Der Geier – Freund oder Feind
Film von Florian Baxmayer (2025)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der Geier – Freund oder Feind ist ein österreichischer Kriminalfilm aus dem Jahr 2025 von Florian Baxmeyer. Die Hauptrolle spielt Philipp Hochmair. Die Erstausstrahlung im ORF erfolgte am 21. September und im ZDF am 22. September 2025. Das Drehbuch orientiert sich an dem Roman Buona Notte: Ein Lago-Maggiore-Krimi der Brüder Andreas Lebert und Stephan Lebert, den sie unter dem Pseudonym Andrea Di Stefano veröffentlicht haben.
| Folge 2 der Reihe Der Geier | |
| Titel | Freund oder Feind |
|---|---|
| Produktionsland | Österreich, Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Länge | 90 Minuten |
| Produktionsunternehmen |
|
| Stab | |
| Regie | Florian Baxmeyer |
| Drehbuch | Dirk Eisfeld |
| Produktion |
|
| Musik | |
| Kamera | Eva Testor |
| Schnitt | Friederike Weimar |
| Besetzung | |
| |
| Chronologie | |

Handlung
Der Film beginnt mit einem Mord in einer schönen Berglandschaft. Roland Büttner verfolgt den Wilderer Slavko Rebic und tötet ihn aus einem Hinterhalt mit einem gezielten Stich ins Herz, da Büttner befürchtet, dass Rebic ihn im Auftrag der Mafia verfolgt.
Wenig später erhält der ganz entspannt Musik machende Lukas Geier eine Nachricht von Annemarie Papst, der ehemaligen Präsidentin des Verfassungsschutzes. Franziska Conte, die mittlerweile im Mordfall in den Bergen als Kriminalkommissarin der Salzburger Mordkommission ermittelt, erhält zeitgleich ebenfalls eine Nachricht von Papst.
Geier trifft sich mit Papst am Grab von Elisabeth Bergner, die von ihm eine neue Identität erhalten hatte und im vorigen Fall von ihrem Mann getötet wurde. Nun stellt sich heraus, dass sich der sogenannte Chirurg, ein Auftragskiller der kalabrischen Mafia, stellen will und um eine neue Identität im Zeugenschutzprogramm bittet. Außerdem kennt er den Namen eines Maulwurfes im LKA. Geier will diesen Auftrag eigentlich ablehnen, da er seit sechs Jahren sehr gut als erfolgreicher Musiker lebt. Aufgrund der Tatsache, dass es im LKA ein Leck geben muss, da mehrere Operationen aus unerklärlichen Gründen in der Vergangenheit gescheitert sind, willigt Geier ein. Wenig später trifft er auf sein Team: Franziska Conte, die er bei den Ermittlungen im Fall Elisabeth Bergner unterstützt hat und wobei es zwischen beiden eine große Anziehung gab, und Rebecca Wohlfahrt, die seine ehemalige Schülerin beim LKA in München war. Im weiteren Verlauf bereiten sie alles für das Treffen mit dem „Chirurgen“ vor.
Parallel dazu zeigt sich Lara Schnee, die Hotelbesitzerin und sehr enge Jugendfreundin von Geier, als Seele ihres Hauses. Sie hat einen Termin mit Valentin Seeliger, der das Hotel auf ihren Wunsch hin für 10 Millionen Euro kaufen möchte. Im weiteren Verlauf rätseln Conte und Geier über die Identität des Mordopfers aus den Bergen und deuten einen Zusammenhang mit dem Treffen mit dem Chirurgen an, da das Mordopfer durch einen einzigen Stich getötet wurde. Wenig später treffen sie sich mit dem Chirurgen, Roland Büttner. Das von Rebecca Wohlfahrt organisierte Safe House lehnt Geier ohne Absprache ab und sie treffen sich alle in seinem Haus auf dem Berg, das er bereits vorher für diesen Fall präpariert hatte. Büttner wird vernommen und soll zu seinen Morden Stellung nehmen und den Namen des LKA-Maulwurfes nennen. Währenddessen wird die Leiche vom Berg identifiziert und aufgrund der gefundenen DNA wird der Mord Roland Büttner zugeschrieben. Lara Schnee überkommen große Zweifel, ob sie das Hotel wirklich verkaufen möchte.
Obwohl Büttner alle Morde glaubhaft gesteht, sieht Geier die Angst vor der Mafia nicht als Hauptgrund für seine Geständnisse an, er insistiert und es stellt sich heraus, dass Büttner der Bruder von Angelo Marienthal ist, dem Chef der ‘Ndrangheta, und er Marienthal – seinen eigenen Bruder – als Verräter ansieht. Außerdem hat Büttner eine Frau und eine kleine Tochter, die er bisher seinem Bruder verheimlicht hat. Während Conte und Geier abwesend sind, plant Wohlfahrt im Auftrag von Marienthal, Büttner zu töten, da Marienthal ihre Schwester bedroht. Rebecca Wohlfahrt verletzt sich selbst als „Vorbereitung“ des Mordes sehr schlimm mit einem Messer, um ihn als Selbstverteidigung zu begründen. Sie will diese Verletzungen Büttner in die Schuhe schieben. Es kommt zu einem Kampf und sie verblutet am Ende. Büttner kann erst einmal fliehen, wird jedoch von Geier eingeholt.
Vor die Wahl gestellt, ob er seine Flucht fortsetzen will oder den Schutz bei Geier annimmt, entscheidet sich Büttner für seine vierjährige Tochter und gegen seinen Bruder. Es wird schnell klar, dass es für Büttner erst Ruhe gibt, wenn sein Bruder Angelo Marienthal tot ist. Mittlerweile hat sich Lara Schnee von ihrem Plan, das Hotel zu verkaufen, endgültig distanziert und teilt dies Seeliger bei einem Treffen im Hotel mit, der darauf mit großem Unverständnis und Verärgerung reagiert. Währenddessen wird der Tod von Rebecca Wohlfahrt offiziell als häuslicher Unfall in der Pathologie bestätigt.
Um ein Treffen mit Büttner zu arrangieren, sucht Geier einen seiner alten Schützlinge auf, Lucca Romano, der ein Restaurant besitzt und dieses zur Verfügung stellen soll.
Am nächsten Morgen wird im Hotelpool von Lara Schnee eine männliche Leiche entdeckt. Das Ereignis spricht sich schnell herum und es gibt Stornierungen. In das Durcheinander kommt Seeliger und wiederholt sein Angebot. Unterdessen trifft sich Geier mit Büttner in dem verlassenen italienischen Restaurant zum Kochen. Dort informiert Geier ihn darüber, was er in seinem neuen Leben zu erwarten hat, und Büttner sieht für sich in diesem neuen Leben keine Zukunft. Geier bittet ihn darum, von sich und seinem Bruder zu erzählen.
Im Hotel trifft Lara wieder auf Seeliger, der ihr offen mit einer Pistole droht. Nun wird klar, was Seeliger eigentlich im Schilde führt: Er will über Lara an Geier kommen. Währenddessen bereiten Conte und Geier eine Falle für Marienthal auf seiner Hütte vor. Allerdings erscheinen Lara und Seeliger selbstständig an der Hütte; Seeliger will Lara dafür benutzen, um sich an Geier für das selbst erlittene Leid zu rächen. Der Kreis schließt sich, als sich herausstellt, dass Seeliger der gesuchte Angelo Marienthal ist und seine Geliebte Elisabeth Bergner war. Marienthal verlangt von Büttner, dass er zuerst Lara mit einem Messer vor den Augen von Geier töten soll. Daraufhin provoziert Geier Büttner gezielt, woraufhin Büttner seinen Bruder mit einem Messer ersticht. Am Ende wird Büttner abgeführt und Geier und Conte verabschieden sich mit der Aussicht auf ein baldiges Wiedersehen.
Produktion
Der Film wurde im September und Oktober 2024 in Bad Gastein und Umgebung von Network Movie, der Fernsehproduktion GmbH und der Graf Filmproduktion[1] im Auftrag des ZDF und in Zusammenarbeit mit dem ORF gedreht und von FISA+, Austrian Business Agency und dem Land Salzburg gefördert.[2][3]
Die Musik zum Film komponierten Martina Eisenreich – die bereits mehrfach mit Filmpreisen ausgezeichnet wurde – und Michael Kadelbach. Im Jahr 2024 haben die beiden gemeinsam den Deutschen Filmmusikpreis gewonnen.[4]
Rezeption
Kritiken
Ute Wessels schreibt in der Münchner Abendzeitung, dass es sich bei Der Geier um eine Ko-Produktion von ORF und ZDF handele, daher habe man die Handlung nach Österreich verlagert. Auch die Besetzung stimme. Sie als hochkarätig zu bezeichnen, sei fast noch untertrieben. Immerhin träfe der hochenergetische österreichische Schauspielstar Philipp Hochmair auf die beiden Tatort-Kommissare Mark Waschke (Berlin) und Wotan Wilke Möhring (Hamburg).[5]
Oliver Armknecht vergab auf film-rezensionen.de vier von zehn Punkten. Das Szenario sei eigentlich gut, hinzu komme ein stimmungsvolles Setting. Die konstruierte Geschichte und das Overacting machten den plakativen Krimi aber zu einer eher anstrengenden als spannenden Angelegenheit.[6]
Rainer Tittelbach bewertete die Produktion auf tittelbach.tv mit vier von sechs Sternen, diese bleibe bis in den neunminütigen Showdown hinein virulent. Trotz stimmiger Psychologie, effektiver Dramaturgie und Drama-geschultem Top-Ensemble bleibe dieser Thriller seinem Genre treu.[7]
Eric Leimann kritisierte auf prisma.de, dass das Örtliche in der TV-Version ein bisschen zu kurz komme. Die sehr groß gedachte Geschichte des Geiers, der ja eigentlich nur Ruhe für seine Akkordeon-Meditation sucht, könnten überall und nirgends spielen.[8]
Quote
Im ORF erreichte der Film bei Erstausstrahlung bis zu 758.000 Zuseher, durchschnittlich sahen diesen 721.000 Personen bei einem Marktanteil von 30 Prozent.[9]
Die ZDF-Premiere verfolgten 5,14 Millionen Zuschauer, der Marktanteil lag bei 22,6 Prozent.[10]