Diarmuid Lynch
britischer Politiker, Unterhausabgeordneter
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Diarmuid Christopher Lynch (* 10. Januar 1878 in Tracton, County Cork, Irland; † 9. November 1950 in Minane Bridge, County Cork, Irland) war ein irischer Politiker der Sinn Féin. Er war von Januar 1919 bis zu seinem Rücktritt im Juli 1920 Teachta Dála (Abgeordneter) im Dáil Éireann, dem Unterhaus des irischen Parlaments (Oireachtas).
Leben
Lynch wurde im Alter von 13 Jahren Vollwaise. Er wurde Postmitarbeiter und ging etwas später nach London. Dort, im Mount Pleasant money order office, lernte er weitere Iren kennen und wurde Mitglied der Irish Republican Brotherhood. Durch seinen Onkel konnte er in New York eine Arbeit bekommen. So ging er 1897 in die USA. Dort wurde er etwas später der Präsident der Gaelic League in New York. 1907 kehrte er nach Irland zurück und wurde wieder Mitglied der Irish Republican Brotherhood. Bei der Planung des Osteraufstands 1916 organisierte er im Auftrag von Patrick Pearse in Tralee den Anlandungsbereich für deutsche Waffen in Fenit. Als die Kämpfe während des Osteraufstands im General Post Office gehörte er zu den letzten verbliebenen Kämpfern, die sich der britischen Übermacht ergaben. Er wurde daraufhin zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde aber auf Grund der Intervention von Woodrow Wilson in eine Gefängnisstrafe umgewandelt, aus der er schon im Juni 1917 entlassen wurde. Nach seiner Rückkehr betätigte er sich erneut und reorganisierte die Sinn Féin und die Irish Volunteers. 1918 wurde er erneut wegen Schiebereien von Schweinefleisch verhaftet. Noch während seiner Haft im Gefängnis von Duldalk konnte er trotz eines Verbots mit Kathleen Mary Quinn heiraten. Die Ehe blieb kinderlos. Nach der Entlassung ging er wieder in die USA. Während seiner Abwesenheit wurde er bei den Wahlen 1918 ohne Gegenkandidaten im Wahlkreis Cork South-East gewählt. Er zog aber weder in das britische House of Commons in Westminster ein, noch versammelte er sich zum Revolutionary Dáil, weil er sich in den USA befand. Als 1919 auch Éamon de Valera in die USA kam, brach zwischen Lynch und de Valera ein Konflikt über die Art und Weise aus, wie in den USA lobbyiert werden sollte. So erklärte Lynch dann gegenüber dem Dáil am 6. August 1920, dass er von seinem Mandat wegen des Streits mit de Valera zurücktrete.[1] 1929 eskalierte in den USA der Streit mit de Valera über Reste der 1919 bis 1920 gesammelten Gelder. Lynch setzte sich dabei durch. 1933 kehrte Lynch nach Irland zurück. Der Versuch, 1944 noch einmal in den Seanad Éireann gewählt zu werden, scheiterte.