Der Galgenbaum
Film von Delmer Daves und Karl Malden
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Der Galgenbaum (Originaltitel: The Hanging Tree, alternativ auch Rivalen am Goldriver) ist ein US-amerikanischer Western von Regisseur Delmer Daves aus dem Jahre 1959 mit Gary Cooper, Maria Schell und Karl Malden in den Hauptrollen.
| Film | |
| Titel | Der Galgenbaum |
|---|---|
| Originaltitel | The Hanging Tree |
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1959 |
| Länge | 107 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Delmer Daves |
| Drehbuch | Wendell Mayes Halsted Welles |
| Produktion | Martin Jurow Richard Shepherd |
| Musik | Max Steiner |
| Kamera | Ted D. McCord |
| Schnitt | Owen Marks |
| Besetzung | |
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Handlung
Der Arzt Dr. „Doc“ Joseph Frail kommt 1873 in das kleine Goldgräberdorf Skull Creek in Montana und eröffnet eine Praxis. Die Einheimischen reagieren zuerst mit Zurückhaltung, da er nichts von seiner Vergangenheit preisgibt und es allerlei Gerüchte um ihn gibt. Doc rettet den flüchtenden jungen Golddieb Rune und pflegt ihn gesund. Im Gegenzug muss Rune dem Doc versprechen, ihm stets gehorsam zu sein, ansonsten liefere er ihn an die Dorfbewohner aus. Dann wäre Rune sicher tot, denn die Sitten im Dorf sind rau und die Menschen bringen einander schnell an den Galgen. Rune beobachtet, wie der Doc einerseits zu großer Gütigkeit fähig ist, zugleich öfters durch herrisches und hartes Auftreten auffällt.
Der Goldsucher Frenchy Plante und weitere Männer des Dorfes finden die schwerverletzte Elizabeth Mahler, eine junge Schweizerin (in der deutschen Synchronfassung dagegen eine Schwedin). Sie hat als einzige Passagierin einen Postkutschenüberfall überlebt hat, ist jedoch erblindet und hat schwere Verletzungen. Die Männer bringen sie zu Doc, der sie wieder gesund pflegt. Im Laufe der Behandlung verliebt sie sich in Doc, der jedoch ihre Bemühungen zurückweist, obwohl er eigentlich das Gleiche für sie empfindet.
Währenddessen versucht Frenchy bei Elizabeth einen Annäherungsversuch, was zu einer Schlägerei zwischen ihm und Doc führt. Die Leute fangen an, über Doc und Elizabeth zu reden. Der Quacksalber Dr. George Grubb, der den Vorfall mitbekommen hat, sieht seine Geschäfte durch die Anwesenheit von Doc gefährdet und beginnt langsam die Bewohner gegen ihn aufzuwiegeln. Elizabeth bleibt trotz des Geredes im Dorf, obwohl Doc ihr kühl die Abreise und Rückkehr nach Europa empfiehlt.
Sie erwirbt mit Rune und Frenchy zusammen eine Mine, um selbst nach Gold zu schürfen. So möchten sowohl Elizabeth als auch Frenchy aus dem Einflussbereich von Docs kommen. Um an Geld zu kommen, verpfändet Elizabeth eine Halskette, die ein Familienerbstück ist. Sie ist wertlos, aber Doc macht mit dem Dorfkrämer Tom Flaunce ab, er solle ihr so viel Geld leihen, wie sie braucht. In der Folge kommt er im Geheimen aus Liebe für sämtliche Schulden der Mine auf.
Als Elizabeth durch die Krämersfrau davon erfährt, verspricht sie Doc, alles zurückzuzahlen. Gleichzeitig erfährt sie den wahren Grund seiner Unnahbarkeit, die durch die Untreue seiner verstorbenen Frau mit seinem Bruder begründet ist. Wenig später steht die Mine beinahe vor dem Aus, als Elizabeth, Frenchy und Rune unter einem eingestürzten Baum doch noch einen großen Goldfund machen. Es zu einer ausgelassenen Feier im Dorf, in der der Alkohol in Strömen fließt und Zelte abgebrannt werden.
Frenchy ist von Sinnen und versucht Elizabeth, der er wiederholt erfolglos den Hof gemacht hatte, zu vergewaltigen. Doc greift ein und tötet Frenchy in einem Schießgefecht. Dieser Vorfall gibt Grubb die Gelegenheit, die Dorfbewohner endgültig gegen Doc aufzuhetzen und ihn an den Galgen zu bringen. In letzter Sekunde eilt Elizabeth ihm zur Hilfe, die ihre Liebe zu ihm dadurch beweist, dass sie ihre Rechte an der Mine an die Dorfbewohner abtritt. Der Lynchmob zerstreut sich daraufhin. Doc, dem nun erstmals selbst das Leben gerettet wurde, entscheidet sich daraufhin endlich für eine gemeinsame Zukunft.
Kritiken
„Der vorletzte Western Gary Coopers ist in seiner psychologischen Handlungsführung ein wenig einfach geraten, aber gute Darsteller, eine exzellente Inszenierung und die überzeugende Kameraarbeit wiegen dies auf.“
Produktion und Synchronisation
Das Drehbuch basierte auf dem Roman The Hanging Tree von Dorothy M. Johnson.
Die Dreharbeiten fanden im Oak Creek Wildlife Area im Gebirge westlich von Yakima, Washington statt. Die Eröffnungsszene, in der Gary Cooper entlang des Flusses reitet, wurden Mitte Juni 1958 nordöstlich von Goose Prairie, Washington am Nordufer des Bumping River gedreht. Das Filmset der Goldminenstadt wurde am südlichen Ende des Flusses Little Rattlesnake Creek südwestlich von Nile, Washington gebaut.[2]
Hauptdarsteller Gary Cooper, der mit seiner Firma Baroda Productions auch als Mitproduzent tätig war, arbeitete nach Sturm über dem Pazifik zum zweiten Mal mit Regisseur Delmer Daves zusammen. Karl Malden sprang für Regisseur Delmer Daves ein, als dieser krankheitshalber nach zwei Dritteln der Drehzeit ausfiel, was weder im Vor- und Abspann erwähnt wurde. Daves hatte einen Herzinfarkt erlitten und erhielt danach den ärztlichen Rat, das körperlich herausfordernde Drehen von Western zu lassen, und inszenierte den Rest seiner Karriere nur noch in anderen Genres.[3]
Die Warner Bros. brachte den Film 1959 in die bundesdeutschen Lichtspielhäuser. In dieser bis heute gebräuchlichen Synchronfassung bekam Gary Cooper die Stimme von Heinz Engelmann. Maria Schell synchronisierte sich selbst, und Karl Malden wurde von Wolf Martini gesprochen.[4]
Auszeichnungen
- 1960: Oscar-Nominierung: Bester Filmsong (für den Song The Hanging Tree)
Literatur
- Jean-Marc Bouineau, Alain Charlot, Jean-Pierre Frimbois: Die 100 besten Western-Filme. Heyne Film- und Fernsehbibliothek Nr. 32/159, Wilhelm Heyne Verlag München, Deutsche Erstausgabe 1991, ISBN 3-453-04935-7.
- Joe Hembus: Das Western-Lexikon – Erweiterte Neuausgabe von Benjamin Hembus – 1567 Filme von 1894 bis heute. Heyne Filmbibliothek Nr. 32/207, Wilhelm Heyne Verlag, München 1995, ISBN 3-453-08121-8.
- Peter Handke: Der Galgenbaum (1964), in: Peter Handke, Prosa 1, Suhrkamp Verlag, Berlin 2018, 504–513, ISBN 978-3-518-42781-1
Weblinks
- Der Galgenbaum bei IMDb
- Der Galgenbaum in der Online-Filmdatenbank