Diacetylen

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Diacetylen (Butadiin) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der ungesättigten Kohlenwasserstoffe und der einfachste Vertreter aus der Gruppe der Diine. Sie besitzt eine C-C-Einfach- und zwei C≡C-Dreifachbindungen.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Diacetylen
Allgemeines
Name Diacetylen
Andere Namen
  • 1,3-Butadiin (IUPAC)
  • Butadiin
Summenformel C4H2
Kurzbeschreibung

farbloses Gas[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 460-12-8
EG-Nummer 207-303-9
ECHA-InfoCard 100.006.641
PubChem 9997
ChemSpider 9603
Wikidata Q422802
Eigenschaften
Molare Masse 50,05 g·mol−1
Aggregatzustand

gasförmig

Schmelzpunkt

−36 °C[2]

Siedepunkt

10,3 °C[1]

Löslichkeit

löslich in Wasser (9,45 g·l−1 bei 25 °C)[2]

Brechungsindex

1,4189 (5 °C)[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[4]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Vorkommen

Diacetylen konnte auf dem Mond und in der Atmosphäre des Saturnmondes Titan nachgewiesen werden.[5][6]

Gewinnung und Darstellung

Diacetylen kann als Dimerisierungsprodukt durch oxidative Kupplung von Ethin hergestellt werden. Diese Art von Reaktion wird auch als Glaser-Kupplung bezeichnet.[7]

Eigenschaften

Diacetylen ist hochentzündlich und verbrennt an Luft mit stark rußender Flamme zu CO2 und H2O (vgl. Acetylen). Zudem ist Diacetylen aufgrund der Dreifachbindungen sehr reaktiv, z. B. kann es ebenso wie Acetylen (Ethin) in einer exothermen Reaktion in die Elemente C und H2 zerfallen. Mit Schwermetallionen, wie Silber- oder Quecksilberverbindungen, bilden sich ähnlich wie bei anderen Alkinen explosive Salze.[8] Auch elektrophile Additionen, Polymerisationen und Diels-Alder-Reaktionen des Diacetylens sind bekannt.

Verwendung

Diacetylen kann zur Herstellung von Polydiacetylen durch Polymerisation verwendet werden. Weiterhin wird es als Zwischenprodukt für die Herstellung von abgeleiteten Verbindungen (z. B. Diphenyldiacetylen-Flüssigkristalle) eingesetzt.

Einzelnachweise

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