Der blaue Pfeil
Zeichentrickfilm von Enzo D’Alò (1996)
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Der blaue Pfeil ist ein Zeichentrickfilm von Enzo D’Alò in europäischer Koproduktion nach dem im Original gleichnamigen Kinderbuch La freccia azzurra von Gianni Rodari. Sein internationaler Titel lautet How the Toys Saved Christmas.
| Film | |
| Titel | Der blaue Pfeil |
|---|---|
| Originaltitel | La freccia azzurra |
| Produktionsland | Italien, Luxemburg, Schweiz, Deutschland |
| Originalsprache | Italienisch |
| Erscheinungsjahr | 1996 |
| Länge | 93 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Produktionsunternehmen |
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| Stab | |
| Regie | Enzo D’Alò |
| Drehbuch |
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| Produktion | Maria Fares |
| Musik | Paolo Conte |
| Kamera | Thomas Aubele |
| Schnitt | Rita Rossi |
| → Sprecher | |
Handlung
Die gütige alte Frau Befana ist die Besitzerin eines Spielzeugladens und bringt den Kindern traditionell am Dreikönigstag Geschenke. Doch eines Jahres wird sie von einer schweren Grippe ans Bett gefesselt. Ihr Assistent, der habgierige Doktor Scarafoni, übernimmt die Leitung des Ladens. Anstatt den Kindern unentgeltlich eine Freude zu bereiten, verlangt er von ihren Eltern hohe Summen und will die Spielsachen gewinnbringend verkaufen. Um seine finsteren Pläne ungestört durchzusetzen, mischt er der Befana sogar heimlich Gift in die Medizin.
Die Spielzeuge, darunter der Indianerhäuptling Silberfeder, Käpt’n Halbbart, die Puppen Barbara und Carlotta sowie der Stoffhund Spicciola, erkennen, dass sie so nie zu den Kindern gelangen werden, die sie sich wünschen. Sie schreiben Befana einen Abschiedsbrief, besteigen den „Blauen Pfeil“ – eine phantastische Spielzeugeisenbahn aus Blech – und machen sich auf eigene Faust auf den Weg, um ihre Bestimmung zu erfüllen. Ihr Ziel ist insbesondere der kleine Francesco, der sich den „Blauen Pfeil“ sehnlichst wünscht, aber von Scarafoni brüsk abgewiesen wurde, weil seine Mutter kein Geld hatte.
Unterwegs geraten die Spielzeuge in viele Gefahren und werden von Scarafoni verfolgt, der sie zurückholen will. Parallel dazu wird Francesco von zwei Einbrechern gezwungen, in Befanas Laden einzusteigen. Anstatt die Räuber zu unterstützen, ruft er jedoch die Polizei und hilft so, sie zu überführen. Befana begreift, dass Francesco ein ehrlicher Junge ist. Zugleich erkennt sie Scarafonis Verrat, als sie das Gift und den Abschiedsbrief der Spielsachen findet.
Am Dreikönigstag erreichen die Spielsachen schließlich die Kinder. Zwar bekommt Francesco den ersehnten Zug nicht, doch Spicciola, sein Stoffhund, verwandelt sich in ein echtes Hündchen und bleibt für immer bei ihm. Scarafoni wird entlarvt, verhaftet und muss den unterschlagenen Gewinn zurückgeben. Befana erholt sich von ihrer Krankheit, verzeiht ihren Spielzeugen die Flucht und nimmt Francesco als neuen Gehilfen bei sich auf.
Entstehung und Veröffentlichung
| Figur | Originalsprecher | Deutscher Sprecher |
|---|---|---|
| Scarafoni | Dario Fo | Hans Teuscher |
| Befana | Lella Costa | Corny Collins |
| Polizeichef | Pino Ferrara | Hermann Ebeling |
| Klaus | Roberto Pedicini | Manfred Richter |
| Carlotta | Ilaria Latini | Luise Helm |
| Barbara | Ilaria Latini | Magdalena Turba |
| Zauberer | Carlo Reali | Gerry Wolff |
| Erzähler | Renzo Stacchi | Ulrich Voß |
Die Produktion begann 1992[2] und wurde durch große Organisationen der EWG gefördert. Die eigentliche Animationsarbeit wurde mit insgesamt 400 Zeichnern und Szenografen unterschiedlicher Nationalität in Ländern wie Spanien, Portugal, der Tschechischen Republik und Dänemark umgesetzt. Dabei wurde die Einheitlichkeit des Stils stets durch den Animationsregisseur Silvio Pautasso gewährleistet.[3]
Die deutsche Synchronisation des Films übernahm die Johannisthal Synchron GmbH in Berlin, nach einem Dialogbuch von Angela Stascheit. Dialogregie führte Joachim Kunzendorf.[4]
In der Schweiz war der Kinostart in deutsch, französisch und italienisch am 1. November 1996.[5] Der Film kam am 5. Dezember 1996 in die Deutschen Kinos. Anlässlich des 100. Geburtstags von Gianni Rodari wurde im Dezember 2019 eine restaurierte 2k-Version präsentiert.[6]
Auszeichnungen
Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) vergab das Prädikat „besonders wertvoll“.[7] Der Film gewann weiterhin einige renommierte italienische Preise:
- David di Donatello 1997
- Gewonnen: Beste Filmmusik für Paolo Conte
- Nastro d’Argento 1997
- Gewonnen: Beste Filmmusik zu Paolo Conte
- Gewonnen: Sonderpreis für einen in Italien produzierten Animationsfilm
- Bellaria Film Festival 1997
- Casa Rossa Award – Bester technischer Beitrag
- Festival d’Animation Annecy 1997
- Nominierung für den besten Spielfilm[8]
Weblinks
- Der blaue Pfeil bei IMDb