Dentlein am Forst

Marktgemeinde im Landkreis Ansbach in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Dentlein am Forst (amtlich: Dentlein a.Forst, bis 1926: Dentlein[2]) ist ein Markt im Landkreis Ansbach in Mittelfranken und zählt zur Metropolregion Nürnberg. Der Ort ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Dentlein am Forst.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Dentlein am Forst
Deutschlandkarte, Position des Marktes Dentlein am Forst hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 9′ N, 10° 25′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Verwaltungs­gemeinschaft: Dentlein am Forst
Höhe: 481 m ü. NHN
Fläche: 18,01 km²
Einwohner: 2325 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91599
Vorwahl: 09855
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 132
Marktgliederung: 12 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausplatz 1
91599 Dentlein a.Forst
Website: dentlein.de
Erster Bürgermeister: Thomas Beck (Freie Wähler Großohrenbronn – Erlmühle / Bürgerliche Einheitsliste / Vereinigte Wählergemeinschaft)
Lage des Marktes Dentlein am Forst im Landkreis Ansbach
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Kirche St. Ursula

Geografie

Geografische Lage

Der Hauptort liegt etwa 8 km östlich von Feuchtwangen in einem sehr waldreichen Gebiet. Die hier zahlreich entspringenden Bäche fließen über die Wörnitz und die Altmühl zur Donau.[3]

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend gegen den Uhrzeigersinn): Feuchtwangen, Dürrwangen, Langfurth, Burk und Wieseth.

Gemeindegliederung

Es gibt zwölf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5]

Die Einöde Neumühle zählt zum Gemeindeteil Kaierberg.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Aichau (Gemarkungsteil 0), Dentlein am Forst und Thürnhofen (Gemarkungsteil 0).[6] Die Gemarkung Dentlein hat eine Fläche von 16,236 km². Sie ist in 2544 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6382,12 m² haben.[7] In ihr liegen sämtliche Gemeindeteile mit Ausnahme von Leichsenhof und Kaierberg.[8]

Geschichte

Bis zur Gemeindegründung

Dentlein am Forst wurde unter dem Namen „Tennlin“ erstmals am 8. Mai 1397 urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Flurnamen ab, dessen Bestimmungswort das mittelhochdeutsche Wort „tann“ (= Tanne(nwald)) mit angehängten Diminutivsuffix „-lîn“ ist und demnach kleiner Tannenwald bedeutet.[9]

Seit dem 14. Januar 1469 ist in Dentlein eine Pfarrkirche urkundlich belegt. Die Bewohnerzahl stieg vor allem in der Mitte des 17. Jahrhunderts durch die Zuwanderung vertriebener Protestanten aus dem oberösterreichischen „Ländlein ob der Enns“, nachdem das Gebiet um die Gemeinde durch den Dreißigjährigen Krieg stark verwüstet und fast entvölkert worden war. Die zugewanderte Bevölkerung machte um 1660 ungefähr ein Drittel der Bevölkerung aus. Ein Schulhaus war seit 1698 vorhanden. 1842, nach dem Schulhausneubau – dem jetzigen Rathaus, – wurde ein zweiter Lehrer (Schulgehilfe) „aufgestellt“.

Dentlein am Forst lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Feuchtwangen. Im Jahre 1732 gab es 26 Anwesen mit 28 Mannschaften. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Klosterverwalteramt Sulz. Alleiniger Grundherr war das Oberamt Feuchtwangen:

Außerdem gab es noch 1 Kirche (evangelisch) mit Friedhof, 1 Pfarrhaus, 1 Schulhaus, 1 ansbachische Haupt- und Wegzollstätte, 1 Hirtenhaus.[10] Gegen Ende des Alten Reiches (1806) gab es in Dentlein 27 Mannschaften.[11][12] Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.

Im Jahre 1806 kam Dentlein an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Dentlein gebildet.[13] Zu diesem gehörten Angerhof, Erlmühle, Eschenlach, Großohrenbronn, Kleinohrenbronn, Ölmühle, Schwaighausen, Wehlmäusel, Weikersdorf und Zinselhof. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Dentlein mit den Orten Angerhof, Erlmühle, Eschenlach, Fetschendorf, Großohrenbronn, Kleinohrenbronn, Obermosbach, Ölmühle, Schwaighausen und Zinselhof. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Feuchtwangen[14] und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Feuchtwangen zugeordnet (1919 in Finanzamt Feuchtwangen umbenannt). Eschenlach wurde noch vor 1840 nach Krapfenau umgemeindet.[15] Ab 1862 gehörte Dentlein zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt) und von 1943 bis 1973 zum Finanzamt Dinkelsbühl, seit 1973 zum Finanzamt Ansbach. In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Feuchtwangen zuständig (1879 in Amtsgericht Feuchtwangen umbenannt), seit 1973 ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 12,585 km².[16]

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1971 wurde ein Teil der ehemaligen Gemeinde Thürnhofen eingegliedert. Am 1. Januar 1972 folgte ein kleiner Teil der aufgelösten Gemeinde Aichau.[17]

Einwohnerentwicklung

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl von 2400 auf 2312 um 88 Einwohner bzw. um 3,7 %.

Gemeinde Dentlein

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 18181840185218611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950196119701987200520112017
Einwohner 572828110312331227109810891116106911071116111411171204114413421450149019481862206223192396246523452325
Häuser[18] 121155221242240252262333406655749769
Quelle [13] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [20] [28] [20] [29] [20] [30] [20] [20] [20] [31] [16] [32] [33] [34] [34] [34]
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Ort Dentlein

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001840001861001871001885001900001925001950001961001970001987002003002017
Einwohner 202307449398375374434655736841835952873
Häuser[18] 4659878984107143229
Quelle [13] [19] [21] [23] [26] [28] [30] [31] [16] [32] [33] [35] [36]
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Politik

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat hat (ohne Bürgermeister) 14 Mitglieder.

Freie WählerBürgerliche EinheitslisteVereinigte WählergemeinschaftUnabhängige WählerSitze gesamt
2008543214
2014443314
2020[37]523414

Bürgermeister

Zum Bürgermeister gewählt wurde 2020 Thomas Beck mit 55,92 % der Stimmen.[38] Sein Vorgänger war Friedrich Wörrlein, gewählt im März 2014 mit 71,79 Prozent der Stimmen.

Wappen und Flagge

Wappen
Wappen von Dentlein am Forst
Wappen von Dentlein am Forst
Blasonierung: „In Gold eine von Silber und Schwarz gevierte, gesenkte, eingeschweifte Spitze, beseitet von je einem bewurzelten, grünen Nadelbaum.“[39]
Wappenbegründung: Die beiden Nadelbäume stehen redend für den Ortsnamen: „Siedlung beim Tannenwald“. Die Zollernvierung in der eingeschweiften Spitze weist auf die einstige Zugehörigkeit zur Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach.

Die Gemeinde Dentlein am Forst führt seit 1976 das Wappen.

Flagge

Die Gemeindeflagge ist grün-gelb.[40]

Baudenkmäler

Die Zirkelkappl im Oktober 2016

Bodendenkmäler

Verkehr

Die Kreisstraße AN 52 verläuft nach Thürnhofen zur Staatsstraße 2222 (2,7 km nordwestlich) bzw. über Großohrenbronn nach Burk zur Staatsstraße 2248 (4,5 km südöstlich). Die Kreisstraße AN 53 verläuft über Erlmühle zur Staatsstraße 2220 bei Angerhof (4,7 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Kaierberg zur Staatsstraße 2222 (2 km nördlich), nach Lichtenau (2,7 km nordwestlich) und an Fetschendorf vorbei nach Obermosbach (1,9 km südlich).[3]

Persönlichkeiten

  • Fritz Muck (* 1837 in Dentlein am Forst; † 1891 in Bochum), Chemiker, Begründer der Steinkohlenchemie im Ruhrgebiet

Literatur

Commons: Dentlein am Forst – Sammlung von Bildern

Fußnoten

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