Derek Gardner
britischer Automobildesigner
From Wikipedia, the free encyclopedia
Derek Gardner (* 19. September 1931 in Warwick; † 7. Januar 2011 in Lutterworth) war ein britischer Automobil-Konstrukteur und Designer, der für die Entwicklung fortschrittlicher Getriebesysteme und die Konstruktion mehrerer Rennwagen für das Team Tyrrell bekannt war.

Werdegang
Seinen ersten Kontakt zur Formel 1 hatte Gardner 1969 während seiner Zeit als Angestellter von Harry Ferguson Research, wo er Antriebssysteme für Matra entwickelte. 1970 lernte er Ken Tyrrell kennen, der zu dieser Zeit in der Formel 1 Wagen von March einsetzte und auf der Suche nach einem Konstrukteur für einen eigenen Formel-1-Rennwagen war. Tyrrell entschied sich für eine Zusammenarbeit mit Gardner.
Im Laufe des Jahres 1970 entwickelte Gardner für Tyrrell ein eigenes Chassis, das in seiner Garage zu Hause gebaut und beim Großen Preis von Italien der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Seinen ersten WM-Einsatz hatte der Tyrrell 001 unter Jackie Stewart beim darauffolgenden Großen Preis von Kanada in Mont Tremblant.[1]
Ab der Saison 1971 setzte Tyrrell durchgängig eigene Autos ein, die alle von Gardner entwickelt wurden. Die Autos Tyrrell 001 bis 005 waren allesamt Einzelstücke; die Ziffern bezeichneten jeweils die Fahrgestellnummern. Erst ab dem 006 bezog sich die Bezeichnung auf einen Fahrzeugtyp, von dem üblicherweise eine Kleinstauflage hergestellt wurde.[2]
Gardners „Einstand in der Formel 1“ war auch seine erfolgreichste Konstruktion: Jackie Stewart qualifizierte den 001 bei seinem Debüt auf der Pole-Position und führte, bis er in Runde 34 wegen eines Achsschadens ausfiel. Das Auto wurde später zu Tyrrell 002 und 003 weiterentwickelt und die Fahrer Jackie Stewart und François Cevert erzielten 1971 damit sieben Siege. Stewart gewann die Fahrerweltmeisterschaft und Tyrrell holte sich den Titel der Konstrukteure.
Gardners wohl bekannteste Konstruktion war sicher der Tyrrell P34, allgemein bekannt als „six-wheeler“. Das Auto hatte vier speziell gefertigte Vorderräder und Reifen mit einem Durchmesser von 254 mm (10 Zoll) vorne und zwei Räder normaler Größe hinten. Zusammen mit dem 1978 entwickelten Brabham BT46B „Fancar“ war der sechsrädrige Tyrrell einer der radikalsten Ansätze, die jemals im Formel-1-Wettbewerb erfolgreich waren, und wurde als das bekannteste Design in der Geschichte des weltweiten Motorsports bezeichnet. 1977 verließ Gardner die Formel 1 und Tyrrell krankheitsbedingt und verlor anschließend die Motivation zur Rückkehr.[3] Später arbeitete er für den Getriebehersteller Borg-Warner.[4]
Er engagierte sich weiterhin stark im Clubrennsport und war zudem ein wichtiges Mitglied von Martin Strettons Team, das Strettons Erfolgen bei zahlreichen historischen Rennen zugutekam.[3]
Gardner entwarf während seiner langen Karriere als Konstrukteur auch Boote, Elektrofahrräder und Ultraleichtflugzeuge.[3] Er starb 2011 in Lutterworth im Alter von 79 Jahren.[5]
Gardners Konstruktionen
- Bild 1
- Bild 2
- Bild 3
- Bild 4
- Bild 5
- Bild 1: Der Tyrrell 001 war das erste von Gardner für das Team von Ken Tyrrell entworfene Fahrzeug und bildete die Basis für die Nachfolgemodelle 002 und 003. Er wurde 1970/1971 fünfmal eingesetzt. Stewart errang damit beim Großen Preis von Südafrika 1971 den zweiten Platz.
- Bild 2: Der Tyrrell 002 bildete zusammen mit dem weitgehend baugleichen Tyrrell 003 (1971/1972) und dem später entstandenen (leicht modifizierten) Tyrrell 004 (1972 bis 1974) die nachfolgende Modellfamilie. Mit dem 003 gewann Jackie Stewart 1971 die Fahrerweltmeisterschaft, das Team Tyrrell wurde Konstrukteursweltmeister.
- Bild 3: Darauf folgte 1972 bis 1974 der Tyrrell 005 – hier abgebildet der nahezu baugleiche Tyrrell 006, mit dem Jackie Stewart Fahrer-Meisterschaft 1973 gewann.
- Bild 4: Der Tyrrell 007 war zwischen 1974 und 1976 im Einsatz. 35 Starts erbrachten drei Siege, eine Pole-Position und vier schnellste Runden.
- Bild 5: Der in den Saisons 1976 und 1977 eingesetzte Tyrrell P34 war Gardners letzter Entwurf für Tyrrell. Jody Scheckter gewann mit ihm Großen Preis von Schweden 1976 und beendete die Saison als Dritter der Gesamtwertung.