erzherzogin Isabella zwei Gemälde aus seinem Nachlass von seiner Nichte Leonora Cousins.

Ommeganck in Brüssel auf dem Sablon, 1616

Werk

Denis van Alsloot verarbeitete die Einflüsse der flämischen und holländischen Landschaftsmalerei – von Gillis van Coninxloo bis zu Joachim Patiniir und Pieter Bruegel – auf erfinderische Weise in seinem eigenen Stil. Am nächsten stand er Jan Bruegel dem Älteren.

Sein Gesamtwerk ist nicht besonders umfangreich. Aus einer Schaffensperiode von etwa 15 Jahren sind rund 50 Gemälde erhalten. An diesen ist jedoch keine allmähliche Entwicklung abzulesen. Nicht datierte Werke lassen sich daher nur schwer einordnen. Der überwiegende Teil seiner Landschaften entstand in Zusammenarbeit mit Hendrik de Clerck, der ebenfalls Hofmaler war. Die frühesten gemeinsamen Kabinettstücke entstanden 1606 und 1608, 1611/12 erreichten sie ihren Höhepunkt, bevor die Zusammenarbeit vor 1615 endete, da Denis van Alsloot umfangreiche eigene Aufträge erhielt.

Neben Landschaften schuf Alsloot auch detailgetreue Illustrationen zu bedeutenden offiziellen Ereignissen seiner Zeit.

Zu seinen erhaltenen Hauptwerken gehören:

  • Der Aufzug der Handwerkszünfte (Madrid, Prado, 1616),
  • Der Aufzug der Gilden auf dem Großen Markt zu Brüssel (London, Victoria and Albert Museum) und
  • Der Triumph der Isabella (London, Victoria and Albert Museum, 1616).
  • Das Fest am Diesdelle in Anwesenheit der Erzherzöge (Madrid, Prado, 1616) sowie
  • die Ansicht des Schlosses und des Parks von Mariemont aus der Vogelperspektive (Brüssel, Königliche Museen für Schöne Künste, 1620) sowie
  • die gemeinsam mit Hendrik de Clerck geschaffenen Darstellungen der Abtei von Terkameren bei Brüssel (Brüssel, 1611) und der Abtei von Groenendaal im Zoniënwald (Brüssel, 1612).

Zeichnungen von seiner Hand befinden sich unter anderem in Amsterdam (Rijksprentenkabinet), Braunschweig (Herzog Anton Ulrich-Museum), Brüssel, Darmstadt, Düsseldorf, Leipzig, Sankt Petersburg (Eremitage), Lille, London (British Museum), München (Staatliche Graphische Sammlung) und Paris (Louvre, École des Beaux-Arts, Sammlung Lugt).

Werke (Auswahl)

Seine Werke sind unter anderem im Museo del Prado in Madrid und im Bonnefantenmuseum in Maastricht ausgestellt.

Commons: Denis van Alsloot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Sabine Van Sprang: Denijs van Alsloot (vers 1568-1625/26) ; peintre paysagiste au service de la cour des archiducs Albert et Isabelle, Turnhout, Brepols, 2014.
  • Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI