Der Zwerg Veli

türkisches Märchen (ATh 327 B + 328) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Zwerg Veli ist ein türkisches Märchen (ATh 327 B + 328).[1]

Handlung

Ein armes Ehepaar nahm die sieben Söhne der verstorbenen Nachbarin liebevoll auf, konnte sie aber nicht ernähren und so wurden die Kinder im Wald ausgesetzt. Der Jüngste von ihnen, der nicht wuchs, hieß Veli und war sehr gescheit. Er belauschte das Ehepaar bei der Unterhaltung, steckte sich daraufhin Kieselsteine in die Taschen und warf sie auf den Weg, sodass sie leicht zurückfanden. Das Ehepaar freute sich zwar, dass sie die Kinder zurückhatten, doch wurde das Essen nicht mehr und so wurden die Brüder erneut im Wald ausgesetzt. Da Veli dieses Mal Brotkrumen gestreut hatte, die von den Vögeln gefressen wurden, fanden sie nicht zurück. Dafür aber stießen sie auf das Schloss eines Devs.

Die Frau des Devs, die ein Menschenkind war, empfing sie dort. Ihr Mann jedoch gelüstete es nach dem Fleisch der Kinder, also begaben sich diese auf die Flucht. Mit Zauberschuhen holte dieser sie fast ein, weshalb sie sich in einer Höhle versteckten, an der der Dev kurz darauf Rast machte und einschlief. Da stahl Veli ihm die Zauberschuhe und lief zu dessen Frau, der er erzählte, dass vierzig Räuber ihren Mann gefangen hätten und Lösegeld verlangten. Als Beweis zeigte er ihr die Zauberschuhe, die der Dev sicherlich nicht freiwillig hergegeben hätte. Also belud sie einen Esel mit Gold und gab diesen Veli, der zusammen mit seinen Brüdern heim fand, wo die reichgewordenen ein glückliches Leben führten.[1]

Hintergrund

Das Märchen stammt aus dem Werk Der Glücksvogel (Ankara 1962, S. 47–55) und erhielt im Deutschen in Otto SpiesDie Märchen der Weltliteratur – Türkische Märchen (Düsseldorf / Köln 1967) den Titel Der Zwerg Veli. Es ist ein Konglomerat aus bekannten Motiven, wie das Aussetzen der Kinder im Wald in Hänsel und Gretel der Brüder Grimm oder das Stehlen der Zauberschuhe und das Aneignen der Schätze des Devs. Der türkische Text ist auch in Naki Tezels Istanbuler Märchen (Istanbul 1938, S. 126–127) zu finden.[1]

Literatur

Einzelnachweise

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