Diconne

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Diconne [diˈkɔn] ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 371 Einwohner (Stand 1. Januar 2023)[1], sie werden Diconnois, resp. Diconnoises genannt[2].

Schnelle Fakten
Diconne
Diconne (Frankreich)
Diconne (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département (Nr.) Saône-et-Loire (71)
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Bresse Revermont 71
Koordinaten 46° 46′ N,  8′ O
Höhe 188–215 m
Fläche 15,94 km²
Einwohner 371 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 23 Einw./km²
Postleitzahl 71330
INSEE-Code
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Geografie

Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Diconne mit seinen Nachbarorten
Diconne mit seinen Nachbarorten

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse, im Westen des nördlichen Drittels des Arrondissement Louhans und stößt mit seiner Nord- und Westgrenze an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Im zentralen Gemeindegebiet entspringt die Florence[3], sie nimmt etliche Biefs auf, die Étangs entwässern, bis sie die Gemeinde nach Osten verlässt und nach kurzem Lauf durch Devrouze die nordöstliche Gemeindegrenze bildet. Im Westen der Gemeinde bildet La Cosne d’Épinossous[4] ein Stück der nordwestlichen Gemeindegrenze. Offiziell werden heute noch sechs Étangs auf dem Gemeindegebiet aufgeführt, Flurnamen weisen jedoch darauf hin, dass ehemals weitere Étangs bestanden, die heute zugeschüttet oder verlandet sind. Die Gemeinde liegt an keiner wichtigen Straße, die Siedlungen werden lediglich durch Nebenstraßen erschlossen. Große Teile des Gemeindegebietes sind bewaldet. Im Norden liegt der Bois de Malgrand, im Westen der Forêt de la Marche und im Süden der Bois de l’Épinglier. Der Ort ist stark zersiedelt, zur Gemeinde gehörten folgende Weiler und Fluren: Barberet, Bondenant, Bouterant, la Croix, Étang-Girard, les Feuilles, la Florence, la Forêt, les Gautheys, les Jacquards, les Lorys, Montarbaut, la Motte, Moulin-à-Vent, les Peltrats, la Petite-Villeneuve, les Recordeaux, la Reppe, Reversey, les Rues-Bourdillons, Saint-Sulpice, les Seroux, les Tailleferts, la Villeneuve, le Vouilleau[5].

Klima

Das Klima in Diconne ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.

Schnelle Fakten Klimadiagramm ...
Diconne
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
98
 
6
1
 
 
83
 
8
1
 
 
80
 
12
3
 
 
90
 
16
6
 
 
93
 
20
10
 
 
77
 
24
14
 
 
72
 
26
16
 
 
73
 
26
16
 
 
87
 
22
13
 
 
104
 
17
9
 
 
117
 
11
4
 
 
107
 
7
2
_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: climate-data.org Daten 1991 – 2021
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Diconne
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) 3,3 3,9 7,5 11,2 15,1 19,2 21,1 20,8 17,0 12,9 7,4 4,1 12
Mittl. Tagesmax. (°C) 6,2 7,6 12,0 15,8 19,5 23,9 25,9 25,6 21,5 16,9 10,5 6,8 16,1
Mittl. Tagesmin. (°C) 0,6 0,6 3,2 6,4 10,3 14,2 16,2 15,9 12,7 9,2 4,4 1,5 8
Niederschlag (mm) 98 83 80 90 93 77 72 73 87 104 117 107 Σ 1081
Quelle: climate-data.org Daten 1991 – 2021

Toponymie

Der Ort wird erstmals im 13. Jahrhundert genannt als Curatus de Dygona, während bereits 1362 die Ecclesia de Diycona erwähnt wird. Eine Theorie über die Entstehung des Namens lautet wie folgt: im bressanischen Dialekt werden die Étangs cônes genannt. Da sich im Einzugsgebiet der Florence und rund um die Siedlung deren zehn (französisch dix) befanden, könnte aus dix cônes der Ortsname Diconne entstanden sein.

Eine bedeutend ältere Namensnennung im Gemeindegebiet betrifft den Weiler Reversey, der bereits 1190 im Zusammenhang mit einem Hugo de Reversure auftaucht.

Geschichte

Die Herrschaft Diconne gehörte zur Baronie Mervans, zusammen mit Devrouze und war im Besitz von verschiedenen Familien. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gehörte sie Léonarde de Beaumont, die 1530 Jean Bataille heiratete. Später gelangte sie an Hugues de Mâlain, dann an Jeanne de Mâlain, die sie 1579 ihrem Neffen Jérôme de Biollet vermachte. In der Folge übernahmen die Fyot 1660 die Herrschaft. Nach weiteren Besitzerwechseln innerhalb der Familie wurde Claude Fyot, Graf von Bosjean, Eigentümer. Er war der erste Präsident des Parlement von Burgund, zu seinen Gunsten wurde 1736 sein Besitz in ein Marquisat erhoben. Das Schloss bestand nahe der Kirche im Weiler Motte, von dem 1743 nur noch Ruinen vorhanden waren. 1804 wurde die Herrschaft aufgeteilt in Diconne und Devrouze. 1849 entdeckte ein Landwirt auf einem Feld einen Topf mit rund 500 römischen Münzen aus dem 3. Jahrhundert, eine große Zahl davon aus der Zeit Gordians und Philipps des Arabers. Die Kirche (dem Heiligen Petrus geweiht) wurde 1851/1852 im Stil des 12. Jahrhunderts neu erbaut[6]. Die Mairie war ursprünglich die Knabenschule, datiert aus 1864 und 1906 erweitert. 1898 wurde die Mädchenschule erbaut, die heute als Schulhaus dient. In der Gemeinde bestanden zudem eine Wind- und eine Wassermühle. 1988 wurden noch 34 Landwirtschaftsbetriebe gezählt.

Die Herren von Diconne

Das Gebiet gehörte den de Vienne und den d’Antigny, die es als Afterlehen weitergaben. Diconne und Devrouze gehörten damals noch zusammen, sie wurden erst 1804 getrennt und sie gehörten zur Baronie Mervans.
1450 übernahm Nicolas Rolin, Chancelier des Burgund, die Baronie von Mervans zu Lehen. Er war bereits Herr von Authumes, wo er ein Schloss besaß. Sein Sohn, Antoine Rolin d’Emery gab die Herrschaft zurück an Philipp von Hachberg-Sausenberg, womit sie wieder bei der Familie de Vienne war.

Später wurden das Lehen verkauft an Claude Fyot III. de la Marche, Kommendatarabt des Klosters Saint-Étienne in Dijon, der seit 1680 Herr von Bosjean war. Sie gehörte weiterhin der Familie Fyot de la Marche (Nicht zu Verwechseln mit den Grafen de la Marche).

Seit dem 12. Jahrhundert gehörten weitere Lehen der Familie de la Marche, die in Villegaudin ein Schloss besaß. Antoine de la Marche ist einer der ältesten bekannten Besitzer. Er wohnte im Schloss La Marche, nach dem die Familie sich benannte (Im heutigen Gemeindegebiet Saint-Martin-en-Bresse, im äußersten Osten der Gemeinde, 500 Meter östlich des Weilers Villegaudin an der D162, Route de la Marche, heute Schreinerei Petit Pascal).
Einige Herren de la Marche waren Vögte und Marktvögte von Chalon-sur-Saône. Philippe de la Marche war Gruyer de Bourgogne[A 1] und 1434 Gouverneur des Château de Joux. Er heiratete Jeanne Bouton, verstarb 1437. Sein Sohn war Olivier de la Marche, einer der berühmtesten Söhne der Bresse. Ein Nachkomme, René de Lenoncourt heiratete Marguerite Fyot. Ihre Tochter, Reynette verkaufte 1636 die Herrschaft de la Marche an ihren Onkel. Damit waren die Lehen vereint bei den Fyot de la Marche.

1736 wurde die Herrschaft zum Marquisat de la Marche erhoben, zu Ehren von Claude Philibert Fyot, Graf von Bosjean, Baron von Mervans und Montpont, erster Präsident des Parlement des Burgunds. Nach dem Tod seines Sohnes, Jean Philippe Fyot de la Marche (* 20. August 1723, † 11. Oktober 1772), gelangten das Marquisat de la Marche, die Baronie Mervans und die Grafschaft Bosjean an einen Neffen, Jean Philippe Fyot de la Marche (* 7. August 1744, † 11. April 1822), Comte de Dracy, Marquis de la Marche, Herr von Clémencey.

Das Marquisat de la Marche umfasste die Gebiete von: Mervans, Devrouze, Diconne, Saint-Martin-en-Bresse und damit rund 94 Quadratkilometer.

Mit der Französischen Revolution 1789 wurden die Vorrechte des Adels abgeschafft, sie behielten lediglich noch ihre Titel.

Heraldik

Die Gemeinde Diconne benutzt ein Wappen, das 2015 durch Jean-François Binon[7] kreiert wurde und die Besonderheiten der Gemeinde wiedergeben soll. Der Schild weist einen Wellenschnitt auf, in Feld 1 finden sich auf blauem Grund zwei Rohrkolben mit einer fliegenden Ente im Haupt. Dies mag die große Zahl von Étangs symbolisieren, dank der Rohrkolben auch auf deren Verlandung hinweisen. Feld 2 weist auf die Bewaldung hin, nicht zuletzt auf die Eichenwälder, während der Schildfuß ein bressanisches Bauernhaus zeigt, wie sie typisch sind für die Gemeinde[8].

Bevölkerung

Kirche Saint-Pierre in Diconne
Diconne: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
711
1800
 
753
1806
 
709
1821
 
666
1831
 
816
1836
 
770
1841
 
803
1846
 
803
1851
 
770
1856
 
720
1861
 
720
1866
 
752
1872
 
723
1876
 
701
1881
 
726
1886
 
698
1891
 
740
1896
 
725
1901
 
716
1906
 
669
1911
 
628
1921
 
589
1926
 
602
1931
 
578
1936
 
538
1946
 
529
1954
 
482
1962
 
435
1968
 
389
1975
 
372
1982
 
302
1990
 
292
1999
 
215
2006
 
275
2009
 
317
2014
 
361
2020
 
354
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 2006,[9] ab 2009 INSEE[10]
Anmerkung(en): • Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz • Höchste Einwohnerzahl 1836 mit 816, tiefste Einwohnerzahl 1999 mit 215 (26,3 % vom Maximum)
Weitere Informationen Bevölkerungsstruktur, Anzahl Einwohner ...
Bevölkerungs- und Wohnstruktur[11]
BevölkerungsstrukturAnzahl Einwohnermännlichweiblichdavon AusländerAnteil %
363 182 181 32 9,0
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Weitere Informationen Männer, Alterstufe ...
Alterspyramide für Diconne
Männer Alterstufe Frauen
3 
90 + älter
2 
17 
75–89
12 
38 
60–74
38 
30 
45–59
28 
30 
30–44
38 
26 
15–29
31 
36 
0–14
31 
Schließen

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen. Dabei sind 53 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen macht 18,5 % der Bevölkerung aus. Demgegenüber sind 30 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter.

Weitere Informationen Wohnstruktur, Anzahl Wohneinheiten ...
WohnstrukturAnzahl Wohneinheitendavon HäuserWohnungensonstige
202 200 1 1
davon Hauptwohnsitz 156
Zweit- oder Ferienwohnsitz 32
vakant 13
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Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen:

Weitere Informationen Branche, Anzahl Betriebe ...
Betriebe in der Gemeinde nach Branchen[12]
BrancheAnzahl Betriebe
Industrie und verarbeitendes Gewerbe 1
Baugewerbe 3
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie 7
Information und Kommunikation
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
Grundstücks- und Wohnungswesen 1
Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen 3
Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen
Sonstige Dienstleistungen 4
Land- und Forstwirtschaftsbetriebe[13] 5
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In der Gemeinde befinden sich eine Metzgerei, ein Restaurant, ein Coiffeursalon, eine Autogarage, ferner je ein Bauhandwerksbetrieb, Elektriker und Maler/Gipser. Für die Güter des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Mervans oder Saint-Germain-du-Bois[14].

Geschützte Produkte in der Gemeinde

Als AOC-Produkte sind in Diconne Crème et beurre de Bresse[15][16], Volaille de Bresse[17][18][19] und Dinde de Bresse[20] zugelassen.

Bildungseinrichtungen

In der Gemeinde besteht eine École primaire[21] (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon[22] untersteht und von 19 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[23].

Literatur

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, google.fr [abgerufen am 3. Februar 2026]).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Les temps anciens et le Moyen Âge. Band 1. Imprimerie Auguste Romand, Louhans (französisch, google.com [abgerufen am 3. Februar 2026]).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Les temps modernes jusqu’à 1789. Band 2. Imprimerie Auguste Romand, Louhans (französisch, google.com [abgerufen am 3. Februar 2026]).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, bnf.fr [abgerufen am 3. Februar 2026]).
Commons: Diconne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Diconne. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 5. Februar 2026 (französisch).
  • Diconne. Présentation de la commune. Ministère de la Culture, 2008, abgerufen am 7. Februar 2026 (französisch).
  • Diconne. in der POP Plateforme ouverte du patrimoine. Ministère de la Culture, abgerufen am 7. Februar 2026 (französisch).
  • Diconne. in Patrimoine en Bourgogne-Franche-Comté. Direction Culture, Sport et Jeunesse, abgerufen am 14. November 2023 (französisch).
  • Webpräsenz der Gemeinde. Diconne. Mairie de Diconne, abgerufen am 14. November 2023 (französisch).

Anmerkungen

  1. Ein Gruyer ist ein Beamter mit eigener Gerichtsbarkeit, der ab dem 13. Jahrhundert im Auftrag eines hohen Gerichtsherrn die Staatswälder betreut. Er scheidet die Jungwaldgebiete aus, kontrolliert das Verhalten in den Wäldern und urteilt in erster Instanz über Vergehen, die in den Wäldern und Flüssen seines Bezirks, der gruerie begangen werden, angefangen bei Sachbeschädigungen oder bäuerlichem Missbrauch. Dieser Titel wurde sehr lange in Burgund, der Franche-Comté, der Bretagne und auch in Lothringen verwendet, wo die Grueries bis 1747 bestanden. Die Reform der Wälder setzte dieser Funktion oder vielmehr dieser Bezeichnung ein Ende.

Siehe auch

Einzelbelege

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